Discussion:
Haftpflicht Zeitwert
(zu alt für eine Antwort)
Andreas Ruhnke
2017-09-04 17:30:09 UTC
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Raw Message
Folgendes Problem:
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
Der Nachbar wurde informiert und zudem die eigene Haftpflichtversicherung.
Laut dem Nachbarn handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen. Die
Haftpflichtversicherung will nur 100,-€ zahlen, da es laut den Fotos eher
nach Bagatelle aussieht. der Nachbar will dies so nicht akzeptieren.
1.Kann hierin Gutachter verlangt werden?
2.Wie ließe sich hier der "richtige" Zeitwert ermitteln.
Detlef Meißner
2017-09-04 18:07:32 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Ruhnke
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
Der Nachbar wurde informiert und zudem die eigene Haftpflichtversicherung.
Laut dem Nachbarn handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €.
Der Preis erscheint mir sehr hoch, aber möglich ist natürlich alles.
Post by Andreas Ruhnke
Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen.
Was ist das für ein Bodenbelag?
Eine Beschichtung?
Post by Andreas Ruhnke
Die
Haftpflichtversicherung will nur 100,-€ zahlen, da es laut den Fotos eher
nach Bagatelle aussieht. der Nachbar will dies so nicht akzeptieren.
1.Kann hierin Gutachter verlangt werden?
2.Wie ließe sich hier der "richtige" Zeitwert ermitteln.
Firma soll Kostenvoranschlag machen, der dann der
Haftpflichtversicherung vorgelegt wird. Wenn denen die Kosten zu hoch
erscheinen, schicken sie einen Gutachter. Der prüft dann auch, ob eine
Reparatur möglich ist.

(Ich sehe, dass der Nachbar eine Chance wittert, einen neuen Boden zu
bekommen.)

Detlef
Bastian Blank
2017-09-04 18:24:20 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Ruhnke
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
Was für ein Bodenbelag der für Aussen gedacht ist lässt sich den durch
die Brandlast eines Stück Papiers (wieviel denn?) zu großen Löchern
verhelfen?
Post by Andreas Ruhnke
Der Nachbar wurde informiert und zudem die eigene Haftpflichtversicherung.
Laut dem Nachbarn handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €.
Er hat dir zur Glaubhaftmachung seiner Ansprüche ja bestimmt eine Kopie
der originalen Rechnung zukommen lassen? Ist diese stimmig?
Post by Andreas Ruhnke
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen. Die
Haftpflichtversicherung will nur 100,-€ zahlen, da es laut den Fotos eher
nach Bagatelle aussieht. der Nachbar will dies so nicht akzeptieren.
1.Kann hierin Gutachter verlangt werden?
Klar, sobald er dich auf Schadenersatz verklagt. Deine
Haftpflichtversicherung ist dann auch dazu da um diese Klage abzuwehren.

Ob es andere Wege gibt die Versicherung zu einer höheren Zahlung zu
animieren musst du selber im Vertrag nachlesen.
Post by Andreas Ruhnke
2.Wie ließe sich hier der "richtige" Zeitwert ermitteln.
Im Zweifel ein Gutachter.

Bastian
Georg Wieser
2017-09-04 18:34:59 UTC
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Raw Message
Post by Bastian Blank
Post by Andreas Ruhnke
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
Was für ein Bodenbelag der für Aussen gedacht ist lässt sich den durch
die Brandlast eines Stück Papiers (wieviel denn?) zu großen Löchern
verhelfen?
Ich tippe auf theoretisches Diskussionsmodell....
Diedrich Ehlerding
2017-09-04 19:03:22 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Ruhnke
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
Der Nachbar wurde informiert und zudem die eigene Haftpflichtversicherung.
Laut dem Nachbarn handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen. Die
Haftpflichtversicherung will nur 100,-€ zahlen, da es laut den Fotos eher
nach Bagatelle aussieht. der Nachbar will dies so nicht akzeptieren.
Die Versicherung ist nicht nur dazu da, berechtigte Ansprüche des
Nachbarn zu befriedigen, sondern auch dazu, unberechtigte anzuwehren.
Der Verursacher des Schadens sollte alles, was der Nachbar von ihm
fordert, seiner Versicherung weiterreichen und die fragen, wie er sich
verhalten soll - aber er sollte besser erstmal nix selber anerkennen,
denn das verbieten ihm die üblichen Versicherungsbedingungen.

