Discussion:
Kuendigung per Email bei Vattenfall
(zu alt für eine Antwort)
Lothar Klein
2017-06-14 14:57:19 UTC
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Raw Message
Hi,

Ich wollte meinen Stromvertrag per E-Mail bei Vattenfall kündigen.
Ok, keine Email zu finden.
Kontaktformular, super - Nee, da wird penetrant auf eine Telefonummer
verwiesen.
Nach Anruf erhielt ich eine Faxnummer (Die Google unbekannt ist)

Inwiefern ist das gesetzeskonform?
Wer mag abmahnen lassen?
Gruß
Detlef Meißner
2017-06-14 15:39:21 UTC
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Raw Message
Post by Lothar Klein
Hi,
Ich wollte meinen Stromvertrag per E-Mail bei Vattenfall kündigen.
Ok, keine Email zu finden.
Kontaktformular, super - Nee, da wird penetrant auf eine Telefonummer
verwiesen.
Nach Anruf erhielt ich eine Faxnummer (Die Google unbekannt ist)
Nicht jede Nummer ist Google bekannt. Meine Telefonnummer ist auch nicht
öffentlich.
Post by Lothar Klein
Inwiefern ist das gesetzeskonform?
Seit Oktober 2016 muss eine Kündigung für Onlineverträge per E-Mail
möglich sein. Inwieweit das für welche Verträge gültig ist, weiß ich nicht.
Post by Lothar Klein
Wer mag abmahnen lassen?
Warum immer gleich das gesamte Waffenarsenal einsetzen?

Wenn du den Anbieter wechseln willst, dann kündigt dein neuer Anbieter
beim alten.

Ich würde die Kündigung schriftlich per Brief/oder Fax durchführen.
Wer kein Faxgerät hat, verwendet einen Anbieter, über den man kostenlos
Faxe verschicken kann.

Detlef
Lothar Klein
2017-06-14 16:09:12 UTC
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Raw Message
Post by Detlef Meißner
Post by Lothar Klein
Hi,
Ich wollte meinen Stromvertrag per E-Mail bei Vattenfall kündigen.
Ok, keine Email zu finden.
Kontaktformular, super - Nee, da wird penetrant auf eine Telefonummer
verwiesen.
Nach Anruf erhielt ich eine Faxnummer (Die Google unbekannt ist)
Nicht jede Nummer ist Google bekannt. Meine Telefonnummer ist auch nicht
öffentlich.
Post by Lothar Klein
Inwiefern ist das gesetzeskonform?
Seit Oktober 2016 muss eine Kündigung für Onlineverträge per E-Mail
möglich sein. Inwieweit das für welche Verträge gültig ist, weiß ich nicht.
Post by Lothar Klein
Wer mag abmahnen lassen?
Warum immer gleich das gesamte Waffenarsenal einsetzen?
Manchmal muss man selbst Hand anlegen, um dem Treiben des Altanbieters
wirksam zu begegnen. Ich habe bereits gekündigt, der Kündigungstermin
wurde mir mitgeteilt. Für die Restlaufzeit hat sich Vattenfall aber
entschieden, mir einen Arschtritt in Form einer 50%igen Erhöhung der
Grundgebühr aufzubrummen, was zur außerordentlichen Kündigung
rechtfertigt. Insofern viel Aufwand, da ich dem neuen Anbieter
nachweisen muss, das der Vertrag früher endet.
Frank Kozuschnik
2017-06-19 08:52:27 UTC
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Raw Message
Post by Detlef Meißner
Seit Oktober 2016 muss eine Kündigung für Onlineverträge per
E-Mail möglich sein.
Das liest man öfter, aber so pauschal stimmt es nicht.

Seitdem sind in neuen Verträgen AGB-Klauseln unwirksam, die für
Kündigungen mehr als Textform verlangen (also z.B. Schriftform
vorschreiben).

