Discussion:
Widerruf möglich oder nicht?
(zu alt für eine Antwort)
Andreas Portz
2017-05-09 09:12:51 UTC
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Raw Message
Hallo Rechtsexperten,

von einem gewerblichen Händler erwarb ich über ebay eine als
Schutztischdecke beworbene PVC Folie von 2,2m Dicke.
Diese entspricht zwar im wesentlichen der Beschreibung, hat aber leider
einen gravierenden ungenannten (neben einem implizit erwähnten)
Nachteil: abgestellte und mit etwas 'Nachdruck' verwendete Essteller
hinterlassen _bleibende_ Eindrücke, d.h. der ringförmige Rand auf der
Unterseite des Tellers drückt sich irreversibel in das PVC hinein, so
dass 'die Futterplätze' nach einiger Zeit recht unansehnlich werden.
Dass wegen der im Angebot beschriebenen Haftkraft des PVCs darauf
abgestellte Trinkgläser mit deutlichem Kraftaufwand angehoben werden
müssen, damit sie sich - dann plötzlich, vulgo ruckartig - von
Tischdecke lösen und in gut gefülltem Zustand dabei überschwappen, ist
dabei fast schon nachrangig.


In der Artikelbeschreibung steht

"Der Schnitt wird nach Ihrem Wunschgrößen von einer Großrolle 20 meter
lang ist, maschinell abgelängt und geschnitten. Ein Rückgabe- bzw.
Widerrufsrecht besteht daher nicht."

In der nachträglich erhaltenen Widerrufsbelehrung, der sogar ein Muster
Widerrufsformular zum Ausfüllen und Einreichen (Brief, Fax, email, ...)
beiliegt allerdings

"Widerrufsbelehrung Widerrufsrecht Sie haben das Recht, binnen vierzehn
Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen."


Was gilt nun?


-Andreas
Ulrich Maier
2017-05-09 09:28:12 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Portz
In der Artikelbeschreibung steht
"Der Schnitt wird nach Ihrem Wunschgrößen von einer Großrolle 20 meter
lang ist, maschinell abgelängt und geschnitten. Ein Rückgabe- bzw.
Widerrufsrecht besteht daher nicht."
Genau. Aber Du hast natürlich bei Mängeln Anspruch auf Gewährleistung
(Nacherfüllung). Über diese Schiene musst Du den Mangel geltend machen
bis hin zum Rücktritt. Für einen Einstieg siehe
https://de.wikipedia.org/wiki/Gewährleistung.

Ulrich
Ludger Averborg
2017-05-09 11:35:16 UTC
Permalink
Raw Message
On Tue, 9 May 2017 11:12:51 +0200, Andreas Portz
Post by Andreas Portz
Hallo Rechtsexperten,
von einem gewerblichen Händler erwarb ich über ebay eine als
Schutztischdecke beworbene PVC Folie von 2,2m Dicke.
Diese entspricht zwar im wesentlichen der Beschreibung, hat aber leider
einen gravierenden ungenannten (neben einem implizit erwähnten)
Nachteil: abgestellte und mit etwas 'Nachdruck' verwendete Essteller
hinterlassen _bleibende_ Eindrücke, d.h. der ringförmige Rand auf der
Unterseite des Tellers drückt sich irreversibel in das PVC hinein, so
dass 'die Futterplätze' nach einiger Zeit recht unansehnlich werden.
Dass wegen der im Angebot beschriebenen Haftkraft des PVCs darauf
abgestellte Trinkgläser mit deutlichem Kraftaufwand angehoben werden
müssen, damit sie sich - dann plötzlich, vulgo ruckartig - von
Tischdecke lösen und in gut gefülltem Zustand dabei überschwappen, ist
dabei fast schon nachrangig.
In der Artikelbeschreibung steht
"Der Schnitt wird nach Ihrem Wunschgrößen von einer Großrolle 20 meter
lang ist, maschinell abgelängt und geschnitten. Ein Rückgabe- bzw.
Widerrufsrecht besteht daher nicht."
In der nachträglich erhaltenen Widerrufsbelehrung, der sogar ein Muster
Widerrufsformular zum Ausfüllen und Einreichen (Brief, Fax, email, ...)
beiliegt allerdings
"Widerrufsbelehrung Widerrufsrecht Sie haben das Recht, binnen vierzehn
Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen."
Was gilt nun?
Es gilt BGB §312g
[...]
(2) Das Widerrufsrecht besteht, soweit die Parteien nichts
anderes vereinbart haben, nicht bei folgenden Verträgen:
1. Verträge zur Lieferung von Waren, die nicht vorgefertigt
sind und für deren Herstellung eine individuelle Auswahl
oder Bestimmung durch den Verbraucher maßgeblich ist oder
die eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse des
Verbrauchers zugeschnitten sind,
[...]