Wenn die 100 € dem Nachbarn nicht reichen, dann wird er letztlich klagen
müssen (gegen den Verursacher); der teilt das seiner
Haftpflichtversicherung mit (unverzüglich - die Frist zur
Klageerwiderung ist nicht sehr lang - und nachvollziehbar, d.h. per
Einschreiben), und die führt dann den Prozess für ihn bzw. zahlt seinen
Anwalt (wenn sie eben nciht anerkennen will) und zahlt dann das, was der
Richter dem Nachbarn zuspricht.
Post by Andreas Ruhnke
1.Kann hierin Gutachter verlangt werden?
Wer will einen verlangen? Der Nachbar behauptet, dass der Schaden höher
ist als die 100 €; er muss das im Streitfall beweisen. Er kann dazu zB
einen Kostenvoranschlag eines Handwerkers vorlegen, oder auch ein
erstmal privat bezahltes Gutachten. Er kann auch ein
Beweissicherungsverfahren einleiten und dabei einen Gutachter
beauftragen lassen (und erstmal selber bezahlen), wenn er sich im Recht
glaubt und nicht warten will, bis ein evtl. Zivilverfahren durch die
Instanzen gelaufen ist, und dann in Vorleistung gehen und die Reparatur
durchführen, und nachher die Rechnung des Handwerkers (und des
Gutachters) eintreiben.

Wenn er einen Voranschlag vorlegt und den im Zivilprozess als Beweis
einführen will, dann kann auch der Gegner (also der Verursacher und
seine Versicherung) seinerseits ein Gutachten beantragen (und die Kosten
vorschießen).

Letztlich zahlen tut all die Gutachter der, der den Prozess verliert. Da
Zivilprozesse häufig mit einem Vergleich enden (weil die Richter laut
ZPO darauf hinwirken sollen und dies aus eigenem Interesse auch tun,
denn dann müssen sie kein Urteil schreiben und begründen) und da in
solchen Vergleichen typischerweise jeder auf seinen eigenen Kosten
sitzenbleibt, ist es nicht unbedingt in jedem Falle eine gute Idee,
allzuviele Gutachten einholen zu lassen.
Post by Andreas Ruhnke
2.Wie ließe sich hier der "richtige" Zeitwert ermitteln.
Durch ein Gutachten.
Ludger Averborg
2017-09-04 19:53:55 UTC
Permalink
Raw Message
On Mon, 4 Sep 2017 19:30:09 +0200, "Andreas Ruhnke"
Post by Andreas Ruhnke
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
Der Nachbar wurde informiert und zudem die eigene Haftpflichtversicherung.
Laut dem Nachbarn handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen. Die
Haftpflichtversicherung will nur 100,-€ zahlen, da es laut den Fotos eher
nach Bagatelle aussieht. der Nachbar will dies so nicht akzeptieren.
1.Kann hierin Gutachter verlangt werden?
2.Wie ließe sich hier der "richtige" Zeitwert ermitteln.
:
"
Post by Andreas Ruhnke
Es handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen."
Da kann man wohl davon ausgehen, dass der richtige Zeitwert
sehr nah beim heutigen Neupreis liegt.

