Discussion:
Absurditäten des Datenschutzes
(zu alt für eine Antwort)
Stefan Schmitz
2017-05-11 21:29:57 UTC
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Raw Message
Gegeben sei eine Promotion-Aktion eines Konsumgüterherstellers.
Wer ein bestimmtes Produkt in einem bestimmten Zeitraum gekauft hat, kann
seinen Kassenbon im Internet hochladen (oder alternativ einen Code von der
Verpackung eintragen), seine persönlichen Daten und die Bankverbindung
angeben, und erhält dann den Kaufpreis zurück.

Nun habe jemand an so einer Aktion teilgenommen und schreibe später den
Hersteller an, dass das Geld doch bitte auf ein anderes Konto überwiesen werden
solle. (Etwa wegen Fehleingabe oder weil das Konto zwischenzeitlich erloschen ist.)

Da antwortet der Hersteller: Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfe er keine
Änderungen an den Daten des Teilnehmers vornehmen.


Diese Behauptung ist so absurd, dass sie nicht erfunden sein kann. Gibt es also
doch eine Regelung im BDSG, die das Verhalten des Herstellers erklärt?

Und wenn tatsächlich der Datenschutz Probleme macht: Wäre es eigentlich
zulässig, die Daten verschiedener Teilnehmer miteinander abzugleichen, um
unerwünschte (und per AGB verbotene) Mehrfachteilnahmen aufzudecken?
Wolfgang Jäth
2017-05-12 04:17:13 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Schmitz
Gegeben sei eine Promotion-Aktion eines Konsumgüterherstellers.
Wer ein bestimmtes Produkt in einem bestimmten Zeitraum gekauft hat, kann
seinen Kassenbon im Internet hochladen (oder alternativ einen Code von der
Verpackung eintragen), seine persönlichen Daten und die Bankverbindung
angeben, und erhält dann den Kaufpreis zurück.
Nun habe jemand an so einer Aktion teilgenommen und schreibe später den
Hersteller an, dass das Geld doch bitte auf ein anderes Konto überwiesen werden
solle. (Etwa wegen Fehleingabe oder weil das Konto zwischenzeitlich erloschen ist.)
Da antwortet der Hersteller: Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfe er keine
Änderungen an den Daten des Teilnehmers vornehmen.
Diese Behauptung ist so absurd, dass sie nicht erfunden sein kann. Gibt es also
doch eine Regelung im BDSG, die das Verhalten des Herstellers erklärt?
In der hypothetischen Welt deines hypothetischen Szenarios könnte es
natürlich auch tatsächlich eine hypothetische Fassung des BDSG geben, in
der so eine Bestimmung verankert ist. Leider habe ich aber keinen Zugang
zu Deiner Fantasiewelt. Dir wird also nix anderes übrig bleiben, als
selber nach zu schauen.

Wolfgang
--
Helmut Wabnig
2017-05-12 06:09:15 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Schmitz
Gegeben sei eine Promotion-Aktion eines Konsumgüterherstellers.
Wer ein bestimmtes Produkt in einem bestimmten Zeitraum gekauft hat, kann
seinen Kassenbon im Internet hochladen (oder alternativ einen Code von der
Verpackung eintragen), seine persönlichen Daten und die Bankverbindung
angeben, und erhält dann den Kaufpreis zurück.
Nun habe jemand an so einer Aktion teilgenommen und schreibe später den
Hersteller an, dass das Geld doch bitte auf ein anderes Konto überwiesen werden
solle. (Etwa wegen Fehleingabe oder weil das Konto zwischenzeitlich erloschen ist.)
Da antwortet der Hersteller: Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfe er keine
Änderungen an den Daten des Teilnehmers vornehmen.
Diese Behauptung ist so absurd, dass sie nicht erfunden sein kann. Gibt es also
doch eine Regelung im BDSG, die das Verhalten des Herstellers erklärt?
Und wenn tatsächlich der Datenschutz Probleme macht: Wäre es eigentlich
zulässig, die Daten verschiedener Teilnehmer miteinander abzugleichen, um
unerwünschte (und per AGB verbotene) Mehrfachteilnahmen aufzudecken?
Ach so, du lebst von Preisausschreiben und Rabattaktionen?

w.
Ulrich Maier
2017-05-12 06:48:03 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Diese Behauptung ist so absurd, dass sie nicht erfunden sein kann. Gibt es also
doch eine Regelung im BDSG, die das Verhalten des Herstellers erklärt?
Es werden oft rechtliche Gründe angeführt, warum etwas nicht gemacht
werden dürfe in der (vermutlich zutreffenden) Annahme, dass das bei
Kunden und den eigenen Mitarbeitern als Begründung ausreiche. Im
vorliegenden Fall mag der Anbieter einfach keine Lust haben, die
Identität/Berechtigung für den Änderungswünsch zu prüfen.