Siehe § 309 Nr. 13 BGB und Art. 229 § 37 EGBGB.
Detlef Meißner
2017-06-19 08:58:06 UTC
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Raw Message
Post by Frank Kozuschnik
Post by Detlef Meißner
Seit Oktober 2016 muss eine Kündigung für Onlineverträge per
E-Mail möglich sein.
Das liest man öfter, aber so pauschal stimmt es nicht.
Das ist mir schon klar. Solche Regeln gelten oft nur für die Neuverträge.

Ich hatte nur darauf hingewiesen, weil ich nicht wusste, wann der
vertrag abgeschlossen wurde.
Post by Frank Kozuschnik
Seitdem sind in neuen Verträgen AGB-Klauseln unwirksam, die für
Kündigungen mehr als Textform verlangen (also z.B. Schriftform
vorschreiben).
Siehe § 309 Nr. 13 BGB und Art. 229 § 37 EGBGB.
Genau. Jetzt geht der Streit los, ob E-Mail auch eine Schriftform ist.

Detlef
U***@web.de
2017-06-19 09:39:34 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Detlef Meißner
Post by Frank Kozuschnik
Seitdem sind in neuen Verträgen AGB-Klauseln unwirksam, die für
Kündigungen mehr als Textform verlangen (also z.B. Schriftform
vorschreiben).
Siehe § 309 Nr. 13 BGB und Art. 229 § 37 EGBGB.
Genau. Jetzt geht der Streit los, ob E-Mail auch eine Schriftform ist.
Erbitte Deine Beispiele für nichtschriftförmliche Textform.

Gruß, ULF
Detlef Meißner
2017-06-19 09:55:28 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Detlef Meißner
Post by Frank Kozuschnik
Seitdem sind in neuen Verträgen AGB-Klauseln unwirksam, die für
Kündigungen mehr als Textform verlangen (also z.B. Schriftform
vorschreiben).
Siehe § 309 Nr. 13 BGB und Art. 229 § 37 EGBGB.
Genau. Jetzt geht der Streit los, ob E-Mail auch eine Schriftform ist.
Erbitte Deine Beispiele für nichtschriftförmliche Textform.
Frag mich doch so was nicht!
http://meine-kuendigung.de/kuendigung-per-email-wann-ist-sie-wirksam/

Detlef
Frank Kozuschnik
2017-06-19 10:26:21 UTC
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Raw Message
Post by Detlef Meißner
Post by Frank Kozuschnik
Post by Detlef Meißner
Seit Oktober 2016 muss eine Kündigung für Onlineverträge per
E-Mail möglich sein.
Das liest man öfter, aber so pauschal stimmt es nicht.
Das ist mir schon klar. Solche Regeln gelten oft nur für die Neuverträge.
Dass die Änderung nur für Neuverträge gilt, ist nur das eine.
Post by Detlef Meißner
Post by Frank Kozuschnik
Seitdem sind in neuen Verträgen AGB-Klauseln unwirksam, die für
Kündigungen mehr als Textform verlangen (also z.B. Schriftform
vorschreiben).
Siehe § 309 Nr. 13 BGB und Art. 229 § 37 EGBGB.
Genau. Jetzt geht der Streit los, ob E-Mail auch eine Schriftform ist.
E-Mail ist keine Schriftform, kann aber häufig (auch bisher schon) eine
vertraglich vereinbarte Schriftform ersetzen (§ 127 Abs. 2 BGB). Darum
geht es aber gar nicht mehr, weil ja neuerdings ohnehin nur noch
Textform verlangt werden darf, und eine E-Mail erfüllt fraglos die Textform.