Der Nachbar sollte sich nicht mit der Versicherung des
Verursachers rumstreiten, sondern vom Verursacher die
Behebung des Schadens mit einer passenden Frist fordern.
wenn der nicht entsprechend reagiert, soll er (mit
entsprechender Frist Eigenvornahme ankündigen und
durchführen und das dem Verursacher (mit Frist) in Rechnung
stellen. Usw (Mahnbescheid, weiteres Cerichtsverfahren, ...)
Der Schädiger kann sich mit seiner Versicherung um die
Begleichung des Schadens streiten.

l.
Oliver Jennrich
2017-09-04 20:04:39 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ludger Averborg
On Mon, 4 Sep 2017 19:30:09 +0200, "Andreas Ruhnke"
Post by Andreas Ruhnke
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
Der Nachbar wurde informiert und zudem die eigene Haftpflichtversicherung.
Laut dem Nachbarn handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen. Die
Haftpflichtversicherung will nur 100,-€ zahlen, da es laut den Fotos eher
nach Bagatelle aussieht. der Nachbar will dies so nicht akzeptieren.
1.Kann hierin Gutachter verlangt werden?
2.Wie ließe sich hier der "richtige" Zeitwert ermitteln.
"
Post by Andreas Ruhnke
Es handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen."
Da kann man wohl davon ausgehen, dass der richtige Zeitwert
sehr nah beim heutigen Neupreis liegt.
Der Nachbar sollte sich nicht mit der Versicherung des
Verursachers rumstreiten, sondern vom Verursacher die
Behebung des Schadens mit einer passenden Frist fordern.
Der wird dann antworten, dass sein Vertrag mit seiner
Versicherungsgesellschaft eine Schandensanerkennung ohne deren
Zustimmung nicht zuläßt.
Post by Ludger Averborg
wenn der nicht entsprechend reagiert, soll er (mit entsprechender
Frist Eigenvornahme ankündigen und durchführen und das dem Verursacher
(mit Frist) in Rechnung stellen. Usw (Mahnbescheid, weiteres
Cerichtsverfahren, ...) Der Schädiger kann sich mit seiner
Versicherung um die Begleichung des Schadens streiten.
Nein, der Geschädigte wird sich im Klagewege mit dem Schädiger (dessen
finanzielles Prozessrisiko freilich von der Versicherung getragen
wird) auseinandersetzen müssen.
--
Space - The final frontier
Detlef Meißner
2017-09-04 20:30:54 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Oliver Jennrich
Post by Ludger Averborg
wenn der nicht entsprechend reagiert, soll er (mit entsprechender
Frist Eigenvornahme ankündigen und durchführen und das dem Verursacher
(mit Frist) in Rechnung stellen. Usw (Mahnbescheid, weiteres
Cerichtsverfahren, ...) Der Schädiger kann sich mit seiner
Versicherung um die Begleichung des Schadens streiten.
Nein, der Geschädigte wird sich im Klagewege mit dem Schädiger (dessen
finanzielles Prozessrisiko freilich von der Versicherung getragen
wird) auseinandersetzen müssen.
Auf gute Nachbarschaft!

Detlef
Henning Koch
2017-09-04 21:51:32 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Detlef Meißner
Post by Oliver Jennrich
Nein, der Geschädigte wird sich im Klagewege mit dem Schädiger (dessen
finanzielles Prozessrisiko freilich von der Versicherung getragen
wird) auseinandersetzen müssen.
Auf gute Nachbarschaft!
Reine Kopfsache.

Wenn ich selber meine, dass mein Nachbar durch meinen Fehler einen
höheren Ersatzanspruch hat als das was meine Versicherung ihm
freiwillig zahlen möchte, dann werde ich es ihm doch nicht übel
nehmen, wenn er juristisch gegen mich vorgeht, um seinen Anspruch
gegen meine Versicherung durchzusetzen. Zumal ich ja genau weiss, dass
ich selbst dabei kein finanzielles Risiko trage und er keine andere
Möglichkeit hat, gegen meine Versicherung vorzugehen.

