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E-Mail-Werbung
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Ulrich Maier
2018-01-11 23:48:51 UTC
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Raw Message
Zeitungsverlage bieten häufig an, Dritte auf einen Artikel aufmerksam zu
machen. Man klickt auf das entsprechende Symbol, gibt die eigene
E-Mail-Adresse und die des Empfängers an, und ggf. einen Text. Der
Empfänger erhält vom Zeitungsverlag eine Mail mit einem Link auf den
Artikel.

Wie sieht es aus, wenn dieses Verfahren bei einer kommerziellen Webseite
angewandt wird? Wäre dies grundsätzlich, also auch bei reiner
Information (Herr X möchte Sie auf die Webseite www.xxx.de zum Thema xxx
aufmerksam machen, zzgl. der Kommentar von Herrn X) als eine
möglicherweise unerwünschte, abmahnfähige Werbezusendundung anzusehen?
Gibt es dazu ggf. ein Urteil?

(Ich erinnere mich, dass RA Gravenreuth weiland eine Partei erfolgreich
abmahnte, von der er auf diese Weise eine angeblich unerwünschte
Empfehlung erhalten habe.)

Ulrich
Wolfgang Jäth
2018-01-12 06:42:33 UTC
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Post by Ulrich Maier
Zeitungsverlage bieten häufig an, Dritte auf einen Artikel aufmerksam zu
machen. Man klickt auf das entsprechende Symbol, gibt die eigene
E-Mail-Adresse und die des Empfängers an, und ggf. einen Text. Der
Empfänger erhält vom Zeitungsverlag eine Mail mit einem Link auf den
Artikel.
Gips sowas tatsächlich immer noch? Ich war eigentlich der Meinung, das
Risiko dabei sei den meisten Werbetreibenden inzwischen zu groß.
Post by Ulrich Maier
Wie sieht es aus, wenn dieses Verfahren bei einer kommerziellen Webseite
angewandt wird? Wäre dies grundsätzlich, also auch bei reiner
Information (Herr X möchte Sie auf die Webseite www.xxx.de zum Thema xxx
aufmerksam machen, zzgl. der Kommentar von Herrn X) als eine
möglicherweise unerwünschte, abmahnfähige Werbezusendundung anzusehen?
Gibt es dazu ggf. ein Urteil?
Gips sicherlich; aber dafür reicht eine Gesetzesstelle:

§ 28 Abs. 3 Satz 1 BDSG:

| Die Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten für Zwecke des
| Adresshandels oder der *Werbung* [Hervorhebung von mir] ist zulässig,
| soweit der Betroffene eingewilligt hat und im Falle einer nicht
| schriftlich erteilten Einwilligung die verantwortliche Stelle nach
| Absatz 3a verfährt.

Ohne eine solche vorherige Einwilligung des /Betroffenen/ ist sie *nicht*
zulässig. Da hilft auch keine Einwilligung eines /Dritten/ (hier Herrn X).

Wolfgang
--
If I could, I would wish for ONE news INDEED being a fake, namely for
the news of this immature cockalorum in fact became President of the
United States.
Stefan Schmitz
2018-01-12 16:52:44 UTC
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Post by Wolfgang Jäth
| Die Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten für Zwecke des
| Adresshandels oder der *Werbung* [Hervorhebung von mir] ist zulässig,
| soweit der Betroffene eingewilligt hat und im Falle einer nicht
| schriftlich erteilten Einwilligung die verantwortliche Stelle nach
| Absatz 3a verfährt.
Ohne eine solche vorherige Einwilligung des /Betroffenen/ ist sie *nicht*
zulässig. Da hilft auch keine Einwilligung eines /Dritten/ (hier Herrn X).
Dann sind also die ganzen Kunden-werben-Kunden-Aktionen diversester Branchen
verboten?
Wolfgang Jäth
2018-01-12 18:05:17 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Wolfgang Jäth
| Die Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten für Zwecke des
| Adresshandels oder der *Werbung* [Hervorhebung von mir] ist zulässig,
| soweit der Betroffene eingewilligt hat und im Falle einer nicht
| schriftlich erteilten Einwilligung die verantwortliche Stelle nach
| Absatz 3a verfährt.
Ohne eine solche vorherige Einwilligung des /Betroffenen/ ist sie *nicht*
zulässig. Da hilft auch keine Einwilligung eines /Dritten/ (hier Herrn X).
Dann sind also die ganzen Kunden-werben-Kunden-Aktionen diversester Branchen
verboten?
Ich kenn das eigentlich nur so, dass dann auf dem Rechner des
Werbewollenden ein Fenster dessen Email-Client auf geht, in dem zwar
alles vorausgefüllt ist, aber letztlich dieser die Email selber absenden
muss. Dadurch ist der Beworbene außen vor.