Es ist aber nicht unbedingt gesagt, dass der Vertragspartner überhaupt
eine E-Mail-Adresse bereitstellen muss, an die man (insbesondere auch)
Kündigungen schicken kann. Gibt er dir keine solche Adresse, dann kannst
du auch nicht per E-Mail kündigen.
Mathias Fuhrmann
2017-06-19 11:15:52 UTC
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Raw Message
Post by Frank Kozuschnik
Es ist aber nicht unbedingt gesagt, dass der Vertragspartner überhaupt
eine E-Mail-Adresse bereitstellen muss, an die man (insbesondere auch)
Kündigungen schicken kann. Gibt er dir keine solche Adresse, dann kannst
du auch nicht per E-Mail kündigen.
Welche Onlinefirma hat keine E-Mail-Adresse?
Für die Kündigung benötige ich m.E. nicht unbedingt eine
'Kündigungsadresse'.
Und mit "Delivery Status Notification (DSN)" habe ich einen Beleg, daß
die Mail in deren Verfügungsgewalt gelangt ist.

Ohne Rückmeldung der Firma würde ich natürlich dennoch nachhaken ...
--
Mathias
Frank Kozuschnik
2017-06-19 11:58:00 UTC
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Raw Message
Post by Mathias Fuhrmann
Post by Frank Kozuschnik
Es ist aber nicht unbedingt gesagt, dass der Vertragspartner überhaupt
eine E-Mail-Adresse bereitstellen muss, an die man (insbesondere auch)
Kündigungen schicken kann. Gibt er dir keine solche Adresse, dann kannst
du auch nicht per E-Mail kündigen.
Welche Onlinefirma hat keine E-Mail-Adresse?
Telefónica vermeidet es zum Beispiel seit einiger Zeit, eine
E-Mail-Adresse für den Kundenkontakt bekannt zu geben.
Post by Mathias Fuhrmann
Für die Kündigung benötige ich m.E. nicht unbedingt eine
'Kündigungsadresse'.
Du brauchst eine E-Mail-Adresse, über die das Unternehmen /insbesondere/
Kündigungen entgegennimmt. Natürlich kann das auch eine allgemeine
E-Mail-Adresse sein, über die es beliebige Mitteilungen entgegennimmt.
Post by Mathias Fuhrmann
Und mit "Delivery Status Notification (DSN)" habe ich einen Beleg, daß
die Mail in deren Verfügungsgewalt gelangt ist.
Die Beweisführung ist noch einmal ein extra Kapitel für sich.
Ulrich Maier
2017-06-19 11:25:28 UTC
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Raw Message
Post by Frank Kozuschnik
E-Mail ist keine Schriftform, kann aber häufig (auch bisher schon) eine
vertraglich vereinbarte Schriftform ersetzen (§ 127 Abs. 2 BGB).
Nein, die normale E-Mail fällt nicht unter § 127 Abs. 2 BGB. Gemeint ist
hier das Telefax, heute wohl auch der per E-Mail übermittelte
eingescannte Brief.

Ulrich
Frank Kozuschnik
2017-06-19 11:58:02 UTC
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Post by Ulrich Maier
Post by Frank Kozuschnik
E-Mail ist keine Schriftform, kann aber häufig (auch bisher schon)
eine vertraglich vereinbarte Schriftform ersetzen (§ 127 Abs. 2 BGB).
Nein, die normale E-Mail fällt nicht unter § 127 Abs. 2 BGB.
Anderer Ansicht ist da zumindest die deutsche Bundesregierung, wie man
in der Begründung zur aktuellen Gesetzesänderung nachlesen kann:

"Die Erklärung muss nach § 127 Absatz 2 und 3 BGB nicht eigenhändig
unterschrieben sein. Es reicht aus, dass erkennbar ist, wer die
Erklärung abgegeben hat. Eine solche Erklärung kann dem Unternehmer
auch durch Telefax oder E-Mail übermittelt werden. Die vereinbarte
Schriftform kann also auch durch eine Erklärung in Textform erfüllt werden."