Im Gegenteil würde ich ihn sogar durchaus ermutigen, genau das zu tun.
Um der guten Nachbarschaft willen. (OK, das würde ich meiner
Versicherung jetzt nicht unbedingt genau so verraten...)
Ludger Averborg
2017-09-05 08:11:22 UTC
Permalink
Raw Message
On Mon, 04 Sep 2017 22:04:39 +0200, Oliver Jennrich
Post by Oliver Jennrich
Post by Ludger Averborg
On Mon, 4 Sep 2017 19:30:09 +0200, "Andreas Ruhnke"
Post by Andreas Ruhnke
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
Der Nachbar wurde informiert und zudem die eigene Haftpflichtversicherung.
Laut dem Nachbarn handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen. Die
Haftpflichtversicherung will nur 100,-€ zahlen, da es laut den Fotos eher
nach Bagatelle aussieht. der Nachbar will dies so nicht akzeptieren.
1.Kann hierin Gutachter verlangt werden?
2.Wie ließe sich hier der "richtige" Zeitwert ermitteln.
"
Post by Andreas Ruhnke
Es handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen."
Da kann man wohl davon ausgehen, dass der richtige Zeitwert
sehr nah beim heutigen Neupreis liegt.
Der Nachbar sollte sich nicht mit der Versicherung des
Verursachers rumstreiten, sondern vom Verursacher die
Behebung des Schadens mit einer passenden Frist fordern.
Der wird dann antworten, dass sein Vertrag mit seiner
Versicherungsgesellschaft eine Schandensanerkennung ohne deren
Zustimmung nicht zuläßt.
Post by Ludger Averborg
wenn der nicht entsprechend reagiert, soll er (mit entsprechender
Frist Eigenvornahme ankündigen und durchführen und das dem Verursacher
(mit Frist) in Rechnung stellen. Usw (Mahnbescheid, weiteres
Cerichtsverfahren, ...) Der Schädiger kann sich mit seiner
Versicherung um die Begleichung des Schadens streiten.
Nein, der Geschädigte wird sich im Klagewege mit dem Schädiger (dessen
finanzielles Prozessrisiko freilich von der Versicherung getragen
wird) auseinandersetzen müssen.
Zunächst hat der Geschädigte ja noch gar keine finanzielle
Forderung an den Schädiger, sondern nur die Forderung auf
die Behebung des Schadens. Und wenn der Schädiger dieser
Forderung nicht fristgerecht nachkommt, wird er den Schaden
selbst beheben lassen müssen, da ist eine Klage noch
unnötig.
Nach der Eigenvornahme hat er eine finanzielle Forderung,
die er auf dem üblichen Wege (das gerichtliche Mahnverfahren
ist ja ganz genau deshalb vorgesehen, um keine unnötig hohen
Kosten zu verursachen) eintreiben wird.

Irgend welche Vertragsverhältnisse zwischen Schädiger und
dessen Versicherung haben ja für den Geschädigten keine
Bedeutung.

Im OP wurde doch wortreich geschildert,
==================================
Es handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca.
4500,- €. Das große Brandloch lässt sich nicht reparieren
(schleifen oder ähnliches). Der Bodenbelag ließe sich nur
als ganzes austauschen.
====================================
dass der Belag so beschaffen sei, dass der Schaden eben
_nicht_ für 100 € zu beheben sei. Da hat der Schädiger eben
Pech mit seiner Versicherung gehabt.

l.
Detlef Meißner
2017-09-04 20:31:25 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ludger Averborg
Der Nachbar sollte sich nicht mit der Versicherung des
Verursachers rumstreiten, sondern vom Verursacher die
Behebung des Schadens mit einer passenden Frist fordern.
wenn der nicht entsprechend reagiert, soll er (mit
entsprechender Frist Eigenvornahme ankündigen und
durchführen und das dem Verursacher (mit Frist) in Rechnung
stellen. Usw (Mahnbescheid, weiteres Cerichtsverfahren, ...)
Der Schädiger kann sich mit seiner Versicherung um die
Begleichung des Schadens streiten.
Auf gute Nachbarschaft!

