Discussion:
Glasbruch bei ebay-Kauf - keiner zuständig?
(zu alt für eine Antwort)
Helmut Tarnick
2005-12-12 00:32:51 UTC
Permalink
Hallo Ihr,

bitte um Eure Hilfe in folgender Situation. Habe bei ebay einen Posten
Glas-Laborgeräte gekauft (Kolben, Kühler usw.), geliefert wurde (versichert)
per DHL, und beim Auspacken mußte ich feststellen, daß ca. ein Drittel aller
Sachen zu Bruch gegangen war. Habe den Verkäufer informiert, der mir sagte,
ich müsse mich an die nächste Poststelle wenden. Die wußten auch, wie zu
verfahren sei, nämlich alles wieder wie im Originalzustand verpacken und
dort abliefern. Habe ich gemacht, ging dann wohl nach Rüdersdorf zur
Begutachtung und war nach drei Tagen wieder zurück, anscheinend unverändert
mit einem dürren Schreiben, daß die Verpackung nicht den
Verpackungsbedingungen der Deutschen Post entspricht und die Beschädigungen
darauf zurückzuführen sind. Der Verkäufer lehnt Schadenersatz ab, da er ja
die Ware einwandfrei und versichert ausgeliefert hat (scheint ziemlich
dickfellig zu sein, er hat sein Geld, alles Weitere interessiert ihn nicht
mehr). Jetzt mußte ich beim Auspacken auch noch feststellen, daß auf dem Weg
zur Begutachtung und zurück weitere Sachen zu Bruch gegangen sind, das Ganze
ist also ein kleines Desaster für mich. Mit DHL habe ich telefoniert, dort
ist niemand wirklich zuständig. Bezahlt habe ich an den Verkäufer insgesamt
81 Euro (61 ? plus 10 ? Versand plus weitere 10 ? Versand, weil ihm nach der
Auktion einfiel, daß er nun doch zwei Pakete packen muß).

Meine Frage: Was würdet Ihr an meiner Stelle tun? Ich habe keine
Rechtsschutzversicherung, ein Anwalt kostet sicher einiges mehr als die
ganze Auktion, und wenn ich den Verkäufer, der ja m.E. eigentlich
verantwortlich ist, bei ebay schlecht bewerte, kriege ich von ihm natürlich
auch eine Negativbewertung. Mach ich aber gar nichts, bleibe ich auf meinem
Ärger sitzen, da ich ja nun am allerwenigsten für den Schaden kann. Also ich
würde mich freuen, von Euch ein paar realistische Vorschläge zu hören, wie
ich wenigstens ansatzweise zu meinem Recht komme. Danke Euch schon mal und