Ulrich
Kurt Guenter
2017-05-13 18:38:49 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Nun habe jemand an so einer Aktion teilgenommen und schreibe später den
Hersteller an, dass das Geld doch bitte auf ein anderes Konto überwiesen werden
solle. (Etwa wegen Fehleingabe oder weil das Konto zwischenzeitlich erloschen ist.)
Pech gehabt. Die Bedingungen für CashBack besagen i.d.R., das
nachträgliche Änderungen nicht mehr möglich sind.

Für die 1 Euro fuffzig wäre der Aufwand auch viel zu gross.

Also nächstes Mal: Augen auf bei der Dateneingabe.
Thomas Hochstein
2017-05-13 22:09:59 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Da antwortet der Hersteller: Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfe er keine
Änderungen an den Daten des Teilnehmers vornehmen.
Diese Behauptung ist so absurd, dass sie nicht erfunden sein kann.
Wieso? "Datenschutz" ist erwartungsgemäß eine ganz hervorragende
Begründung für welche Handlungsweise auch immer, die sehr viel
häufiger akzeptiert wird als es eine langwierige Erklärung der
tatsächlichen Sachlage würde.
niemand und keiner hats gelesen
2017-05-14 15:05:20 UTC
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Post by Thomas Hochstein
Post by Stefan Schmitz
Da antwortet der Hersteller: Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfe er keine
Änderungen an den Daten des Teilnehmers vornehmen.
Diese Behauptung ist so absurd, dass sie nicht erfunden sein kann.
Wieso? "Datenschutz" ist erwartungsgemäß eine ganz hervorragende
Begründung für welche Handlungsweise auch immer, die sehr viel
häufiger akzeptiert wird als es eine langwierige Erklärung der
tatsächlichen Sachlage würde.
Naja, in der Regel sind es doch meisten versicherungstechnische Gründe.
Hat in diesem Fall nur schlecht gepasst.
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2017-05-14 18:54:32 UTC
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Post by Thomas Hochstein
"Datenschutz" ist erwartungsgemäß eine ganz hervorragende
Begründung für welche Handlungsweise auch immer, die sehr viel
häufiger akzeptiert wird als es eine langwierige Erklärung der
tatsächlichen Sachlage würde.
Und zwar unabhängig davon, ob die tatsächlich Sachlage dem Recht
oder der (Un-) Lust eines Beteiligten geschuldet ist. Vor einigen
Jahrzehnten hieß das noch "der Computer kann das nicht", aber offenbar
ist die EDV seither zu gut geworden, als dass das noch plausibel wäre.

Just heute ist mir genau so ein Fall zu Ohren gekommen, wo einer
Frau der Zugriff auf ihr Konto gesperrt wurde, weil sie angeblich
tot sei. Auf die interessierte Nachfrage, woher die Bank diese Information
denn hätte, kam eben genau die Erklärung "Datenschutz" (und damit verbunden
beim Laien die Überlegung, inwiefern das bezüglich des Überbringers der
eigenen Todesnachricht erforderlich sein muss). Die Nachweis der eigenen
Existenz konnte das Problem erstaunlicherweise nicht beheben, es waren
dafür noch mehrere Behördenwege erforderlich.