(Bundestagsdrucksache 18/4631, Begründung, Besonderer Teil, zur Änderung
des § 309 BGB)
Ulrich Maier
2017-06-19 13:18:40 UTC
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Raw Message
Post by Frank Kozuschnik
Post by Ulrich Maier
Post by Frank Kozuschnik
E-Mail ist keine Schriftform, kann aber häufig (auch bisher schon)
eine vertraglich vereinbarte Schriftform ersetzen (§ 127 Abs. 2 BGB).
Nein, die normale E-Mail fällt nicht unter § 127 Abs. 2 BGB.
Anderer Ansicht ist da zumindest die deutsche Bundesregierung, wie man
"Die Erklärung muss nach § 127 Absatz 2 und 3 BGB nicht eigenhändig
unterschrieben sein. Es reicht aus, dass erkennbar ist, wer die
Erklärung abgegeben hat. Eine solche Erklärung kann dem Unternehmer auch
durch Telefax oder E-Mail übermittelt werden. Die vereinbarte
Schriftform kann also auch durch eine Erklärung in Textform erfüllt werden."
(Bundestagsdrucksache 18/4631, Begründung, Besonderer Teil, zur Änderung
des § 309 BGB)
Dass eine elektronische Übermittlung Erklärung ohne eingescannte
Unterschrift die Schriftform ersetzen könne, war mir neu. Tatsächlich
ist es aber wohl auch umstritten. Meiner Erwartung entspricht es auf
jeden Fall nicht. (Ob das für den zusätzlich geforderten mutmaßlichen
Willen relevant ist, steht auf einem anderen Blatt.)

http://www.webshoprecht.de/IRModule/EMail_und_Schriftform.php

Ich habe nicht weiter recherchiert.

Ulrich
Ulrich Maier
2017-06-19 13:36:34 UTC
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Raw Message
Post by Ulrich Maier
Post by Frank Kozuschnik
Post by Ulrich Maier
Post by Frank Kozuschnik
E-Mail ist keine Schriftform, kann aber häufig (auch bisher schon)
eine vertraglich vereinbarte Schriftform ersetzen (§ 127 Abs. 2 BGB).
Nein, die normale E-Mail fällt nicht unter § 127 Abs. 2 BGB.
Anderer Ansicht ist da zumindest die deutsche Bundesregierung, wie man
"Die Erklärung muss nach § 127 Absatz 2 und 3 BGB nicht eigenhändig
unterschrieben sein. Es reicht aus, dass erkennbar ist, wer die
Erklärung abgegeben hat. Eine solche Erklärung kann dem Unternehmer
auch durch Telefax oder E-Mail übermittelt werden. Die vereinbarte
Schriftform kann also auch durch eine Erklärung in Textform erfüllt werden."
(Bundestagsdrucksache 18/4631, Begründung, Besonderer Teil, zur
Änderung des § 309 BGB)
Dass eine elektronische Übermittlung Erklärung ohne eingescannte
Unterschrift die Schriftform ersetzen könne, war mir neu. Tatsächlich
ist es aber wohl auch umstritten. Meiner Erwartung entspricht es auf
jeden Fall nicht.
Nachtrag: Wenn der Gesetzgeber die Textform gewollt hätte, hätte er sie
ja ohne Weiteres in den § 127 Abs. 2 BGB hineinschreiben können. Dass
derselbe Sachverhalt ganz ohne Grund einmal Textform und einmal
telekommunikative Übermittlung genannt würde, empfände ich schon als
sehr irritierend.

