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Mithoerenlassen bei Telefonaten
(zu alt für eine Antwort)
Alexander Goetzenstein
2017-04-18 14:43:54 UTC
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Raw Message
Hallo,
heute gab es eine Diskussion, ob das unangekündigte Mithörenlassen bei
Telefonaten zulässig sei oder nicht. Da gab es Meinungen von
Fernmeldegeheimnis, Verletzung der Vertraulichkeit und dass es dafür
keine Vorschrift gebe und es daher ohne weiteres zulässig sei, bspw.
ohne weitere Unterrichtung des Telefonpartners weitere Person(en) per
Lautsprecheinrichtung mithören zu lassen.

Was ist richtig, und warum/wo nachzulesen?
--
Gruß
Alex
Gerald Gruner
2017-04-18 17:29:41 UTC
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Raw Message
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
heute gab es eine Diskussion, ob das unangekündigte Mithörenlassen bei
Telefonaten zulässig sei oder nicht. Da gab es Meinungen von
Fernmeldegeheimnis, Verletzung der Vertraulichkeit und dass es dafür
keine Vorschrift gebe und es daher ohne weiteres zulässig sei, bspw.
ohne weitere Unterrichtung des Telefonpartners weitere Person(en) per
Lautsprecheinrichtung mithören zu lassen.
Was ist richtig, und warum/wo nachzulesen?
Das Fernmeldegeheimnis betrifft das Aufzeichnen. Andere heimlich mithören
zu lassen, ohne das anzukündigen, betrifft das Persönlichkeitsrecht und ist
wohl meist nicht strafbar, aber mindestens sehr unhöflich.
Heimlich Mitgehörtes in vielen (nicht allen!) Fällen ist allerdings vor
Gericht nicht als als Beweismittel verwendbar. Siehe z.B.:
http://www.dr-bahr.com/news/beweisverwertungsverbot-bei-heimlich-laut-gestelltem-telefongespraech.html
oder mehr Details unter:
http://lmgtfy.com/?q=telefonat+mith%C3%B6ren+lassen

MfG
Gerald
--
No trees were killed in the sending of this message. However
a large number of electrons were terribly inconvenienced.
Frank Hucklenbroich
2017-04-19 07:52:44 UTC
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Post by Gerald Gruner
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
heute gab es eine Diskussion, ob das unangekündigte Mithörenlassen bei
Telefonaten zulässig sei oder nicht. Da gab es Meinungen von
Fernmeldegeheimnis, Verletzung der Vertraulichkeit und dass es dafür
keine Vorschrift gebe und es daher ohne weiteres zulässig sei, bspw.
ohne weitere Unterrichtung des Telefonpartners weitere Person(en) per
Lautsprecheinrichtung mithören zu lassen.
Was ist richtig, und warum/wo nachzulesen?
Das Fernmeldegeheimnis betrifft das Aufzeichnen. Andere heimlich mithören
zu lassen, ohne das anzukündigen, betrifft das Persönlichkeitsrecht und ist
wohl meist nicht strafbar, aber mindestens sehr unhöflich.
Rein praktisch gesehen dürfte das gar nicht so selten vorkommen - wenn man
Beifahrer in einem Auto ist, und der Fahrer wird angerufen, dann hört man
zwangsläufig über die Freisprecheinrichtung mit. Es wäre schon etwas
merkwürdig, wenn man sich in so einem Fall automatisch strafbar macht.

Manche Verkehrsteilnehmer haben ihre Freisprecheinrichtung auch so laut
gestellt, daß Passanten problemlos mithören können/müssen, was da gerade
beredet wird.

Höflich ist es in jedem Fall, den Gesprächspartner darauf hinzuweisen, daß
da noch jemand mithört, wenn z.B. ein Kollege mit im Auto sitzt. Dann kann
er selbst entscheiden, ob er ggfs. später nochmal anruft.