D.
Rupert Haselbeck
2017-09-04 22:20:10 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ludger Averborg
Post by Andreas Ruhnke
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
[...]
Es handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen."
Da kann man wohl davon ausgehen, dass der richtige Zeitwert
sehr nah beim heutigen Neupreis liegt.
Man kann wohl am ehesten davon ausgehen, dass das Problem kein reales ist...
Wäre es ein reales Problem, dann müsste man womöglich darüber nachdenken, ob
es denn tatsächlich möglich ist, mit einem Stück brennenden Papiers (wie
kommt es eigentlich dazu dazu, dass "versehentlich" ein Stück brennenden
Papiers aus dem Fenster fällt?) einen Balkonboden derart massiv zu
beeinträchtigen, dass ein Schaden in der Größenordnung von mehreren tausend
Euro entsteht.
Ist es denn überhaupt rechtlich möglich, einen derartigen Schaden geltend zu
machen? Muß also ein Nachbar damit rechnen, dass ein derart hoher Schaden
bereits dann entstehen kann, wenn lediglich ein Stück brennenden Papiers
darauf landet? Ist diese Art und Weise der Schadensentstehung plausibel?
Ist es denn überhaupt zulässig, einen derart feuergefährlichen Boden zu
verwenden?
Jedenfalls ist es Sache der, so vorhanden, Privathaftpflichtversicherung des
angeblichen Schädigers, den Hergang zu untersuchen (und ggfls. den Schaden
zu ersetzen)

MfG
Rupert
Ulrich Maier
2017-09-05 06:48:00 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Rupert Haselbeck
Man kann wohl am ehesten davon ausgehen, dass das Problem kein reales ist...
Das ist doch sehr schön! Reale Probleme sollen hier doch gar nicht
diskutiert werden ;-)
Rupert Haselbeck
2017-09-05 08:20:10 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ulrich Maier
Post by Rupert Haselbeck
Man kann wohl am ehesten davon ausgehen, dass das Problem kein reales ist...
Das ist doch sehr schön! Reale Probleme sollen hier doch gar nicht
diskutiert werden ;-)
Im Grunde spricht durchaus nichts dagegen, hier auch reale Probleme zu
diskutieren.
Allerdings ist das größte Problem dann die Vehemenz, mit welcher der ein
oder andere immer mal wieder seine Sicht der Dinge vertritt, obgleich er
klar erkennbar stark ausbaufähige juristische Fachkenntnisse besitzt :->
Manch anderer beleuchtet das Thema mehr von einer juristisch fundierten
Sichtweise aus und findet zwar richtige Ansätze und richtige Lösungswege,
drückt sich aber weniger apodiktisch aus. Häufig (oder gar zumeist) sind
letztlich keine gültigen Lösungen zu finden, weil es an den nötigen
Informationen zum Sachverhalt fehlt. Der eher sachkundige Poster drückt das
dann auch so aus, manch anderer stört sich nicht an fehlenden Informationen,
die doch lediglich geeignet sein könnten, die einfache Antwort in Zweifel zu
ziehen...
Wessen Ansicht soll oder mag der Fragesteller dann wohl folgen?

MfG
Rupert
Henning Koch
2017-09-04 21:47:03 UTC
Permalink
Raw Message
Der Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen.
2.Wie ließe sich hier der "richtige" Zeitwert ermitteln.
Man könnte die voraussichtliche Nutzungsdauer/Abschreibungszeit
bestimmen und dann den Zeitwert im Rahmen einer linearen Abschreibung
berechnen. Richter mögen dem Vernehmen nach einfache Rechnungen ;-)

Ein hochwertiger Bodenbelag könnte möglicherweise auf eine
Nutzungsdauer von 20 Jahren ausgelegt sein. Wenn dieser zum Beispiel
fünf Jahre alt ist, hat er linear gerechnet 4.500€*(5/20)=1125€ Wert
verloren, ist also noch 3375€ Wert.

Würde man dagegen mit einer Abschreibungszeit von nur 10 Jahren
rechnen (was wohl im Innenbereich nicht unüblich ist), wäre er nach
fünf Jahren nur noch 2.250€ wert.