Ulrich
Ronald Becker
2017-06-22 15:56:00 UTC
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Raw Message
"Ulrich Maier" schrieb
Post by Ulrich Maier
Dass eine elektronische Übermittlung Erklärung ohne eingescannte
Unterschrift die Schriftform ersetzen könne, war mir neu. Tatsächlich ist
es aber wohl auch umstritten. Meiner Erwartung entspricht es auf jeden
Fall nicht.
Warum nicht? Weder eine Erklärung ohne noch mit eingescannter Unterschrift
erfüllt die Schriftform. Jede telekommunikative Übermittlung ist
zwangsläufig Übermittlung in Textform. Das wird im Übrigen auch nicht
bestritten. Jene, die eine E-Mail nicht ausreichen lassen, verlangen im
Gegensatz zur herrschenden Meinung die Herstellung einer Urkunde in
Schriftform, bevor diese dann in Textform übermittelt werden kann. Das geht
bei E-Mail nicht. PC-Fax wäre danach auch nicht möglich. Das lässt zwar der
Wortlaut zu, entspricht aber nicht der traditionell weiten Auslegung der
Vorschrift seit 1900.
--
R.B.
Ulrich Maier
2017-06-22 22:15:44 UTC
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Raw Message
Post by Ronald Becker
"Ulrich Maier" schrieb
Post by Ulrich Maier
Dass eine elektronische Übermittlung Erklärung ohne eingescannte
Unterschrift die Schriftform ersetzen könne, war mir neu. Tatsächlich
ist es aber wohl auch umstritten. Meiner Erwartung entspricht es auf
jeden Fall nicht.
Warum nicht? Weder eine Erklärung ohne noch mit eingescannter
Unterschrift erfüllt die Schriftform. Jede telekommunikative
Übermittlung ist zwangsläufig Übermittlung in Textform. Das wird im
Übrigen auch nicht bestritten. Jene, die eine E-Mail nicht ausreichen
lassen, verlangen im Gegensatz zur herrschenden Meinung die Herstellung
einer Urkunde in Schriftform, bevor diese dann in Textform übermittelt
werden kann. Das geht bei E-Mail nicht. PC-Fax wäre danach auch nicht
möglich. Das lässt zwar der Wortlaut zu, entspricht aber nicht der
traditionell weiten Auslegung der Vorschrift seit 1900.
Die Begründung hatte ich geliefert: Wenn der Gesetzgeber die Textform
gewollt hätte, hätte er sie ja ohne Weiteres in den § 127 Abs. 2 BGB
hineinschreiben können. Dass derselbe Sachverhalt ganz ohne Grund einmal
Textform und einmal telekommunikative Übermittlung genannt würde,
empfände ich schon als sehr irritierend.

Also: Warum hat der Gesetzgeber für dieselbe Form zwei unterschiedliche
Formulierungen gewählt und nicht in beiden Fällen "Textform" genannt?
Zumal - wenn ich mich recht erinnere - beide Normen gleichzeitig
entstanden sind.

Ulrich
Ronald Becker
2017-06-23 06:38:25 UTC
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Raw Message
"Ulrich Maier" schrieb
Post by Ulrich Maier
Die Begründung hatte ich geliefert: Wenn der Gesetzgeber die Textform
gewollt hätte, hätte er sie ja ohne Weiteres in den § 127 Abs. 2 BGB
hineinschreiben können. Dass derselbe Sachverhalt ganz ohne Grund einmal
Textform und einmal telekommunikative Übermittlung genannt würde, empfände
ich schon als sehr irritierend.
Also: Warum hat der Gesetzgeber für dieselbe Form zwei unterschiedliche
Formulierungen gewählt und nicht in beiden Fällen "Textform" genannt?
Zumal - wenn ich mich recht erinnere - beide Normen gleichzeitig
entstanden sind.
Zunächst einmal ist eine Frage keine Begründung, sondern eine Frage. Willst
Du daraus ein Argument ziehen, musst Du Dich schon selbst bemühen, Deine
Frage zu beantworten, damit man wenigstens halbwegs erkennen kann, warum der
Anwendungsbereich des § 127 II 1 BGB von der Beantwortung dieser Frage
abhängen soll. Zudem ist Dein obiges "Hätte"-Argument in Wahrheit kein
Argument, sondern die schlichte Behauptung, dass der Gesetzgeber, der
denselben Sachverhalt mit unterschiedlichen Begriffen beschreibt,
zwangsläufig auch etwas Unterschiedliches meinen muss. Kein Wort findet sich
bei Dir, warum denn das so sein soll. Ich jedenfalls kenne keine
dahingehende Rechtspflicht des Gesetzgebers. Schlussendlich kann ich auch
nicht erkennen, dass §§ 127 I 1 und 126b I 1 BGB denselben Sachverhalt
regeln.