Grüße,

Frank
Wolfgang Jäth
2017-04-19 09:32:42 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Gerald Gruner
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
heute gab es eine Diskussion, ob das unangekündigte Mithörenlassen bei
Telefonaten zulässig sei oder nicht. Da gab es Meinungen von
Fernmeldegeheimnis, Verletzung der Vertraulichkeit und dass es dafür
keine Vorschrift gebe und es daher ohne weiteres zulässig sei, bspw.
ohne weitere Unterrichtung des Telefonpartners weitere Person(en) per
Lautsprecheinrichtung mithören zu lassen.
Was ist richtig, und warum/wo nachzulesen?
Das Fernmeldegeheimnis betrifft das Aufzeichnen. Andere heimlich mithören
zu lassen, ohne das anzukündigen, betrifft das Persönlichkeitsrecht und ist
wohl meist nicht strafbar, aber mindestens sehr unhöflich.
Rein praktisch gesehen dürfte das gar nicht so selten vorkommen - wenn man
Beifahrer in einem Auto ist, und der Fahrer wird angerufen, dann hört man
zwangsläufig über die Freisprecheinrichtung mit. Es wäre schon etwas
merkwürdig, wenn man sich in so einem Fall automatisch strafbar macht.
Nein, das ist nicht merkwürdig sondern juristisch tatsächlich so;
allerdings wird wohl in den meisten Fällen vom Gesprächspartner keine
Anzeige deswegen kassieren.
Post by Frank Hucklenbroich
Manche Verkehrsteilnehmer haben ihre Freisprecheinrichtung auch so laut
gestellt, daß Passanten problemlos mithören können/müssen, was da gerade
beredet wird.
Nur weil etwas häufiger gemacht wird, sei es Fremde mit hören lassen, zu
schnell oder unangeschnallt fahren, wildpinkeln, oder was auch immer du
möchtest, bedeutet das nicht automatisch, dass es erlaubt wäre.
Post by Frank Hucklenbroich
Höflich ist es in jedem Fall, den Gesprächspartner darauf hinzuweisen, daß
da noch jemand mithört, wenn z.B. ein Kollege mit im Auto sitzt.
Das ist aus juristischer Sicht nicht nur höflich sondern zwingend
erforderlich.

Wolfgang
--
Frank Hucklenbroich
2017-04-19 09:40:59 UTC
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Post by Wolfgang Jäth
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Gerald Gruner
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
heute gab es eine Diskussion, ob das unangekündigte Mithörenlassen bei
Telefonaten zulässig sei oder nicht. Da gab es Meinungen von
Fernmeldegeheimnis, Verletzung der Vertraulichkeit und dass es dafür
keine Vorschrift gebe und es daher ohne weiteres zulässig sei, bspw.
ohne weitere Unterrichtung des Telefonpartners weitere Person(en) per
Lautsprecheinrichtung mithören zu lassen.
Was ist richtig, und warum/wo nachzulesen?
Das Fernmeldegeheimnis betrifft das Aufzeichnen. Andere heimlich mithören
zu lassen, ohne das anzukündigen, betrifft das Persönlichkeitsrecht und ist
wohl meist nicht strafbar, aber mindestens sehr unhöflich.
Rein praktisch gesehen dürfte das gar nicht so selten vorkommen - wenn man
Beifahrer in einem Auto ist, und der Fahrer wird angerufen, dann hört man
zwangsläufig über die Freisprecheinrichtung mit. Es wäre schon etwas
merkwürdig, wenn man sich in so einem Fall automatisch strafbar macht.
Nein, das ist nicht merkwürdig sondern juristisch tatsächlich so;
allerdings wird wohl in den meisten Fällen vom Gesprächspartner keine
Anzeige deswegen kassieren.
Wenn ich, ohne selbst aktiv zu werden, gezwungernermaßen mithören muss,
obwohl ich das vielleicht eigentlich gar nicht will? Ist das nicht analog
zu einem Gespräch in der Straßenbahn zu sehen, das man zufällig mithört,
weil die Leute so laut miteinander sprechen?