Falls du die geschilderten Eigenschaften als Sachmängel
ansiehst (BGB 434), stehen dir natürlich die entsprechenden
Rechte zu Nacherfüllung usw (BGB 439, 440 usw) zu.

l.
Andreas Portz
2017-05-09 12:17:26 UTC
Permalink
Raw Message
Es gilt BGB §312g [...] (2) Das Widerrufsrecht besteht, soweit die
Parteien nichts anderes vereinbart haben, nicht bei folgenden
Verträgen: 1. Verträge zur Lieferung von Waren, die nicht
vorgefertigt sind und für deren Herstellung eine individuelle
Auswahl oder Bestimmung durch den Verbraucher maßgeblich ist oder die
eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse des Verbrauchers
zugeschnitten sind, [...]
Wirklich "individuell" ist die Herstellung, sprich der Schnitt von der
20m Rolle, nicht. Es werden lediglich unterschiedlich lange Stücke (von
0,5m bis 3m) im Verkaufsangebot zur Auswahl angeboten. Es besteht keine
Möglichkeit, z.B. 7,29m zu bestellen.
cgi.ebay.de/121929639323


Den offensichtlichen 'Qualitätsmangel' habe ich gerügt und warte auf
eine Antwort.



-Andreas
Ulrich Maier
2017-05-09 12:50:54 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Portz
Wirklich "individuell" ist die Herstellung, sprich der Schnitt von der
20m Rolle, nicht.
Natürlich ist er individuell. Wer sonst, meinst Du, ist an Deinem
Verschnitt interessiert? U.
Andreas Portz
2017-05-09 14:00:12 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ulrich Maier
Natürlich ist er individuell. Wer sonst, meinst Du, ist an Deinem
Verschnitt interessiert? U.
Nein, er ist nicht individuell. Schrieb ich doch. Ich kann keine 7,63m
bestellen (plus die wenigen cm 'Schiefschnittzugabe', die immer mit dazu
kommen). Man hat die Auswahl unter einigen vorgegebenen Längen. Genau
wie bei Kleidungsstücken. Es wird ein (Sport)Schuhmodell angeboten und
man kann dann auswählen, ob man es in blau, grün oder rot haben möchte
und ein knappes Dutzend Größen. Alles über die selben Auswahlfelder, wie
bei den Tischdecken. Unterschiedliche Größen kosten dann (gibt es auch
bei Kleidung recht oft) unterschiedlich viel.

Wenn der Händler ansatzweise geschickt 'disponiert', hat er sogar gar
keinen Verschnitt. Man muss den Rest auf der Rolle nur passend auf die
nächsten 2-3 Bestellungen aufteilen. Bzw. bei völlig unpassenden
Bestellungen die nächste Rolle anschneiden. Sprich die letzten 150cm
werden einfach beiseite gelegt, bis mal wieder eine 150er Bestellung
rein kommt oder vielleicht heute eine 100er und morgen eine 50er.