Wolfgang
--
If I could, I would wish for ONE news INDEED being a fake, namely for
the news of this immature cockalorum in fact became President of the
United States.
Stefan Schmitz
2018-01-12 18:31:48 UTC
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Post by Wolfgang Jäth
Post by Stefan Schmitz
Post by Wolfgang Jäth
| Die Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten für Zwecke des
| Adresshandels oder der *Werbung* [Hervorhebung von mir] ist zulässig,
| soweit der Betroffene eingewilligt hat und im Falle einer nicht
| schriftlich erteilten Einwilligung die verantwortliche Stelle nach
| Absatz 3a verfährt.
Ohne eine solche vorherige Einwilligung des /Betroffenen/ ist sie *nicht*
zulässig. Da hilft auch keine Einwilligung eines /Dritten/ (hier Herrn X).
Dann sind also die ganzen Kunden-werben-Kunden-Aktionen diversester Branchen
verboten?
Ich kenn das eigentlich nur so, dass dann auf dem Rechner des
Werbewollenden ein Fenster dessen Email-Client auf geht, in dem zwar
alles vorausgefüllt ist, aber letztlich dieser die Email selber absenden
muss. Dadurch ist der Beworbene außen vor.
Ich kenne das nur so, dass der Kunde dem Unternehmen die Adresse eines
potenziellen Neukunden nennt und das Unternehmen dem dann (Papier-)Post schickt.

Einwilligungen kann man übrigens nicht nur persönlich und ausdrücklich
erteilen, sondern auch durch einen Bevollmächtigten und konkludent. Wäre es
anders, erforderte das einen immensen Aufwand, um vor Versand von Werbung
sicherzustellen, dass der Einwilligende mit dem Empfänger identisch ist.
Rupert Haselbeck
2018-01-12 17:30:09 UTC
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Post by Wolfgang Jäth
Post by Ulrich Maier
Zeitungsverlage bieten häufig an, Dritte auf einen Artikel aufmerksam zu
machen. Man klickt auf das entsprechende Symbol, gibt die eigene
E-Mail-Adresse und die des Empfängers an, und ggf. einen Text. Der
Empfänger erhält vom Zeitungsverlag eine Mail mit einem Link auf den
Artikel.
Gips sowas tatsächlich immer noch? Ich war eigentlich der Meinung, das
Risiko dabei sei den meisten Werbetreibenden inzwischen zu groß.
Post by Ulrich Maier
Wie sieht es aus, wenn dieses Verfahren bei einer kommerziellen Webseite
angewandt wird? Wäre dies grundsätzlich, also auch bei reiner
Information (Herr X möchte Sie auf die Webseite www.xxx.de zum Thema xxx
aufmerksam machen, zzgl. der Kommentar von Herrn X) als eine
möglicherweise unerwünschte, abmahnfähige Werbezusendundung anzusehen?
Gibt es dazu ggf. ein Urteil?
Gips sicherlich;
Will sehen
Post by Wolfgang Jäth
| Die Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten für Zwecke des
| Adresshandels oder der *Werbung* [Hervorhebung von mir] ist zulässig,
| soweit der Betroffene eingewilligt hat und im Falle einer nicht
| schriftlich erteilten Einwilligung die verantwortliche Stelle nach
| Absatz 3a verfährt.
Ohne eine solche vorherige Einwilligung des /Betroffenen/ ist sie *nicht*
zulässig. Da hilft auch keine Einwilligung eines /Dritten/ (hier Herrn X).
Und das, obgleich der Herr X hier nicht etwa einer Zusendung durch den
Verlag zustimmt, sondern die Zusendung der Email selbst veranlasst?
Überdies: Ist das denn eine Verwendung für *Werbung*? Wessen Werbung? Für
was?