Es wäre also schön, wenn Du Deine Einwände noch ausführen könntest, zumal
ich zugegebenermaßen das eigentliche Problem immer noch nicht so richtig
erkannt habe. Ein Meinungsstreit ist als solcher noch nicht allzu
beeindruckend. Es wird sich immer jemand finden lassen, der eine andere
Auffassung vertritt. Außerdem ist - wie gesagt - die enge Auslegung nahe am
Wortlaut möglich, aber jedenfalls für die meisten wenig überzeugend.

Zweifellos ist § 127 II 1 BGB älter als § 126b I 1 BGB, auch wenn mit der
Einführung des § 126b BGB zugleich der § 127 BGB umformuliert wurde. Schon
der Gesetzgeber von 1900 bezweckte mit § 127 II 1 BGB a.F. ausdrücklich eine
Erleichterung des Rechtsverkehrs. Trotz seiner ursprünglichen Formulierung
"telegraphische Übermittlung" war schon früh allgemein anerkannt, dass auch
der neu erfundene Fernschreiber und der "Ferndrucker" (Telefax) in den
Anwendungsbereich gehörten, obwohl der Wortlaut dem zu widersprechen schien.
Selbst im Falle der telegrafischen Übermittlung wurde weder die Aufbewahrung
des Aufgabetelegramms verlangt noch musste es überhaupt unterschrieben sein,
d.h. der Schriftform entsprechen. Als sich das Telefon durchsetzte, konnte
man sogar fernmündlich ein Telegramm aufgeben. Daher war es nur konsequent,
dass der Gesetzgeber des Jahres 2001 mit der Umformulierung "andere
Möglichkeiten der Telekommunikation, die inzwischen Telegramm oder Teletext
ganz oder teilweise verdrängt haben, zur Übermittlung von Nachrichten und
Erklärungen von dieser Formerleichterung" profitieren zu lassen,
"insbesondere die E-Mail oder das sog. Computerfax" (BT-Drs. 14/4987, S.
20).

Wenn es also für Dich so entscheidend ist, was der Gesetzgeber mit § 127 II
1 BGB bezweckt hat, dann spricht offenbar einiges dafür, die einfache E-Mail
in seinen Anwendungsbereich einzubeziehen.
--
R.B.
Stefan Schmitz
2017-06-24 14:34:03 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ronald Becker
Zweifellos ist § 127 II 1 BGB älter als § 126b I 1 BGB, auch wenn mit der
Einführung des § 126b BGB zugleich der § 127 BGB umformuliert wurde.
Und was sprach dann dagegen, bei dieser Neuformulierung in § 127 II von Textform
statt telekommunikativer Übermittlung zu sprechen?
Frank Kozuschnik
2017-06-24 14:49:35 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stefan Schmitz
Post by Ronald Becker
Zweifellos ist § 127 II 1 BGB älter als § 126b I 1 BGB, auch wenn mit der
Einführung des § 126b BGB zugleich der § 127 BGB umformuliert wurde.
Und was sprach dann dagegen, bei dieser Neuformulierung in § 127 II von
Textform statt telekommunikativer Übermittlung zu sprechen?
Weil das nicht immer dasselbe ist. Die Erleichterung soll eben nur dann
gelten, wenn die Erklärung per Telekommunikation übermittelt wird.
Ulrich Maier
2017-06-26 19:43:56 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ronald Becker
Wenn es also für Dich so entscheidend ist, was der Gesetzgeber mit § 127
II 1 BGB bezweckt hat, dann spricht offenbar einiges dafür, die einfache
E-Mail in seinen Anwendungsbereich einzubeziehen.
OK, akzeptiere ich! Ich hatte "Übermittlung" immer als "Übermittlung der
unterschriebenen Urkunde" verstanden. Das ist aber, wenn man auch die
Histrorie der Bestimmung verfolgt (telegrafische Übermittlung)
offensichtlich nicht gemeint.