Grüße,

Frank
Mathias Fuhrmann
2017-04-19 10:12:02 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Wolfgang Jäth
Post by Frank Hucklenbroich
Rein praktisch gesehen dürfte das gar nicht so selten vorkommen - wenn man
Beifahrer in einem Auto ist, und der Fahrer wird angerufen, dann hört man
zwangsläufig über die Freisprecheinrichtung mit. Es wäre schon etwas
merkwürdig, wenn man sich in so einem Fall automatisch strafbar macht.
Nein, das ist nicht merkwürdig sondern juristisch tatsächlich so;
allerdings wird wohl in den meisten Fällen vom Gesprächspartner keine
Anzeige deswegen kassieren.
Wenn ich, ohne selbst aktiv zu werden, gezwungernermaßen mithören muss,
obwohl ich das vielleicht eigentlich gar nicht will? Ist das nicht analog
zu einem Gespräch in der Straßenbahn zu sehen, das man zufällig mithört,
weil die Leute so laut miteinander sprechen?
Meint er etwa, daß sich der Fahrer strafbar macht?
Ansonsten käme mir "Der Vertrag“ von Ludwig Thoma in den Sinn. ;-)
Ja, Satire ... oder so.
--
Mathias
Frank Hucklenbroich
2017-04-19 11:00:39 UTC
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Raw Message
Post by Mathias Fuhrmann
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Wolfgang Jäth
Post by Frank Hucklenbroich
Rein praktisch gesehen dürfte das gar nicht so selten vorkommen - wenn man
Beifahrer in einem Auto ist, und der Fahrer wird angerufen, dann hört man
zwangsläufig über die Freisprecheinrichtung mit. Es wäre schon etwas
merkwürdig, wenn man sich in so einem Fall automatisch strafbar macht.
Nein, das ist nicht merkwürdig sondern juristisch tatsächlich so;
allerdings wird wohl in den meisten Fällen vom Gesprächspartner keine
Anzeige deswegen kassieren.
Wenn ich, ohne selbst aktiv zu werden, gezwungernermaßen mithören muss,
obwohl ich das vielleicht eigentlich gar nicht will? Ist das nicht analog
zu einem Gespräch in der Straßenbahn zu sehen, das man zufällig mithört,
weil die Leute so laut miteinander sprechen?
Meint er etwa, daß sich der Fahrer strafbar macht?
Der macht sich definitiv strafbar, wenn er ohne FSE am Steuer telefoniert.
Catch 22.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2017-04-19 13:18:01 UTC
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Raw Message
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Mathias Fuhrmann
Meint er etwa, daß sich der Fahrer strafbar macht?
Der macht sich definitiv strafbar, wenn er ohne FSE am Steuer telefoniert.
Und ich hatte das immer für eine OWi gehalten...

Gruß, ULF
niemand und keiner hats gelesen
2017-04-19 15:54:20 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Mathias Fuhrmann
Meint er etwa, daß sich der Fahrer strafbar macht?
Der macht sich definitiv strafbar, wenn er ohne FSE am Steuer telefoniert.
Und ich hatte das immer für eine OWi gehalten...
Es ist ein Verstoß laut StVG §24 und mit einer Strafe von bis zu 1000€ belegt:

http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/pocket-politik/16568/straftat

https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__24.html
U***@web.de
2017-04-20 08:43:02 UTC
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Raw Message
Post by niemand und keiner hats gelesen
Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Mathias Fuhrmann
Meint er etwa, daß sich der Fahrer strafbar macht?
Der macht sich definitiv strafbar, wenn er ohne FSE am Steuer telefoniert.
Und ich hatte das immer für eine OWi gehalten...
http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/pocket-politik/16568/straftat
Siehe Strafandrohung.
Post by niemand und keiner hats gelesen
https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__24.html
Wird da eine *Strafe* angedroht?
Mathias Fuhrmann
2017-04-20 09:01:06 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by niemand und keiner hats gelesen
https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__24.html
Wird da eine *Strafe* angedroht?
Für den 'normalen' Bürger, ja. :-)
--
Mathias
r***@quiddjes.de
2017-04-21 09:23:37 UTC
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Raw Message
Post by Frank Hucklenbroich
Wenn ich, ohne selbst aktiv zu werden, gezwungernermaßen mithören muss,
obwohl ich das vielleicht eigentlich gar nicht will? Ist das nicht analog
zu einem Gespräch in der Straßenbahn zu sehen, das man zufällig mithört,
weil die Leute so laut miteinander sprechen?
Ach, dein Gesprächspartner am Telefon SIEHT, wer um dich herumsitzt?