-Andreas
Frank Hucklenbroich
2017-05-09 14:17:46 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Portz
Post by Ulrich Maier
Natürlich ist er individuell. Wer sonst, meinst Du, ist an Deinem
Verschnitt interessiert? U.
Nein, er ist nicht individuell. Schrieb ich doch. Ich kann keine 7,63m
bestellen (plus die wenigen cm 'Schiefschnittzugabe', die immer mit dazu
kommen). Man hat die Auswahl unter einigen vorgegebenen Längen.
Und vermutlich Oberflächen, Farben u.s.w. - wie wahrscheinlich ist es, daß
der Händler so ein Teil in 7,65 m noch mal verkauft bekommt?
Post by Andreas Portz
Genau
wie bei Kleidungsstücken. Es wird ein (Sport)Schuhmodell angeboten und
man kann dann auswählen, ob man es in blau, grün oder rot haben möchte
und ein knappes Dutzend Größen. Alles über die selben Auswahlfelder, wie
bei den Tischdecken. Unterschiedliche Größen kosten dann (gibt es auch
bei Kleidung recht oft) unterschiedlich viel.
Es ist aber viel wahrscheinlicher, daß Zalando den Nike-Schuh in Größe 38
an jemanden anders verkauft bekommt, als der Deckenmensch seine Decke in
7,65 m. Das ganze Modell Zalando beruht ja gerade darauf, daß man die Leute
ermuntert, die Waren drei und vierfach zu bestellen, um dann zu Hause in
Ruhe die passende Größe auszuprobieren, und den Rest zurück zu schicken.

Der Passus:
"Der Schnitt wird nach Ihrem Wunschgrößen von einer Großrolle 20 meter
lang ist, maschinell abgelängt und geschnitten. Ein Rückgabe- bzw.
Widerrufsrecht besteht daher nicht."
ist eindeutig.
Post by Andreas Portz
Wenn der Händler ansatzweise geschickt 'disponiert', hat er sogar gar
keinen Verschnitt.
Das mag ja sein, trotzdem ist dieser Passus eindeutig. Da gibt es keinen
Spielraum.

Auch ein Schuhmacher, der Dir Schuhe in Größe 38 näht, wird die nicht
zurücknehmen, mit dem Argument, daß die doch sicher auch noch einem anderen
Kunden passen.

Grüße,

Frank
Andreas Portz
2017-05-09 14:28:42 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Frank Hucklenbroich
Und vermutlich Oberflächen, Farben u.s.w. - wie wahrscheinlich ist
es, daß der Händler so ein Teil in 7,65 m noch mal verkauft bekommt?
Er bekommt die gar nicht verkauft, auch nicht an mich, weil er diese
Größe nicht zum Verkauf anbietet. Nur einige von ihm vordefinierte und
sicherlich auch vorgeschnittenen Größen gibt es. Er müsste die Rückgabe
einer solchen Standardgröße also nur auf den Stapel mit diesen Größen
zurücklegen und ein Stück weniger davon 'produzieren'.
Post by Frank Hucklenbroich
Es ist aber viel wahrscheinlicher, daß Zalando den Nike-Schuh in
Größe 38 an jemanden anders verkauft bekommt, als der Deckenmensch
seine Decke in 7,65 m.
Wie vom ersten posting an ganz klar (und mittlerweile mehrfach)
geschrieben: es gibt KEINE Wunschgrößen! Nur vorgegebene Auswahlmodelle.
Post by Frank Hucklenbroich
Der Passus: "Der Schnitt wird nach Ihrem Wunschgrößen von einer
Großrolle 20 meter lang ist, maschinell abgelängt und geschnitten.
Ein Rückgabe- bzw. Widerrufsrecht besteht daher nicht." ist
eindeutig.
Schon, aber warum hat man mir dann eine Widerrufsbelehrung zugesandt, in
der das Gegenteil steht?
Exakt das war meine Frage, ebenfalls von Anfang an: was ist, wenn in der
Anzeige was anderes steht, als in den nachträglich zugesandten
Unterlagen? Bzw. sogar die in dem Angebot mit veröffentlichte
Widerrufsbelehrung das Gegenteil vom Anzeigentext aussagt?