Möchte man also die Warnwirkung der schriftlichen Erklärung erhalten,
muss man § 127 zumindest für bestimmte Erklärungen (z. B. Kündigung,
Fristsetzung) ausschließen.

Um mich mit den Fragen der Signatur nicht auseinandersetzen zu müssen,
schließe ich die - in der Praxis ohnehin bedeutungslose - elektronische
Form (§ 126a BGB) ohnehin schon immer aus.

Ulrich

Kurt Guenter
2017-06-19 09:56:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Frank Kozuschnik
Post by Detlef Meißner
Seit Oktober 2016 muss eine Kündigung für Onlineverträge per
E-Mail möglich sein.
Das liest man öfter, aber so pauschal stimmt es nicht.
wenn ein Vertrag online abgeschlossen wurde, muss auch eine
online-Kündigung möglich sein. Unabhängig von irgendwelchen AGB.
Frank Kozuschnik
2017-06-19 10:27:10 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kurt Guenter
wenn ein Vertrag online abgeschlossen wurde, muss auch eine
online-Kündigung möglich sein. Unabhängig von irgendwelchen AGB.
Aus welcher Rechtsnorm soll sich das bitte ergeben?
Detlef Meißner
2017-06-19 10:53:14 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kurt Guenter
Post by Frank Kozuschnik
Post by Detlef Meißner
Seit Oktober 2016 muss eine Kündigung für Onlineverträge per
E-Mail möglich sein.
Das liest man öfter, aber so pauschal stimmt es nicht.
wenn ein Vertrag online abgeschlossen wurde, muss auch eine
online-Kündigung möglich sein. Unabhängig von irgendwelchen AGB.
Ja, das hatte ich auch gelesen, z.B. hier:
http://t3n.de/news/vertraege-e-mail-kuendigen-751760/

Detlef
Ronald Becker
2017-06-22 15:33:37 UTC
Permalink
Raw Message
"Frank Kozuschnik" schrieb
Post by Frank Kozuschnik
Post by Detlef Meißner
Seit Oktober 2016 muss eine Kündigung für Onlineverträge per
E-Mail möglich sein.
Das liest man öfter, aber so pauschal stimmt es nicht.
Seitdem sind in neuen Verträgen AGB-Klauseln unwirksam, die für
Kündigungen mehr als Textform verlangen (also z.B. Schriftform
vorschreiben).
Siehe § 309 Nr. 13 BGB und Art. 229 § 37 EGBGB.
Für Altverträge gilt dies in den Grenzen der Rechtsprechung.

https://openjur.de/u/895086.html
--
R.B.
budichorg
2017-06-15 12:34:25 UTC
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Raw Message
Nun Kohlekonzern ist eben wie viele unseriös.

Außerdem dürfte vattschall gegen die rechtlichen Vorgaben bzgl.
Impressum verstoßen, heuschrecke eben.

UND gut das Du kündigst, greenpeace energie bspw. ist hier etwas
billiger als der kohle.atom.strom und regenerativ.
Post by Lothar Klein
Hi,
Ich wollte meinen Stromvertrag per E-Mail bei Vattenfall kündigen.
Ok, keine Email zu finden.
Kontaktformular, super - Nee, da wird penetrant auf eine Telefonummer
verwiesen.
Nach Anruf erhielt ich eine Faxnummer (Die Google unbekannt ist)
Inwiefern ist das gesetzeskonform?
Wer mag abmahnen lassen?
Gruß
Hans-Jürgen Meyer
2017-06-15 13:26:17 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Lothar Klein
Hi,
Ich wollte meinen Stromvertrag per E-Mail bei Vattenfall kündigen.
Ok, keine Email zu finden.
Komisch. Wie wäre es mit ***@kundenbetreuung.vattenfall.de
Als Kunde solltest Du die haben.