Ralf *das ist der unterschied!
Stefan Schmitz
2017-04-21 15:30:29 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Jäth
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Gerald Gruner
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
heute gab es eine Diskussion, ob das unangekündigte Mithörenlassen bei
Telefonaten zulässig sei oder nicht. Da gab es Meinungen von
Fernmeldegeheimnis, Verletzung der Vertraulichkeit und dass es dafür
keine Vorschrift gebe und es daher ohne weiteres zulässig sei, bspw.
ohne weitere Unterrichtung des Telefonpartners weitere Person(en) per
Lautsprecheinrichtung mithören zu lassen.
Was ist richtig, und warum/wo nachzulesen?
Das Fernmeldegeheimnis betrifft das Aufzeichnen. Andere heimlich mithören
zu lassen, ohne das anzukündigen, betrifft das Persönlichkeitsrecht und ist
wohl meist nicht strafbar, aber mindestens sehr unhöflich.
Rein praktisch gesehen dürfte das gar nicht so selten vorkommen - wenn man
Beifahrer in einem Auto ist, und der Fahrer wird angerufen, dann hört man
zwangsläufig über die Freisprecheinrichtung mit. Es wäre schon etwas
merkwürdig, wenn man sich in so einem Fall automatisch strafbar macht.
Nein, das ist nicht merkwürdig sondern juristisch tatsächlich so;
allerdings wird wohl in den meisten Fällen vom Gesprächspartner keine
Anzeige deswegen kassieren.
Welcher Straftatbestand wäre denn erfüllt?
Andreas Portz
2017-04-21 16:00:51 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stefan Schmitz
Welcher Straftatbestand wäre denn erfüllt?
Wer schrieb von einer Straftat?


-Andreas
Stefan Schmitz
2017-04-22 20:05:31 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Portz
Post by Stefan Schmitz
Welcher Straftatbestand wäre denn erfüllt?
Wer schrieb von einer Straftat?
Frank: Wäre merkwürdig, wenn man sich strafbar macht.
Wolfgang: Ist aber so.
Thomas Hochstein
2017-04-29 12:42:53 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Portz
Post by Stefan Schmitz
Post by Wolfgang Jäth
Post by Frank Hucklenbroich
Rein praktisch gesehen dürfte das gar nicht so selten vorkommen - wenn man
Beifahrer in einem Auto ist, und der Fahrer wird angerufen, dann hört man
zwangsläufig über die Freisprecheinrichtung mit. Es wäre schon etwas
merkwürdig, wenn man sich in so einem Fall automatisch strafbar macht.
^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^
Post by Andreas Portz
Post by Stefan Schmitz
Post by Wolfgang Jäth
Nein, das ist nicht merkwürdig sondern juristisch tatsächlich so;
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Post by Andreas Portz
Post by Stefan Schmitz
Post by Wolfgang Jäth
allerdings wird wohl in den meisten Fällen vom Gesprächspartner keine
Anzeige deswegen kassieren.
Welcher Straftatbestand wäre denn erfüllt?
Wer schrieb von einer Straftat?
Merkst Du selbst, oder?

r***@quiddjes.de
2017-04-21 09:22:24 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Frank Hucklenbroich
Rein praktisch gesehen dürfte das gar nicht so selten vorkommen - wenn man
Beifahrer in einem Auto ist, und der Fahrer wird angerufen, dann hört man
zwangsläufig über die Freisprecheinrichtung mit. Es wäre schon etwas
merkwürdig, wenn man sich in so einem Fall automatisch strafbar macht.
Dann ist mein erster Satz "Ich hab die Freispreche an, xxx ist hier und hört zu".

Selbst wenn ich nur nicht alleine bin (aus einem Zug kann man nicht mal so eben
aussteigen, weil das Telefon klingelt), sage ich das.

Das erwarte ich auch von Gesprächspartnern - leider oft vergebens.