Servus,
Stefan
--
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Trollen mit Stefan - starr werden mit Vergnügen.
(Sloganizer)
Wolfgang Εnzinger
2017-05-14 21:37:39 UTC
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Raw Message
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Thomas Hochstein
"Datenschutz" ist erwartungsgemäß eine ganz hervorragende
Begründung für welche Handlungsweise auch immer, die sehr viel
häufiger akzeptiert wird als es eine langwierige Erklärung der
tatsächlichen Sachlage würde.
Und zwar unabhängig davon, ob die tatsächlich Sachlage dem Recht
oder der (Un-) Lust eines Beteiligten geschuldet ist. Vor einigen
Jahrzehnten hieß das noch "der Computer kann das nicht", aber offenbar
ist die EDV seither zu gut geworden, als dass das noch plausibel wäre.
Jupp. Es gibt halt immer so Sündenböcke, bei denen man davon ausgeht, dass
niemand was dagegenhat, wenn man auf sie einprügelt. Unvergessen die
Entgegnung eines Fitnessstudio-Betreibers auf meine Beschwerde hin, dass
die Duschen saukalt seien: das gehöre so, das seien jetzt "Öko-Duschen".
Marc Haber
2017-05-15 14:57:19 UTC
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Raw Message
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Just heute ist mir genau so ein Fall zu Ohren gekommen, wo einer
Frau der Zugriff auf ihr Konto gesperrt wurde, weil sie angeblich
tot sei. Auf die interessierte Nachfrage, woher die Bank diese Information
denn hätte, kam eben genau die Erklärung "Datenschutz" (und damit verbunden
beim Laien die Überlegung, inwiefern das bezüglich des Überbringers der
eigenen Todesnachricht erforderlich sein muss). Die Nachweis der eigenen
Existenz konnte das Problem erstaunlicherweise nicht beheben, es waren
dafür noch mehrere Behördenwege erforderlich.
Ein Bankkonto neu anlegen ist auch weniger bürokratischer als bei
einem bestehenden Konto nach Hochzeit den neuen Namen einzutragen: Für
das erste reicht der Perso, für das zweite braucht's zusätzlich noch
eine Kopie der Heiratsurkunde.

Und online per klick geschlossene Verträge (Telefonie, Hosting, DSL)
kann man in aller Regel nicht über denselben Weg wieder kündigen.

Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " | http://www.zugschlus.de/
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Wolfgang Jäth
2017-05-15 17:53:16 UTC
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Raw Message
Post by Marc Haber
Und online per klick geschlossene Verträge (Telefonie, Hosting, DSL)
kann man in aller Regel nicht über denselben Weg wieder kündigen.
Seit dem 1.10.2016 schon (man "Keine strengeren Formerfordernisse für
Kündigung als für Vertragsabschluss").

Wolfgang
--
Marc Haber
2017-05-15 18:41:15 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Jäth
Post by Marc Haber
Und online per klick geschlossene Verträge (Telefonie, Hosting, DSL)
kann man in aller Regel nicht über denselben Weg wieder kündigen.
Seit dem 1.10.2016 schon (man "Keine strengeren Formerfordernisse für
Kündigung als für Vertragsabschluss").
Das interessiert mindestens einen großen Marktteilnehmer einen
feuchten Kehricht und erwartet immer noch, dass der Kunde sich einem
Telefonat mit einem Kundenrückgewinnungscallcenter unterwirft, bevor
die Kündigung akzeptiert wird.

Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
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Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " | http://www.zugschlus.de/
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Ulrich Maier
2017-05-15 19:03:51 UTC
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Raw Message
Post by Marc Haber
Das interessiert mindestens einen großen Marktteilnehmer einen
feuchten Kehricht und erwartet immer noch, dass der Kunde sich einem
Telefonat mit einem Kundenrückgewinnungscallcenter unterwirft, bevor
die Kündigung akzeptiert wird.
Unsinn. Gerade die Großen kennen die Regeln sehr genau.

Ulrich
Andreas Portz
2017-05-16 05:27:42 UTC
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Raw Message
Post by Ulrich Maier
Unsinn. Gerade die Großen kennen die Regeln sehr genau.
Marc schrieb "interessiert", im Sinne von "anwenden" / "befolgen". Dass
die Großen bei den Großen das alles wissen, heißt nicht, dass die
Kleinen bei den Großen entsprechende Anweisungen .. pardon ..
Arbeitsprozesse zur Hand bekommen.


-Andreas
Marc Haber
2017-05-18 20:20:14 UTC
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Raw Message
Post by Ulrich Maier
Post by Marc Haber
Das interessiert mindestens einen großen Marktteilnehmer einen
feuchten Kehricht und erwartet immer noch, dass der Kunde sich einem
Telefonat mit einem Kundenrückgewinnungscallcenter unterwirft, bevor
die Kündigung akzeptiert wird.
Unsinn. Gerade die Großen kennen die Regeln sehr genau.
Tja, da weiß ich vielleicht etwas mehr als Du.
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " | http://www.zugschlus.de/
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Ulrich Maier
2017-05-18 21:24:10 UTC
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Raw Message
Post by Marc Haber
Post by Ulrich Maier
Post by Marc Haber
Das interessiert mindestens einen großen Marktteilnehmer einen
feuchten Kehricht und erwartet immer noch, dass der Kunde sich einem
Telefonat mit einem Kundenrückgewinnungscallcenter unterwirft, bevor
die Kündigung akzeptiert wird.
Unsinn. Gerade die Großen kennen die Regeln sehr genau.
Tja, da weiß ich vielleicht etwas mehr als Du.
Das können wir einmal dahin gestellt lassen.

