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Neue Stromzähler
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Werner Holtfreter
2018-01-07 16:19:41 UTC
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Raw Message
Situation
---------
Der Betreiber unseres Stromnetzes hat angekündigt,
die bisherigen Ferrais-Zähler durch eine "moderne Messeinrichtung"
zu ersetzen.
Er beruft sich dabei auf das "Gesetz zur Digitalisierung der
Energiewende - Messstellenbetriebsgesetz".
Dort steht, daß bei Verbrauchsstellen von > 6.000 kWh/Jahr
eine "intelligente Messeinrichtung" installiert werden soll,
die neben dem Stromverbrauch auch weitere Verbrauchsdetails
an den Stromversorger übertragen soll.
Bei Verbrauchsstellen < 6.000 kWh/Jahr kann eine "moderne
Messeinrichtung" installiert werden. Diese moderne-, unterscheidet
sich gegenüber einer intelligente Messeinrichtung angeblich
dadurch, daß keine Datenverbindung zum Stromversorger besteht.
Gegenüber den bisher üblichen Ferrais-Zählern soll für eine
"moderne Messeinrichtung" zusätzlich 20.-€/Jahr berechnet werden.
-------------
Wie kann man bei einem Stromverbrauch von nur 3.000 kWh/Jahr dem
Einbau dieser "modernen Messeinrichtung" und den zusätzlichen
"Mietkosten" widersprechen?
Gegenüber dem Ferrais-Zähler bringt die "moderne Messeinrichtung"
keinerlei Nutzen; man muß im Gegenteil zusätzlich deren
Betriebsstrom bezahlen.
In der Hoffnung auf hilfreiche Antworten,
Klaus Beutel
Interessiert mich auch. Aber ich meine, du bist in de.soc.recht.misc
besser aufgehoben.

Fullquote, X-Post, Umleitung gesetzt.
--
Gruß Werner

www.presseportal.de/blaulicht/pm/110971/3762457
Noch 1984 mussten Flüchtlinge ihre Toiletten selbst reinigen!
Martin Gerdes
2018-01-07 22:45:32 UTC
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Raw Message
Der Betreiber unseres Stromnetzes hat angekündigt,
die bisherigen Ferrais-Zähler durch eine "moderne Messeinrichtung"
zu ersetzen.
Soll vorkommen.
Gegenüber den bisher üblichen Ferrais-Zählern soll für eine
"moderne Messeinrichtung" zusätzlich 20.-€/Jahr berechnet werden.
Wie kann man bei einem Stromverbrauch von nur 3.000 kWh/Jahr dem Einbau
dieser "modernen Messeinrichtung" und den zusätzlichen "Mietkosten"
widersprechen?
Tu es einfach. Ob das sachlich Erfolg verspricht, hängt von den
räumlichen Gegebenheiten ab.
Gegenüber dem Ferrais-Zähler bringt die "moderne Messeinrichtung"
keinerlei Nutzen; man muß im Gegenteil zusätzlich deren Betriebsstrom
bezahlen.
Das ist bekannt. Vom Betriebsstrom wirst Du vermutlich nicht arm werden
(wenn der nicht primärseitig abgezapft wird).
In der Hoffnung auf hilfreiche Antworten,
de.soc.recht.misc wäre die passende Gruppe gewesen, ein
elektrotechnisches Problem ist das ja nicht. Ich fuppe mal.
Stefan Schmitz
2018-01-10 22:36:03 UTC
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Situation
---------
Der Betreiber unseres Stromnetzes hat angekündigt,
die bisherigen Ferrais-Zähler durch eine "moderne Messeinrichtung"
zu ersetzen.
Er beruft sich dabei auf das "Gesetz zur Digitalisierung der
Energiewende - Messstellenbetriebsgesetz".
Dort steht, daß bei Verbrauchsstellen von > 6.000 kWh/Jahr
eine "intelligente Messeinrichtung" installiert werden soll,
die neben dem Stromverbrauch auch weitere Verbrauchsdetails
an den Stromversorger übertragen soll.
Bei Verbrauchsstellen < 6.000 kWh/Jahr kann eine "moderne
Messeinrichtung" installiert werden. Diese moderne-, unterscheidet
sich gegenüber einer intelligente Messeinrichtung angeblich
dadurch, daß keine Datenverbindung zum Stromversorger besteht.
Voraussetzung für die Installation ist aber erstens die technische Möglichkeit
und zweitens die wirtschaftliche Vertretbarkeit.
Gegenüber den bisher üblichen Ferrais-Zählern soll für eine
"moderne Messeinrichtung" zusätzlich 20.-€/Jahr berechnet werden.
Und die 20 Euro liegen unter der Höchstgrenze, die in § 31 III festgelegt sind,
die wirtschaftliche Vertretbarkeit ist also gegeben. Aber nur für Einbauten ab
2020. Ein Einbau schon jetzt dürfte demnach nicht erlaubt sein.
Klaus Beutel
2018-01-12 16:50:10 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Situation
---------
Der Betreiber unseres Stromnetzes hat angekündigt,
die bisherigen Ferrais-Zähler durch eine "moderne Messeinrichtung"
zu ersetzen.
Er beruft sich dabei auf das "Gesetz zur Digitalisierung der
Energiewende - Messstellenbetriebsgesetz".
[...]
Voraussetzung für die Installation ist aber erstens die technische Möglichkeit
und zweitens die wirtschaftliche Vertretbarkeit.
Gegenüber den bisher üblichen Ferrais-Zählern soll für eine
"moderne Messeinrichtung" zusätzlich 20.-€/Jahr berechnet werden.
Und die 20 Euro liegen unter der Höchstgrenze, die in § 31 III festgelegt sind,
die wirtschaftliche Vertretbarkeit ist also gegeben. Aber nur für Einbauten ab
2020. Ein Einbau schon jetzt dürfte demnach nicht erlaubt sein.
Danke für die Antwort.

