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Vor Gericht ...
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Ingo Stiller
2017-11-13 19:36:05 UTC
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Guude miteinander

Als einer, der verdammt selten vor Gericht sein muss (aktuell null mal)habe ich mal eine Frage zu von Delikten, begannen vor Gericht.

Sei A eine angeklagte Person, welche vor Gericht durch fortlaufende Störung auffällt. Irgendwann geht A zu Beleidigungen gegenüber den Richter über, beschädigt Sachen und verletzt unter Umständen anwesende Personen.

Das die Person A durch den Richter zur Ruhe gemahnt wird ist klar und wenn es zu toll wird, werden die Gerichtsdiener schon die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.

Jetzt aber die eigentlichen Fragen

1a) Werden die Delikte dem aktuellen Verfahren hinzugefügt
1b) Oder gibt das ein weiteres Verfahren

2a) Kann der ursprüngliche Richter das erweiterte/neue Verfahren führen
2b) Oder muss wegen Befangenheit ein andere Richter das Verfahren führen?

Gruß Ingo
Detlef Meißner
2017-11-13 19:58:23 UTC
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Post by Ingo Stiller
Guude miteinander
Als einer, der verdammt selten vor Gericht sein muss (aktuell null mal)habe ich mal eine Frage zu von Delikten, begannen vor Gericht.
Sei A eine angeklagte Person, welche vor Gericht durch fortlaufende Störung auffällt. Irgendwann geht A zu Beleidigungen gegenüber den Richter über, beschädigt Sachen und verletzt unter Umständen anwesende Personen.
Das die Person A durch den Richter zur Ruhe gemahnt wird ist klar und wenn es zu toll wird, werden die Gerichtsdiener schon die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.
Wenn solche überhaupt anwesend sind.
Post by Ingo Stiller
Jetzt aber die eigentlichen Fragen
1a) Werden die Delikte dem aktuellen Verfahren hinzugefügt
1b) Oder gibt das ein weiteres Verfahren
2a) Kann der ursprüngliche Richter das erweiterte/neue Verfahren führen
2b) Oder muss wegen Befangenheit ein andere Richter das Verfahren führen?
Probier's mal aus! ;-)

Möglicherweise wird sofort vom Richter ein Ordnungsgeld verfügt.
Allerdings kenne ich das nur für bei Nichterscheinen vor Gericht.

Detlef
Diedrich Ehlerding
2017-11-13 20:33:50 UTC
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Post by Ingo Stiller
Das die Person A durch den Richter zur Ruhe gemahnt wird ist klar
und wenn es zu toll wird, werden die Gerichtsdiener schon die
entsprechenden Maßnahmen ergreifen.
Der Vorsitzende wird entsprechende Maßnahmen ergreifen - nämlich erstens
Ordnungsgelder, Ordnungshaft etc. nach GVG § 177 verhängen und zweitens
ggf. den Prozess nach § 231b StPO ohne den Angeklagten weiterführen.
U***@web.de
2017-11-14 11:05:17 UTC
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Moin,

Am Montag, 13. November 2017 20:36:06 UTC+1 schrieb Ingo Stiller:


Passender wäre de.soc.recht.strafrecht gewesen.
Post by Ingo Stiller
Sei A eine angeklagte Person, welche vor Gericht durch fortlaufende Störung auffällt. Irgendwann geht A zu Beleidigungen gegenüber den Richter über, beschädigt Sachen und verletzt unter Umständen anwesende Personen.
Das die Person A durch den Richter zur Ruhe gemahnt wird ist klar und wenn es zu toll wird, werden die Gerichtsdiener
Justizwachtmeister.

Gruß, ULF
Stefan Schmitz
2017-11-14 21:23:21 UTC
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Post by Ingo Stiller
1a) Werden die Delikte dem aktuellen Verfahren hinzugefügt
1b) Oder gibt das ein weiteres Verfahren
Es wird nur das verhandelt, was die Staatsanwaltschaft angeklagt hat. Das steht
in der Anklageschrift, die zu Beginn verlesen wird.
Post by Ingo Stiller
2a) Kann der ursprüngliche Richter das erweiterte/neue Verfahren führen
2b) Oder muss wegen Befangenheit ein andere Richter das Verfahren führen?
Vor allem wird der ursprüngliche Richter in einem Verfahren über die Taten
während seines Prozesses als Zeuge gebraucht. Da kann er nicht gleichzeitig
Richter sein.
Córneliusvar Hánsson
2017-11-15 09:14:18 UTC
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Hi,

ich will mich hier nur mit einer Frage reinmogeln:

Gestern eine Gerichtssendung gesehen. Auf der rechten Seite des
Richters saß ein Tippmäuschen. Es scheint mir unmöglich und unsinnig,
jedes gesprochene Wort so zu protokollieren. Was tippte das Mäuschen
in die Tasten?

Gruß Córneliusvar
Stefan Kaintoch
2017-11-15 10:53:56 UTC
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Stefan Schmitz
2017-11-15 18:07:42 UTC
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Post by Córneliusvar Hánsson
Gestern eine Gerichtssendung gesehen.
Die hat mit der Realität normalerweise herzlich wenig zu tun.
Post by Córneliusvar Hánsson
Auf der rechten Seite des
Richters saß ein Tippmäuschen. Es scheint mir unmöglich und unsinnig,
jedes gesprochene Wort so zu protokollieren. Was tippte das Mäuschen
in die Tasten?
Nur das, was protokolliert werden muss. Also gewisse Formalitäten oder wenn
eine Zeugenaussage für so kritisch gehalten wird, dass das Gericht sie im
Protokoll haben will.
Thomas Hochstein
2017-11-16 19:57:31 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Nur das, was protokolliert werden muss. Also gewisse Formalitäten oder wenn
eine Zeugenaussage für so kritisch gehalten wird, dass das Gericht sie im
Protokoll haben will.
... jedenfalls wenn es um Strafsachen geht und dort um Verhandlungen
vor dem Landgericht. Bei Strafsachen am Amtsgericht werden regelmäßig
auch die Inhalte der Ausssagen protokolliert.
Rupert Haselbeck
2017-11-16 21:10:09 UTC
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Post by Thomas Hochstein
Post by Stefan Schmitz
Nur das, was protokolliert werden muss. Also gewisse Formalitäten oder
wenn eine Zeugenaussage für so kritisch gehalten wird, dass das Gericht
sie im Protokoll haben will.
... jedenfalls wenn es um Strafsachen geht und dort um Verhandlungen
vor dem Landgericht. Bei Strafsachen am Amtsgericht werden regelmäßig
auch die Inhalte der Ausssagen protokolliert.
Aber auch dort gibt es regelmäßig kein Wortprotokoll. Es genügt der
wesentliche Inhalt der Aussage, was gelegentlich zu allerlei
Berichtigungsanträgen Anlass gibt

MfG
Rupert

Stefan
2017-11-16 10:20:17 UTC
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Post by Córneliusvar Hánsson
Hi,
Gestern eine Gerichtssendung gesehen. Auf der rechten Seite des
Richters saß ein Tippmäuschen. Es scheint mir unmöglich und unsinnig,
jedes gesprochene Wort so zu protokollieren. Was tippte das Mäuschen
in die Tasten?
Gruß Córneliusvar
Bei den Gerichtsverhandlungen die ich bisher erlebt habe, hat der
Richter jeweils selber direkt in ein Diktiergerät gesprochen.
Tippmäuschen waren keine anwesend.

Das waren aber ausschließlich Zivilsachen.

Gruß

Stefan
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