Die "Großen" kennen die Regeln sehr genau und achten darauf, nicht
dagegen zu verstoßen, da dies u.a. zu Abmahnungen der Verbände führt. Es
hindert manche aber nicht daran, den Kunden im Rahmen dieser
Möglchkeiten das Leben schwer zu machen.

Allerdings hat sich herumgesprochen, dass Kundenfreundlichkeit ein
Mittel der Kundenbindung ist. Nicht nur ich zahle die paar Euro bei
Amazon gerne zusätzlich, um eine hervorragend kundenfreundliche
Verkaufsabwicklung zu erhalten.

Viele große Shops handeln nach dieser Devise.

Andere nicht - zum Beispiel zeigen Fluggesellschaften eine ganz enorme
Renitenz, für Ihre Fehler (Verspätungen) gerade zu stehen und eine
kundenfreundliche Entschädigungsabwicklung anzubieten.

Ulrich

Frank Kozuschnik
2017-05-15 20:47:29 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Jäth
Post by Marc Haber
Und online per klick geschlossene Verträge (Telefonie, Hosting, DSL)
kann man in aller Regel nicht über denselben Weg wieder kündigen.
Seit dem 1.10.2016 schon (man "Keine strengeren Formerfordernisse für
Kündigung als für Vertragsabschluss").
In AGB-Klauseln darf jetzt für Kündigungen typischerweise keine
Schriftform mehr verlangt werden, sondern höchstens noch Textform (§ 309
Nr. 13 Buchst. b BGB). Das war's dann aber auch schon.

Der Anbieter ist nicht verpflichtet, eine Möglichkeit einzurichten, über
die der Kunde "online per Klick" kündigen kann – auch dann nicht, wenn
neue Verträge auf diesem Wege abgeschlossen werden.
Andreas Portz
2017-05-16 05:34:46 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Frank Kozuschnik
Der Anbieter ist nicht verpflichtet, eine Möglichkeit einzurichten,
über die der Kunde "online per Klick" kündigen kann – auch dann
nicht, wenn neue Verträge auf diesem Wege abgeschlossen werden.
Wie verträgt sich das mit Wolfgangs
"Seit dem 1.10.2016 schon (man "Keine strengeren Formerfordernisse für
Kündigung als für Vertragsabschluss")."
<***@ID-4636.user.dfncis.de>

Wenn man per on-click abschließt, aber hinterher durch einen Wust an
Hilfeseiten Schleifen (ich habe einen Anbieter, da sucht man mindestens
5min auf dessen Webseite nach einer Möglichkeit für Freitext an das
Service Team. Alles andere sind hunderte ineinander verlinkte FAQs, die
- wenn sie etwas in Richtung "dann fragen Sie uns einfach" als im Text
eingebundene URL anbieten - damit wieder auf den Start der Hilfeseite
verlinken.") keine Möglichkeit findet, auf vergleichbare Art zu
kündigen, entspricht das dann dem Gesetz?
Selbst wenn man dort 'mühsam' - im Vergleich zum on-click Abschluss -
einen Freitext formuliert und mglw. nicht mal eine Kopie des Schreibens
samt einer Art generierter Bearbeitungsnummer des Anbieters erhält, hat
man doch nichts in der Hand.


-Andreas
Ulrich Maier
2017-05-16 08:05:22 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Portz
Post by Frank Kozuschnik
Der Anbieter ist nicht verpflichtet, eine Möglichkeit einzurichten,
über die der Kunde "online per Klick" kündigen kann – auch dann
nicht, wenn neue Verträge auf diesem Wege abgeschlossen werden.
Wie verträgt sich das mit Wolfgangs
"Seit dem 1.10.2016 schon (man "Keine strengeren Formerfordernisse für
Kündigung als für Vertragsabschluss")."
Wolfgangs Formulierung entspricht eben nicht dem, was in § 309 Nr. 13
BGB gefordert wird!
Post by Andreas Portz
Wenn man per on-click abschließt, aber hinterher durch einen Wust an
Hilfeseiten Schleifen (ich habe einen Anbieter, da sucht man mindestens
5min auf dessen Webseite nach einer Möglichkeit für Freitext an das
Service Team. Alles andere sind hunderte ineinander verlinkte FAQs, die
- wenn sie etwas in Richtung "dann fragen Sie uns einfach" als im Text
eingebundene URL anbieten - damit wieder auf den Start der Hilfeseite
verlinken.") keine Möglichkeit findet, auf vergleichbare Art zu
kündigen, entspricht das dann dem Gesetz?
Selbst wenn man dort 'mühsam' - im Vergleich zum on-click Abschluss -
einen Freitext formuliert und mglw. nicht mal eine Kopie des Schreibens
samt einer Art generierter Bearbeitungsnummer des Anbieters erhält, hat
man doch nichts in der Hand.
Ja und? (Es ist ziemlich sinnlos, Überlegungen auf rechtlich nicht
zutreffenden Regeln weiterzuspinnen.)