-Andreas
Wolfgang Ottenweller
2017-05-09 21:00:26 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Portz
Nur einige von ihm vordefinierte und
sicherlich auch vorgeschnittenen Größen gibt es.
von 90cm bis 300cm in Zehnerschritten (bei der grössten Breite) als
"einige vordefinierte Grössen" zu bezeichnen halte ich für sehr mutig.
Andreas Portz
2017-05-09 21:08:45 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfgang Ottenweller
von 90cm bis 300cm in Zehnerschritten (bei der grössten Breite) als
"einige vordefinierte Grössen" zu bezeichnen halte ich für sehr mutig.
Wenn man bedenkt, dass von einer 20m Rolle (als einzig vorhandenes
Messinstrument etwas mit cm Einteilung vorausgesetzt) 2000
unterschiedliche, dann tatsächlich "Wunschgrößen des Käufers"
hergestellt werden könnten, von denen die allerallermeisten aber gar
nicht lieferbar sind, finde ich die zwei Dutzend tatsächlich nur "einige".


-Andreas
Luigi Rotta
2017-05-09 21:47:40 UTC
Permalink
Raw Message
Am Tue, 9 May 2017 23:08:45 +0200 schrieb Andreas Portz
Post by Andreas Portz
Post by Wolfgang Ottenweller
von 90cm bis 300cm in Zehnerschritten (bei der grössten Breite) als
"einige vordefinierte Grössen" zu bezeichnen halte ich für sehr mutig.
Wenn man bedenkt, dass von einer 20m Rolle (als einzig vorhandenes
Messinstrument etwas mit cm Einteilung vorausgesetzt) 2000
unterschiedliche, dann tatsächlich "Wunschgrößen des Käufers"
hergestellt werden könnten, von denen die allerallermeisten aber gar
nicht lieferbar sind, finde ich die zwei Dutzend tatsächlich nur "einige".
Tja. Kannste soviel schreiben wie du willst.

Hättest vorher lesen sollen.
--
Gruss

Luigi


"Wenn die letzte CD blind, die letzte Harddisk abgestürzt
und die letzte Memorycard taub ist werdet ihr merken dass
man digitale Daten nicht sehen kann"
Ulrich Maier
2017-05-09 21:51:18 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Luigi Rotta
Tja. Kannste soviel schreiben wie du willst.
Hättest vorher lesen sollen.
Nicht alles, was man liest, ist auch rechtlich wirksam. Kannst Du etwas
dazu beitragen, dass es im vorliegenden Fall wirksam ist?

Ulrich
Andreas Portz
2017-05-10 05:20:34 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ulrich Maier
Nicht alles, was man liest, ist auch rechtlich wirksam. Kannst Du
etwas dazu beitragen, dass es im vorliegenden Fall wirksam ist?
Das ist Luigi, der hatte vermutlich selbst meine eigentliche Frage gar
nicht gelesen oder verstanden und meckert stattdessen mitten im thread
an einer Stelle, an der ich über gar nichts Lesbares berichte, sondern
das Auswahlangebot des Händlers erläutere, dass ich hätte lesen sollen.


-Andreas
Ulrich Maier
2017-05-09 15:15:17 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Portz
Post by Ulrich Maier
Natürlich ist er individuell. Wer sonst, meinst Du, ist an Deinem
Verschnitt interessiert? U.
Nein, er ist nicht individuell. Schrieb ich doch. Ich kann keine 7,63m
bestellen (plus die wenigen cm 'Schiefschnittzugabe', die immer mit dazu
kommen). Man hat die Auswahl unter einigen vorgegebenen Längen.
Sorry, da hatte ich nicht aufgepasst. Es gibt also gewisse
Standardlängen, die ausschließlich angeboten und bei Auftragserteilung
für den Käufer abgeschnitten werden.

Da kann man sich tatsächlich darüber streiten, ob das noch unter
"individuelle Anfertigung" fällt oder hier bereits eine missbräuchliche
Rechtskonstruktion vorliegt.

Ich vermute, dass es hierzu bereits Urteile gibt - suche danach.
Ansonsten erfährst Du die Antwort, wenn Du die Frage vor Gericht
entscheiden lässt. Dazu muss dann einer von Euch (vermutlich Du, wenn
die Ware bereits bezahlt ist) klagen. Einfacher wirst Du über den Weg
"Gewährleistung" zum Ziel kommen (wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt).