Ich habe das bei denen alles sauber abgewickelt bekommen. Vorbildlich
sogar. Da kenne ich anderes. Kündigungsbestätigung gabe es ruckizucki.
Im Kundenbereich abgelegt. Alles gut...
Post by Lothar Klein
Kontaktformular, super - Nee, da wird penetrant auf eine Telefonummer
verwiesen.
Nimm doch die Mailadresse.
Post by Lothar Klein
Nach Anruf erhielt ich eine Faxnummer (Die Google unbekannt ist)
Inwiefern ist das gesetzeskonform?
Nein, man muss seine Faxnummern nicht veröffentlichen. Die Telefonnummer
im Impressum ist ausreichend.
Post by Lothar Klein
Wer mag abmahnen lassen?
Wozu? Ist doch alles ok.

Hans-Jürgen
Mathias Fuhrmann
2017-06-15 14:59:09 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Hans-Jürgen Meyer
Post by Lothar Klein
Ich wollte meinen Stromvertrag per E-Mail bei Vattenfall kündigen.
Ok, keine Email zu finden.
Als Kunde solltest Du die haben.
Ich habe das bei denen alles sauber abgewickelt bekommen. Vorbildlich
sogar. Da kenne ich anderes. Kündigungsbestätigung gabe es ruckizucki.
Im Kundenbereich abgelegt. Alles gut...
Ich habe keinen Vertrag mit der Firma, die machen aber das Kündigen
Online rel. schwierig. Was soll diese dumme Seite:
https://www.vattenfall.de/service/kuendigen
Da kann man nicht _schriftlich_ kündigen.
Muß man bei denen erst online angemeldet sein? Ist das jeder Kunde?
Die machen es den unerfahrenen Leuten wirklich ziemlich schwierig; für
mich ein unseriöses Verhalten!
--
Mathias
Hans-Jürgen Meyer
2017-06-15 19:02:29 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Mathias Fuhrmann
Post by Hans-Jürgen Meyer
Post by Lothar Klein
Ich wollte meinen Stromvertrag per E-Mail bei Vattenfall kündigen.
Ok, keine Email zu finden.
Als Kunde solltest Du die haben.
Ich habe das bei denen alles sauber abgewickelt bekommen. Vorbildlich
sogar. Da kenne ich anderes. Kündigungsbestätigung gabe es ruckizucki.
Im Kundenbereich abgelegt. Alles gut...
Ich habe keinen Vertrag mit der Firma, die machen aber das Kündigen
https://www.vattenfall.de/service/kuendigen
Da kann man nicht _schriftlich_ kündigen.
Korrekt, als nicht angemeldet geht das nicht. Möchte ich aber auch nicht
haben. Leider komme ich in das Portal nur noch eingeschränkt da ich
keinen Vertrag mehr habe. Meine ganzen Abrechnungen, Schriftwechsel usw.
kann ich immer noch aufrufen.
Post by Mathias Fuhrmann
Muß man bei denen erst online angemeldet sein?
Das kann ich dir leider nicht sagen. Würde dies aber aus unten genannten
Gründen mal annehmen. Ich haben den Weg über die Mailadresse gewählt.

Ist das jeder Kunde?

Willst Du das ohne Online Anmeldung zulassen? Dann kann ja jeder
kündigen der irgendwelchen Schriftwechsel Kundennummer o.ä. im Altpapier
gefunden hat. Irgendeine Absicherung muss es schon geben wenn man schon
nix mehr unterschreiben muss, oder? Durch die Anmeldung ist das abgesichert.
Post by Mathias Fuhrmann
Die machen es den unerfahrenen Leuten wirklich ziemlich schwierig; für
mich ein unseriöses Verhalten!
Wer Online in der Lage ist einen Vertrag abzuschließen, für den sollte
das kaum schwierig sein. Zumal die Verfahrensweise bei allen
mittlerweile gleich ist. Ich wechsle jedes Jahr mit mehreren Gas und
Stromverträgen. Alle (bei denen ich Verträge habe/hatte) arbeiten so.

Hans-Jürgen
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