Im Wesentlichen geht es mir hier um zwei Dinge.

Laut Gesetzestext ist bei einem Stromverbrauch <6.000 kWh/Jahr
der Einbau eines "modernen" (Intelligent / Digital ?) Zählers
erst ab 2020 und nur dann geplant, wenn dies der Betreiber für
erforderlich hält.
Hier scheint es der Betreiber aber unter dem Vorwand "Einbau ab 2018"
schon jetzt zu tun und überall "Smartmeter" einzubauen zu wollen,
denn es wird wohl keinen Unterschied zwischen "modernen" und
"intelligenten" Zählern geben.

Auch für "moderne"(angeblich nur digital anzeigende) Zähler ohne Daten-
übermittlung ist eine Betriebsgebühr von max. 20.-€/Jahr vorgesehen.
Diese ist m.E. völlig ungerechtfertigt da sich an der Leistungs-
situation zwischen Netzbetreiber und Verbraucher nichts ändert.
Der Verbrauch soll wie bisher auch, per Postkarte, Telefon oder
Online an den Netzbetreiber und den Stromlieferanten gemeldet
werden.

Mit welchen "belastbaren" Argumenten könnte ich dem zwangsweisen
Einbau eines "modernen" Stromzählers, zumindest bis 2020
widersprechen?

Gruß
Klaus Beutel
Rupert Haselbeck
2018-01-12 17:40:09 UTC
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Post by Klaus Beutel
Mit welchen "belastbaren" Argumenten könnte ich dem zwangsweisen
Einbau eines "modernen" Stromzählers, zumindest bis 2020
widersprechen?
Du könntest darauf verweisen, dass du den Stromliefervertrag gekündigt hast.
Allerdings müsstest du das natürlich wirklich getan haben...

Ansonsten wird es keine sonderlich vernünftigen Argumente geben. Wenn
nirgends geschrieben steht, dass der Einbau eines "modernen" Stromzählers
derzeit verboten oder etwa von der Zustimmung des Kunden abhängig wäre, dann
dürfte es Sache des Netzbetreibers sein, was er verbaut. Vernünftigerweise
wird er also bereits jetzt die modernen Geräte verwenden statt veraltete
Ferraris-Zähler zu kaufen, die er in 10 oder 15 Jahren womöglich vorzeitig
ersetzen müsste.
Was sollte die Situation in zwei Jahren von der heutigen so wesentlich
unterscheiden, dass man davon die Art des Stromzählers abhängig machen
könnte?

MfG
Rupert
Marc Haber
2018-01-13 09:42:30 UTC
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Post by Rupert Haselbeck
Post by Klaus Beutel
Mit welchen "belastbaren" Argumenten könnte ich dem zwangsweisen
Einbau eines "modernen" Stromzählers, zumindest bis 2020
widersprechen?
Du könntest darauf verweisen, dass du den Stromliefervertrag gekündigt hast.
Allerdings müsstest du das natürlich wirklich getan haben...
Sicher, dass das Funktioniert? Üblicherweise wird der Stromzähler vom
Netzbetreiber, den man sich auch heute nicht aussuchen kann, gesetzt
und betrieben.

Unternehmer, die als eigenständige Meßstellenbetreiber auftreten, gibt
es zwar, aber selten.

Grüße
Marc
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Stefan Schmitz
2018-01-12 17:45:33 UTC
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Post by Klaus Beutel
Auch für "moderne"(angeblich nur digital anzeigende) Zähler ohne Daten-
übermittlung ist eine Betriebsgebühr von max. 20.-€/Jahr vorgesehen.
Oh sorry. Ich habe übersehen, dass in § 29 MsbG zwischen modernen und
intelligenten Messsystemen unterschieden wird.
Post by Klaus Beutel
Mit welchen "belastbaren" Argumenten könnte ich dem zwangsweisen
Einbau eines "modernen" Stromzählers, zumindest bis 2020
widersprechen?
Gar nicht. Für moderne Zähler gibt es die Grenze 2020 nicht und die
wirtschaftliche Vertretbarkeit ist auf 20 Euro festgesetzt.
Die Betreiber sind zur Umrüstung verpflichtet, soweit es wirtschaftlich
vertretbar ist.
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