Ulrich
Andreas Portz
2017-05-09 15:58:15 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ulrich Maier
Ansonsten erfährst Du die Antwort, wenn Du die Frage vor Gericht
entscheiden lässt.
Wirtschaftlich gesehen weniger sinnvoll, selbst wenn ich gewinnen würde
und alle Kosten (außer Zeit) ersetzt bekäme.
Post by Ulrich Maier
Dazu muss dann einer von Euch (vermutlich Du, wenn die Ware bereits
bezahlt ist) klagen. Einfacher wirst Du über den Weg "Gewährleistung"
zum Ziel kommen (wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt).
Diese Schiene fahre ich gerade und warte auf Antwort des Händlers.
Wobei sich die Frage stellt, ob es einen Sachmangel darstellt, wenn eine
als "Tischschutzdecke" angepriesene PVC Folie von einigen Millimeter
Decke durch Benutzung eines Tellers mit esstauglich temperierten Speisen
bleibende Abdrücke bekommt, welche man sieht und mit den Fingerspitzen
fühlt.
Diese Abdrücke wurden weder 'reingeschmolzen' (durch einen heißen Teller
oder Topf, welcher das PVC recht weich machen würde), noch reingepresst
(durch einen schweren Suppentopf).


-Andreas
Ulrich Maier
2017-05-09 16:16:21 UTC
Permalink
Raw Message
PVC Folie von einigen Millimeter Dicke
Im Eingangsposting schriebst Du noch von 2,2 Metern Dicke! Aber sei's
drum ;-)

Ulrich
Wolfgang Ottenweller
2017-05-09 20:56:50 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Portz
Diese Abdrücke wurden weder 'reingeschmolzen' (durch einen heißen Teller
oder Topf, welcher das PVC recht weich machen würde), noch reingepresst
(durch einen schweren Suppentopf).
aha.

Wenn die Abdrücke weder durch Wärme noch durch Druck entstanden sein
sollen, was siehst du dann als mögliche Ursache an?
Andreas Portz
2017-05-09 21:03:30 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfgang Ottenweller
Wenn die Abdrücke weder durch Wärme noch durch Druck entstanden sein
sollen, was siehst du dann als mögliche Ursache an?
Auch das schrieb ich diesem thread bereits: unter einem esswarmen Teller
durch dessen Gewicht bzw. das Benutzen der beim Essen üblichen Werkzeuge
entstanden.
Da die Abdrücke den Durchmesser und die Dicke des unter dem Teller
hervorstehenden Grats haben, war der Verursacher nicht schwer zu
identifizieren.


-Andreas
Wolfgang Ottenweller
2017-05-09 21:15:33 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Portz
Auch das schrieb ich diesem thread bereits: unter einem esswarmen Teller
durch dessen Gewicht bzw. das Benutzen der beim Essen üblichen Werkzeuge
entstanden.
da hatte ich natürlich gelesen.

Also doch reingeschmolzen oder reingepresst.

Das Material ist einfach sehr hitze- und/oder druckempfindlich.
Andreas Portz
2017-05-10 05:13:55 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfgang Ottenweller
Also doch reingeschmolzen oder reingepresst.
PVC schmilzt nicht bei 40°C - 45°C und wird auch nicht so weich, dass
ein mit Inhalt 1kg schwerer Teller auf den man alle 20sec 'Druck' mit
Messer und Gabel ausübt, "reingepresst" wird.
Beides hätte ich bei einem kochend heißen Suppertopf 'akzeptiert'.

Sogar zimmerwarme Frühstücksteller, auf denen das Brot mit Butter
beschmiert wird, verewigen sich ganz leicht. Aber diese Ringe bilden
sich teilweise wieder zurück. Mit etwas Glück bleibt von denen nur eine
Art Sichelmond übrig.