Gruß Helmut
Uwe Premer
2005-12-12 01:45:28 UTC
Permalink
Post by Helmut Tarnick
bitte um Eure Hilfe in folgender Situation. Habe bei ebay einen Posten
Glas-Laborgeräte gekauft (Kolben, Kühler usw.), geliefert wurde (versichert)
per DHL, und beim Auspacken mußte ich feststellen, daß ca. ein Drittel aller
Sachen zu Bruch gegangen war. Habe den Verkäufer informiert, der mir sagte,
ich müsse mich an die nächste Poststelle wenden.
Nein, das war schonmal grundflscha!
Dein Verkäufer hat den Vertrag mit dem Versandunternehmen abgeschlossen;
er hat sich deshalb auch darum zu bemühen.
Post by Helmut Tarnick
Die wußten auch, wie zu
verfahren sei, nämlich alles wieder wie im Originalzustand verpacken und
dort abliefern. Habe ich gemacht, ging dann wohl nach Rüdersdorf zur
Begutachtung und war nach drei Tagen wieder zurück, anscheinend unverändert
mit einem dürren Schreiben, daß die Verpackung nicht den
Verpackungsbedingungen der Deutschen Post entspricht und die Beschädigungen
darauf zurückzuführen sind.
Nun, speziell bei Glas und zerbrechlichen Teilen hat gerade die Deutsche
Post entsprechende Verpackungsvorschriften.
Daher lehnen die wohl recht schnell einen Schadensersatz ihrerseits ab,
wenn die Teile auch nur annähernd schlecht verpackt worden sind.
Post by Helmut Tarnick
Der Verkäufer lehnt Schadenersatz ab, da er ja
die Ware einwandfrei und versichert ausgeliefert hat[...]
Sofern der VK korrekt verpackt /hätte/, wäre dies der Fall.
Jedoch bei einer nicht sachgemäßen Verpackung ist er die Ursache und
dafür verantwortlich.
Post by Helmut Tarnick
Jetzt mußte ich
beim Auspacken auch noch feststellen, daß auf dem Weg zur Begutachtung
und zurück weitere Sachen zu Bruch gegangen sind,[...]
Tja, wieder quasi schlecht verpackt und daher wieder Bruch. Allerdings
solltest du das ja auch auf Aufforderung machen, daher müßte in diesem
Fall der Auffordernde, also die Post für den weiteren Schaden haften.
Die hätten nämlich sonst dir sagen müssen: Verpacke es jetzt
ordentlich; nur wäre dann die "Begutachtung" wohl "mißlungen".
Post by Helmut Tarnick
[...]Bezahlt habe ich an den Verkäufer
insgesamt 81 Euro (61 ? plus 10 ? Versand plus weitere 10 ? Versand,
weil ihm nach der Auktion einfiel, daß er nun doch zwei Pakete packen
muß).
Die Frage erübrigt sich dann wohl, ob es ein privater VK war, gell?
Post by Helmut Tarnick
Meine Frage: Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?
Den Fall an eBay melden:
http://pages.ebay.de/help/contact_us/_base/index.html
-> Mitteilung über Probleme mit anderen Mitgliedern,
--> Verstöße beim Verkauf,
---> der Verstoß, den ich melden möchte, ist nicht aufgeführt.
Post by Helmut Tarnick
Ich habe keine
Rechtsschutzversicherung,
Das ist schlecht![tm]
Post by Helmut Tarnick
[...]und wenn ich den Verkäufer, der ja m.E. eigentlich
verantwortlich ist, bei ebay schlecht bewerte, kriege ich von ihm
natürlich auch eine Negativbewertung.
Die Negativbewertung braucht dich nicht zu interessieren. Einfach
entsprechend sachlich kommentieren und gut ist.
Ansonsten wäre ja das ganze Bewertungssystem ad absurdum!
Post by Helmut Tarnick
Mach ich aber gar nichts, bleibe
ich auf meinem Ärger sitzen, da ich ja nun am allerwenigsten für den
Schaden kann. Also ich würde mich freuen, von Euch ein paar
realistische Vorschläge zu hören, wie ich wenigstens ansatzweise zu
meinem Recht komme.
Du kannst höxtens zusammen mit eBay versuchen, den VK dafür
verantwortlich zu machen, wenn das nicht geht, dann bleibt nur noch das
eBay-Käuferschutzprogramm, wo du dein Geld abzüglich 25 Euro SB nach
ganz vielen Monaten von eBay bekommen /könntest/.

Viel Erfolg!
Uwe
Marino Weigl
2005-12-12 07:09:35 UTC
Permalink
Eine kleine Bemerkung dazu:
Ebay bzw. Unterstützung von dort kannst Du vergessen! Ich habe 2 Verkäufer
wegen Betrug bei der Polizei angezeigt und dies natürlich auch über die
üblichen Wege bei Ebay mitgeteilt. NICHTS! Die Verkäufer waren Powerseller
und verkaufen weiter, trotz massiver negativer Bewertung nicht nur von
mir...

Gruß M. Weigl
Holger Pollmann
2005-12-12 08:31:55 UTC
Permalink
Post by Uwe Premer
Habe den Verkäufer informiert, der mir sagte, ich müsse mich an
die nächste Poststelle wenden.
Nein, das war schonmal grundflscha!
Dein Verkäufer hat den Vertrag mit dem Versandunternehmen
abgeschlossen; er hat sich deshalb auch darum zu bemühen.
Deine Aussage ist grundfalsch; nach § 421 I 2 HGB kann der Empfänger den
Schadensersatzanspruch (so denn einer besteht, klingt auch für mich eher
nach schlechter Verpackung) selbst gegenüber der Post geltend machen, ohne
jede Mitwirkung seitens des Absenders.
--
( ROT-13 if you want to email me directly: ***@ervzjrexre.qr )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl. Der
Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
Uwe Premer
2005-12-12 15:06:28 UTC
Permalink
Post by Uwe Premer
Habe den Verkäufer informiert, der mir sagte, ich müsse mich an
die nächste Poststelle wenden.
Nein, das war schonmal grundflscha!
Dein Verkäufer hat den Vertrag mit dem Versandunternehmen
abgeschlossen; er hat sich deshalb auch darum zu bemühen.
[...] nach § 421 I 2 HGB kann der Empfänger den
Schadensersatzanspruch (so denn einer besteht, klingt auch für mich eher
nach schlechter Verpackung) selbst gegenüber der Post geltend machen, ohne
jede Mitwirkung seitens des Absenders.
Du hast recht, laut der DHL-AGB, Punkt 6, (4) kann sowohl Absender als auch
Empfänger den Schaden bei DHL anzeigen.
Allerdings muß dies innerhalb der folgenden 7 Tage nach Zustellung
erfolgen, was ja beim OP sicher der Fall war.