MfG
Rupert
Ulrich Maier
2018-01-13 15:41:17 UTC
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Post by Rupert Haselbeck
Post by Wolfgang Jäth
Post by Ulrich Maier
Zeitungsverlage bieten häufig an, Dritte auf einen Artikel aufmerksam zu
machen. Man klickt auf das entsprechende Symbol, gibt die eigene
E-Mail-Adresse und die des Empfängers an, und ggf. einen Text. Der
Empfänger erhält vom Zeitungsverlag eine Mail mit einem Link auf den
Artikel.
Gips sowas tatsächlich immer noch? Ich war eigentlich der Meinung, das
Risiko dabei sei den meisten Werbetreibenden inzwischen zu groß.
Kaum eine Online-Zeitung bietet das nicht an!
Post by Rupert Haselbeck
Post by Wolfgang Jäth
Post by Ulrich Maier
Wie sieht es aus, wenn dieses Verfahren bei einer kommerziellen Webseite
angewandt wird? Wäre dies grundsätzlich, also auch bei reiner
Information (Herr X möchte Sie auf die Webseite www.xxx.de zum Thema xxx
aufmerksam machen, zzgl. der Kommentar von Herrn X) als eine
möglicherweise unerwünschte, abmahnfähige Werbezusendundung anzusehen?
Gibt es dazu ggf. ein Urteil?
[...]
Post by Rupert Haselbeck
Post by Wolfgang Jäth
Ohne eine solche vorherige Einwilligung des /Betroffenen/ ist sie *nicht*
zulässig. Da hilft auch keine Einwilligung eines /Dritten/ (hier Herrn X).
Und das, obgleich der Herr X hier nicht etwa einer Zusendung durch den
Verlag zustimmt, sondern die Zusendung der Email selbst veranlasst?
Überdies: Ist das denn eine Verwendung für *Werbung*? Wessen Werbung? Für
was?
Wir sind hier bei dem analogen Verfahren auf einer kommerziellen
Webseite, die irgend ein Produkt oder eine Dienstleistung präsentiert.

Davon, dass Herr X seinen Bekannten Y auf die Seite aufmerksam macht,
profitiert natürlich auch der Webseitenbetreiber. Der Hinweis auf die
Seite wird zwar von X angestoßen, aber von der Webseite an Y weitergelietet.

Sicher völlig unproblematisch wäre sicher, eine E-Mail zu öffnen und
entsprechend vorzubelegen. Allerdings dürfte der Webseitenbetreiber die
beiden E-Mail-Adressen nicht speichern!

Ulrich
Stefan Schmitz
2018-01-13 21:30:01 UTC
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Post by Ulrich Maier
Sicher völlig unproblematisch wäre sicher, eine E-Mail zu öffnen und
entsprechend vorzubelegen. Allerdings dürfte der Webseitenbetreiber die
beiden E-Mail-Adressen nicht speichern!
Solches habe ich schon mal geschrieben, konnte es aber nicht abschicken.

Bei den Empfehlungsmails passiert doch de facto genau das, nur dass die Mail
nicht vom Client des Nutzers, sondern über die Website verschickt wird.
Vielleicht war bei Gravenreuth damals das Problem, dass als Absender der Mail
nicht der Werber, sondern die Partei genannt wurde.
Harald Klotz
2018-01-13 23:19:04 UTC
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Post by Wolfgang Jäth
Ohne eine solche vorherige Einwilligung des /Betroffenen/ ist sie *nicht*
zulässig. Da hilft auch keine Einwilligung eines /Dritten/ (hier Herrn X).
Bei Facebook sind die Belästigungen doch Standard, xxx hat dich
eingeladen die Seite mit Like zu versehen. xxx hat dich eingeladen am
Spiel ... teilzunehmen, nervig der Dreck.

Grüße Harald

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