-Andreas
U***@web.de
2017-05-10 07:10:38 UTC
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Andreas Portz
Post by Wolfgang Ottenweller
Also doch reingeschmolzen oder reingepresst.
PVC schmilzt nicht bei 40°C - 45°C
Je nach Weichmacher erweicht es aber offensichtlich
unter 100°C.
Post by Andreas Portz
und wird auch nicht so weich, dass
ein mit Inhalt 1kg schwerer Teller auf den man alle 20sec 'Druck' mit
Messer und Gabel ausübt, "reingepresst" wird.
Beides hätte ich bei einem kochend heißen Suppertopf 'akzeptiert'.
Wenn Du Deine Teller mit Eintopf befüllst, mögen sie an der
Unterseite auf über 45°C kommen.
Post by Andreas Portz
Sogar zimmerwarme Frühstücksteller, auf denen das Brot mit Butter
beschmiert wird, verewigen sich ganz leicht. Aber diese Ringe bilden
sich teilweise wieder zurück. Mit etwas Glück bleibt von denen nur eine
Art Sichelmond übrig.
Bei den Weichmachern würde ich mir überlegen, ob und wie oft und
lange ich beim Essen meine Hände drauflegen will.

Gruß, ULF
Wolfgang Ottenweller
2017-05-10 07:54:37 UTC
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Bei den Weichmachern würde ich mir überlegen, ob und wie oft und
lange ich beim Essen meine Hände drauflegen will.
tendiere eher zur Atemmaske, wenn der Weichmachergeruch mit Vanillinduft
überdeckt werden muss.

Sollte nach ein paar Wochen der Vanillinduft ausgedünstet sein und die
Weichmacher weiterstinken haben wir das nächste juristische Problem. *SCNR*
Ludger Averborg
2017-05-10 08:29:01 UTC
Permalink
Raw Message
On Wed, 10 May 2017 07:13:55 +0200, Andreas Portz
Post by Andreas Portz
Post by Wolfgang Ottenweller
Also doch reingeschmolzen oder reingepresst.
PVC schmilzt nicht bei 40°C - 45°C und wird auch nicht so weich, dass
ein mit Inhalt 1kg schwerer Teller auf den man alle 20sec 'Druck' mit
Messer und Gabel ausübt, "reingepresst" wird.
Beides hätte ich bei einem kochend heißen Suppertopf 'akzeptiert'.
Sogar zimmerwarme Frühstücksteller, auf denen das Brot mit Butter
beschmiert wird, verewigen sich ganz leicht. Aber diese Ringe bilden
sich teilweise wieder zurück. Mit etwas Glück bleibt von denen nur eine
Art Sichelmond übrig.
Man muss sich vielleicht überlegen, was man genau unter
einer "Schutztischdecke" verstehen soll.
Das, was man so beim Essen drauflegt, nennt man ja
Tischdecke und nicht Schutztischdecke.

Schutzhüllen nimmt man in der Regel ab, bevor man einen
Gegenstand verwendet.

Wir haben unseren hölzernen Gartentisch mit einer
PCV-Schutzdecke abgedeckt, wenn wir ihn nicht benutzen
(damit er trocken und sauber bleibt).

l.
Theodor Hellwald
2017-05-12 11:24:42 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Portz
Post by Wolfgang Ottenweller
Also doch reingeschmolzen oder reingepresst.
PVC schmilzt nicht bei 40°C - 45°C und wird auch nicht so weich, dass
ein mit Inhalt 1kg schwerer Teller auf den man alle 20sec 'Druck' mit
Messer und Gabel ausübt, "reingepresst" wird.
Beides hätte ich bei einem kochend heißen Suppertopf 'akzeptiert'.
Sogar zimmerwarme Frühstücksteller, auf denen das Brot mit Butter
beschmiert wird, verewigen sich ganz leicht. Aber diese Ringe bilden
sich teilweise wieder zurück. Mit etwas Glück bleibt von denen nur eine
Art Sichelmond übrig.
Du verwechselst da was, was du meinst ist PVC als Bodenbelag. Diese
Decke besteht aber aus Weich-PVC-Schaum. Als Schutztischdecke tauglich,
aber eben nicht al Schutz beim essen sondern als Schutz z.B. auf Garten-
oder Terassentischen, also draussen.
Was mir komisch vorkommt ist die 'Haftkraft' der Folie. Ich kenne nicht
eine PVC-Folie welche von sich au, quasi klebt und würde das als klaren
Produktmangel ansehen. MfG theo