Vielleicht lässt sich ja im Netz ein vergleichbarer Fall finden, in
dem schonmal ein Gericht eine solche Entscheidung für einen
gleichartigen Bodenbelag getroffen hat.
Wolfgang May
2017-09-05 09:50:29 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Ruhnke
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
Der Nachbar wurde informiert und zudem die eigene Haftpflichtversicherung.
Laut dem Nachbarn handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen. Die
Haftpflichtversicherung will nur 100,-€ zahlen, da es laut den Fotos eher
nach Bagatelle aussieht. der Nachbar will dies so nicht akzeptieren.
Dann ist die Frage, was als naechstes "versehentlich" von oben herunterfaellt.
Mit was spielt der Nachbar oben noch alles? Gasflaschen? Weisse Lieferwagen?

Wolfgang
Andreas Ruhnke
2017-09-06 15:55:16 UTC
Permalink
Raw Message
Danke für die zahlreichen Antworten. Hab in einem solchen Forum noch nie
angefragt und bin baff wie aufschlussreich hier diskutiert wird.
Ergänzende Info: Der Preis des Bodens hängt u.A. mit einer relativ großen
Fläche und des verbauten Materials (Bio) zusammen.
Das Papier war zusammengeknülltes mehrlagiges Toilettenpapier (glimmt sehr
lange und reicht um einen solchen Schaden zu verursachen).
Verursacht durch einen 12-jährigen gelangweilten Teenager...
"Andreas Ruhnke" schrieb im Newsbeitrag news:ook2iv$tb8$***@gioia.aioe.org...

Folgendes Problem:
Ein Stück brennendes Papier fällt durch Unachtsamkeit aus dem Fenster.
Dieses landet beim Nachbar auf dem Balkonboden. Dort entwickelt sich ein
größeres Brandloch.
Der Nachbar wurde informiert und zudem die eigene Haftpflichtversicherung.
Laut dem Nachbarn handelt es sich um einen extrem teuren Bodenbelag. Der
Boden ist erst wenige Jahre alt. Der Neupreis lag bei ca. 4500,- €. Das
große Brandloch lässt sich nicht reparieren (schleifen oder ähnliches).
Der Bodenbelag ließe sich nur als ganzes austauchen. Die
Haftpflichtversicherung will nur 100,-€ zahlen, da es laut den Fotos eher
nach Bagatelle aussieht. der Nachbar will dies so nicht akzeptieren.
1.Kann hierin Gutachter verlangt werden?
2.Wie ließe sich hier der "richtige" Zeitwert ermitteln.
U***@web.de
2017-09-06 16:01:37 UTC
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Andreas Ruhnke
Das Papier war zusammengeknülltes mehrlagiges Toilettenpapier (glimmt sehr
lange und reicht um einen solchen Schaden zu verursachen).
Verursacht durch einen 12-jährigen gelangweilten Teenager...
Abgesehen davon, daß es den nicht geben kann, wäre
er ersatzpflichtig, nicht etwa seine Eltern.

Gruß, ULF
Stefan Schmitz
2017-09-06 19:42:13 UTC
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Andreas Ruhnke
Das Papier war zusammengeknülltes mehrlagiges Toilettenpapier (glimmt sehr
lange und reicht um einen solchen Schaden zu verursachen).
Verursacht durch einen 12-jährigen gelangweilten Teenager...
Abgesehen davon, daß es den nicht geben kann, wäre
er ersatzpflichtig, nicht etwa seine Eltern.
Es wäre aber sehr ungewöhnlich, wenn der nicht von der elterlichen
Haftpflichtversicherung erfasst wäre.
U***@web.de
2017-09-07 09:32:16 UTC
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Abgesehen davon, daß es den nicht geben kann, wäre
er ersatzpflichtig, nicht etwa seine Eltern.
Es wäre aber sehr ungewöhnlich, wenn der nicht von der elterlichen
Haftpflichtversicherung erfasst wäre.
Schon recht. Sollte der Junge als Zündler
bekannt gewesen sein, kommen die Eltern
womöglich in die Schlechtbeaufsichtigungshaftung.

Gruß, ULF

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