Ralf
Alexander Goetzenstein
2017-04-21 17:25:59 UTC
Permalink
Raw Message
Hallo,
Post by r***@quiddjes.de
Dann ist mein erster Satz "Ich hab die Freispreche an, xxx ist hier und hört zu".
Selbst wenn ich nur nicht alleine bin (aus einem Zug kann man nicht mal so eben
aussteigen, weil das Telefon klingelt), sage ich das.
Das erwarte ich auch von Gesprächspartnern - leider oft vergebens.
genau das war ausdrückliche Dienstanweisung bei meinem letzten
Arbeitgeber, und die wurde auch durchaus ernstgenommen. Mit ein wenig
Eingewöhnung ist das auch kein Ding; es stört nicht und fördert gutes
Klima -ganz abgesehen vom rechtlichen Erfordernis.
--
Gruß
Alex
Stefan
2017-04-21 08:20:11 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gerald Gruner
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
heute gab es eine Diskussion, ob das unangekündigte Mithörenlassen bei
Telefonaten zulässig sei oder nicht. Da gab es Meinungen von
Fernmeldegeheimnis, Verletzung der Vertraulichkeit und dass es dafür
keine Vorschrift gebe und es daher ohne weiteres zulässig sei, bspw.
ohne weitere Unterrichtung des Telefonpartners weitere Person(en) per
Lautsprecheinrichtung mithören zu lassen.
Was ist richtig, und warum/wo nachzulesen?
Das Fernmeldegeheimnis betrifft das Aufzeichnen. Andere heimlich mithören
zu lassen, ohne das anzukündigen, betrifft das Persönlichkeitsrecht und ist
wohl meist nicht strafbar, aber mindestens sehr unhöflich.
Ich hatte mal den Fall, dass mich ein Telkommitarbeiter anrief und
sagte: "Ich hab da gerade mitgehört. Das wusste ich ja noch gar nicht."

;-)
Wolfgang Jäth
2017-04-18 17:27:55 UTC
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Raw Message
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
heute gab es eine Diskussion, ob das unangekündigte Mithörenlassen bei
Telefonaten zulässig sei oder nicht. Da gab es Meinungen von
Fernmeldegeheimnis, Verletzung der Vertraulichkeit und dass es dafür
keine Vorschrift gebe und es daher ohne weiteres zulässig sei, bspw.
ohne weitere Unterrichtung des Telefonpartners weitere Person(en) per
Lautsprecheinrichtung mithören zu lassen.
Was ist richtig, und warum/wo nachzulesen?
http://www.nuernberger-schluender.de/wp-content/uploads/Mithoeren.pdf

(der in dem Artikel angegebene Link funktioniert nicht; der richtige
Link lautet
https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2002/10/rs20021009_1bvr161196.html
).


Wolfgang
--
niemand und keiner hats gelesen
2017-04-18 17:42:47 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Jäth
https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2002/10/rs20021009_1bvr161196.html
Mit Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG kann man alles definieren wie man will.
Und wenn es das BVG macht, kann es daraus sozusagen beliebige Gesetzeswirkungen generieren.
Wenn ich mich mit einem Geschäftspartner treffe, dürfte ich mit der Argumentation auch nicht zu meiner Frau sagen:
"stell dich mal ins Nebenzimmer und hör zu".
r***@quiddjes.de
2017-04-23 17:14:47 UTC
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Post by niemand und keiner hats gelesen
Post by Wolfgang Jäth
https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2002/10/rs20021009_1bvr161196.html
Mit Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG kann man alles definieren wie man will.
Und wenn es das BVG macht, kann es daraus sozusagen beliebige Gesetzeswirkungen generieren.
"stell dich mal ins Nebenzimmer und hör zu".
Das ist ja was vollkommen anderes. Ist die Tür zum Nebenzimmer geschlossen, sollte man im Nebenzimmer nichts hören können (von einer normalen Verhandlung). Ist die Tür offen, sieht der Gesprächspartner das und kann sie schließen (lassen).

Am Telefon kann ich eben nicht sehen, wer mithört.


Ralf
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