Mathias Fuhrmann
2017-05-10 09:07:49 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Portz
Wobei sich die Frage stellt, ob es einen Sachmangel darstellt, wenn eine
als "Tischschutzdecke" angepriesene PVC Folie von einigen Millimeter
Decke durch Benutzung eines Tellers mit esstauglich temperierten Speisen
bleibende Abdrücke bekommt, welche man sieht und mit den Fingerspitzen
fühlt.
Diese Abdrücke wurden weder 'reingeschmolzen' (durch einen heißen Teller
oder Topf, welcher das PVC recht weich machen würde), noch reingepresst
(durch einen schweren Suppentopf).
Ich kann mich an solche Meterware im Baumarkt/Resterampe erinnern.
Nach 'Bildersuche' fand ich
https://www.amazon.de/dp/B06WGMV89X?th=1
und dort steht:
| Stärke - ca. 2,5 mm, hält Temperaturen zwischen -30° und +60° C

Und bei Druck pp. dürften es vermutlich weniger sein, bis sich
'Änderungen' ergeben.
--
Mathias
Wolfgang Ottenweller
2017-05-10 11:39:10 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Mathias Fuhrmann
Nach 'Bildersuche' fand ich
https://www.amazon.de/dp/B06WGMV89X?th=1
ui, das ist ja nahezu der gleiche Text wie in dem vom OP genannten Angebot.

Kein Wunder, ist ja auch der gleiche Anbieter.

Zumindest Name und Wohnort - Strasse, Telefon und Email hat er sich für
die beiden Platformen unterschiedlich zugelegt.
Post by Mathias Fuhrmann
| Stärke - ca. 2,5 mm, hält Temperaturen zwischen -30° und +60° C
dort steht noch mehr:

"Bitte vermeiden Sie Kontakt mit Zeitungspapier oder Spaghetti
Tomatensoßen oder ähnliches.Dies könnte sich in die Folie eindringen.


Heiße Tellern oder Tassen können Spuren hinterlassen."
Andreas Portz
2017-05-10 12:49:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfgang Ottenweller
Heiße Tellern oder Tassen können Spuren hinterlassen."
Das stand/steht in dem ebay Angebot nicht und wie schon erwähnt,
passiert das auch mit zimmerwarmen Tellern.


-Andreas
Helmut Wabnig
2017-05-09 18:41:18 UTC
Permalink
Raw Message
On Tue, 9 May 2017 11:12:51 +0200, Andreas Portz
Post by Andreas Portz
Hallo Rechtsexperten,
von einem gewerblichen Händler erwarb ich über ebay eine als
Schutztischdecke beworbene PVC Folie von 2,2m Dicke.
Diese entspricht zwar im wesentlichen der Beschreibung, hat aber leider
einen gravierenden ungenannten (neben einem implizit erwähnten)
Nachteil: abgestellte und mit etwas 'Nachdruck' verwendete Essteller
hinterlassen _bleibende_ Eindrücke, d.h. der ringförmige Rand auf der
Unterseite des Tellers drückt sich irreversibel in das PVC hinein, so
dass 'die Futterplätze' nach einiger Zeit recht unansehnlich werden.
Dass wegen der im Angebot beschriebenen Haftkraft des PVCs darauf
abgestellte Trinkgläser mit deutlichem Kraftaufwand angehoben werden
müssen, damit sie sich - dann plötzlich, vulgo ruckartig - von
Tischdecke lösen und in gut gefülltem Zustand dabei überschwappen, ist
dabei fast schon nachrangig.
In der Artikelbeschreibung steht
"Der Schnitt wird nach Ihrem Wunschgrößen von einer Großrolle 20 meter
lang ist, maschinell abgelängt und geschnitten. Ein Rückgabe- bzw.
Widerrufsrecht besteht daher nicht."
In der nachträglich erhaltenen Widerrufsbelehrung, der sogar ein Muster
Widerrufsformular zum Ausfüllen und Einreichen (Brief, Fax, email, ...)
beiliegt allerdings
"Widerrufsbelehrung Widerrufsrecht Sie haben das Recht, binnen vierzehn
Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen."
Was gilt nun?
-Andreas
Dürfen wir wissen wie hoch der Preis war,
um uns möglicherweise Aufregung zu ersparen?