Schreib eine Mail.

Ulrich
Wolfgang Jäth
2017-05-16 12:57:51 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Portz
Post by Frank Kozuschnik
Der Anbieter ist nicht verpflichtet, eine Möglichkeit einzurichten,
über die der Kunde "online per Klick" kündigen kann – auch dann
nicht, wenn neue Verträge auf diesem Wege abgeschlossen werden.
Wie verträgt sich das mit Wolfgangs
"Seit dem 1.10.2016 schon (man "Keine strengeren Formerfordernisse für
Kündigung als für Vertragsabschluss")."
Wenn man per on-click abschließt, aber hinterher durch einen Wust an
Hilfeseiten Schleifen (ich habe einen Anbieter, da sucht man mindestens
5min auf dessen Webseite nach einer Möglichkeit für Freitext an das
Service Team. Alles andere sind hunderte ineinander verlinkte FAQs, die
- wenn sie etwas in Richtung "dann fragen Sie uns einfach" als im Text
eingebundene URL anbieten - damit wieder auf den Start der Hilfeseite
verlinken.") keine Möglichkeit findet, auf vergleichbare Art zu
kündigen, entspricht das dann dem Gesetz?
Das sind aber keine *Form*-Erfordernisse, sondern einfach eine
<vorsichtig formuliert> ungeschickte </> Seitenanordnung des
Internetauftrittes.

Im Zweifelsfall reicht eine einfache Email ("Textform").

Wolfgang
--
Stefan Schmitz
2017-05-16 18:32:35 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Frank Kozuschnik
Der Anbieter ist nicht verpflichtet, eine Möglichkeit einzurichten, über
die der Kunde "online per Klick" kündigen kann – auch dann nicht, wenn
neue Verträge auf diesem Wege abgeschlossen werden.
Welche Verträge werden denn tatsächlich nur per Klick abgeschlossen?
Da lässt sich doch gar nicht nachweisen, dass wirklich der vermeintliche
Vertragspartner eine Erklärung abgegeben hat.
Frank Kozuschnik
2017-05-16 20:41:20 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Schmitz
Welche Verträge werden denn tatsächlich nur per Klick abgeschlossen?
Das scheint durchaus häufig vorzukommen. Der Gesetzgeber sah sich vor
ein paar Jahren sogar veranlasst, für solche Fälle die "Button-Lösung"
vorzuschreiben (§ 312j Abs. 3 BGB).
Post by Stefan Schmitz
Da lässt sich doch gar nicht nachweisen, dass wirklich der vermeintliche
Vertragspartner eine Erklärung abgegeben hat.
Das kann zwar sein, ist aber meistens kein rechtliches Hindernis für
einen wirksamen Vertragsschluss.
U***@web.de
2017-05-15 16:31:35 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Thomas Hochstein
"Datenschutz" ist erwartungsgemäß eine ganz hervorragende
Begründung für welche Handlungsweise auch immer, die sehr viel
häufiger akzeptiert wird als es eine langwierige Erklärung der
tatsächlichen Sachlage würde.
Und zwar unabhängig davon, ob die tatsächlich Sachlage dem Recht
oder der (Un-) Lust eines Beteiligten geschuldet ist. Vor einigen
Jahrzehnten hieß das noch "der Computer kann das nicht", aber offenbar
ist die EDV seither zu gut geworden, als dass das noch plausibel wäre.
Ach was. Habe ständig mit amtlichen Schreiben zu tun,
deren unzutreffender Inhalt mit
"Können wir nix für, war der Computer" erklärt wird.

Meistens lag es daran, daß der Softwareentwickler keine Vorstellung
davon hatte, was da rein muß, oder seit der vorletzten Rechtsänderung
nicht mehr befaßt wurde.

Gruß, ULF
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