w.
Andreas Portz
2017-05-09 19:47:27 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Helmut Wabnig
Dürfen wir wissen wie hoch der Preis war,
um uns möglicherweise Aufregung zu ersparen?
:-))
Der fragliche Artikel wurde in diesem thread bereit verlinkt.

Aber es ist wohl bekannt, dass die schlussendlichen Kosten, die sich bei
falscher Vorgehensweise ergeben, nur bedingt etwas mit dem Streitwert zu
tun haben, oder sich auch nur ansatzweise in dessen Nähe befinden.

Von daher lautet die Frage ich solchen Fällen niemals "Um wie viel geht
es?", sondern "Wie stehen die Aussichten und wie packt man es an?".


-Andreas
Ulrich Maier
2017-05-09 20:50:17 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Portz
Aber es ist wohl bekannt, dass die schlussendlichen Kosten, die sich bei
falscher Vorgehensweise ergeben, nur bedingt etwas mit dem Streitwert zu
tun haben, oder sich auch nur ansatzweise in dessen Nähe befinden.
Das Weiß auch der Verkläufer.
Post by Andreas Portz
Von daher lautet die Frage ich solchen Fällen niemals "Um wie viel geht
es?", sondern "Wie stehen die Aussichten
Selbst bei 100%-igen Erfolgsaussichten kostet es Dich u.U. sehr viel
mehr Zeit, als Du an Geld zurückbekommst. Niemand zahlt Dir die Zeit für
das Verfassen der Klageschrift oder das Briefing eines RAs (den Du für
solche Lappalien kaum finden wirst).

Es ist also hinzuzufügen: "und ist es mir den Aufwand wert?" Wem es ums
Prinzip geht, der hat schon verloren.

Auch das alles weiß der Verkäufer.

(Deswegen kaufe ich nur noch bei wenigen als seriös bekannten
Verkäufern, darunter Amazon, aber fast nie bei EBay.)
Post by Andreas Portz
und wie packt man es an?".
Ulrich
Theodor Hellwald
2017-05-11 07:38:31 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ulrich Maier
Post by Andreas Portz
Aber es ist wohl bekannt, dass die schlussendlichen Kosten, die sich bei
falscher Vorgehensweise ergeben, nur bedingt etwas mit dem Streitwert zu
tun haben, oder sich auch nur ansatzweise in dessen Nähe befinden.
Das Weiß auch der Verkläufer.
Post by Andreas Portz
Von daher lautet die Frage ich solchen Fällen niemals "Um wie viel geht
es?", sondern "Wie stehen die Aussichten
Selbst bei 100%-igen Erfolgsaussichten kostet es Dich u.U. sehr viel
mehr Zeit, als Du an Geld zurückbekommst. Niemand zahlt Dir die Zeit für
das Verfassen der Klageschrift oder das Briefing eines RAs (den Du für
solche Lappalien kaum finden wirst).
Es ist also hinzuzufügen: "und ist es mir den Aufwand wert?" Wem es ums
Prinzip geht, der hat schon verloren.
Auch das alles weiß der Verkäufer.
(Deswegen kaufe ich nur noch bei wenigen als seriös bekannten
Verkäufern, darunter Amazon, aber fast nie bei EBay.)
Post by Andreas Portz
und wie packt man es an?".
Das ist das Paradoxon des Tages! Amazon und seriös! MUHAHAHAHAHAHAHAHA!^^
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