Uwe
Holger Pollmann
2005-12-12 21:26:38 UTC
Permalink
Post by Uwe Premer
Post by Uwe Premer
Dein Verkäufer hat den Vertrag mit dem Versandunternehmen
abgeschlossen; er hat sich deshalb auch darum zu bemühen.
[...] nach § 421 I 2 HGB kann der Empfänger den
Schadensersatzanspruch (so denn einer besteht, klingt auch für
mich eher nach schlechter Verpackung) selbst gegenüber der Post
geltend machen, ohne jede Mitwirkung seitens des Absenders.
Du hast recht, laut der DHL-AGB, Punkt 6, (4) kann sowohl Absender
als auch Empfänger den Schaden bei DHL anzeigen.
Viel wichtiger ist, daß in § 438 I HGB steht, daß auch der Empfänger die
Anzeige machen kann.

Mir ging es aber darum, daß der Emfpänger nicht nur das machen kann,
sondenr er kann auch den Schadensersatzanspruch allein geltend machen,
ganz ohne Beteiligung des Absenders.
--
( ROT-13 if you want to email me directly: ***@ervzjrexre.qr )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl.
Der Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
Manfred Cuntz
2005-12-13 01:53:43 UTC
Permalink
Post by Holger Pollmann
Viel wichtiger ist, daß in § 438 I HGB steht, daß auch der Empfänger die
Anzeige machen kann.
Hier handeln Vollkaufleute?

DHL sicher aber der OP?
--
Viele Grüße aus dem schönen Rodgau
Manfred
Holger Pollmann
2005-12-13 02:22:21 UTC
Permalink
Post by Manfred Cuntz
Post by Holger Pollmann
Viel wichtiger ist, daß in § 438 I HGB steht, daß auch der
Empfänger die Anzeige machen kann.
Hier handeln Vollkaufleute?
<grins>

Nein. Wieso sollte das nötig sein?

Tipp: bevor du "hmmm, hier gar nicht" antwortest, solltest du die
längere Erläuterung dazu gelesen haben, die ich vor einiger Zeit mal in
deha gepostet habe:
<news:***@individual.net>
--
( ROT-13 if you want to email me directly: ***@ervzjrexre.qr )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl.
Der Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
Holger Pollmann
2005-12-13 02:22:49 UTC
Permalink
Post by Manfred Cuntz
Post by Holger Pollmann
Viel wichtiger ist, daß in § 438 I HGB steht, daß auch der
Empfänger die Anzeige machen kann.
Hier handeln Vollkaufleute?
<grins>

Nein. Wieso sollte das nötig sein?

Tipp: bevor du "hmmm, hier gar nicht" antwortest, solltest du die
längere Erläuterung dazu gelesen haben, die ich vor einiger Zeit mal in
deha gepostet habe:
<news:***@individual.net>
Dann leuchtet dir deine Antwort nämlich auch ein ;-)
--
( ROT-13 if you want to email me directly: ***@ervzjrexre.qr )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl.
Der Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
Manfred Cuntz
2005-12-13 07:10:22 UTC
Permalink
Post by Holger Pollmann
längere Erläuterung dazu gelesen haben, die ich vor einiger Zeit mal in
Dann leuchtet dir deine Antwort nämlich auch ein ;-)
Danke, habs mir abgespeichert. Dann hatte meine Nachfrage ja doch
einen Sinn. Zumindest für mich :-)

Viele Grüße aus dem schönen Rodgau
Manfred
Helmut Tarnick
2005-12-13 21:53:31 UTC
Permalink
Post by Holger Pollmann
Viel wichtiger ist, daß in § 438 I HGB steht, daß auch der Empfänger
die Anzeige machen kann.
Mir ging es aber darum, daß der Emfpänger nicht nur das machen kann,
sondenr er kann auch den Schadensersatzanspruch allein geltend machen,
ganz ohne Beteiligung des Absenders.
Die DHL-Hotline sagte mir, daß ohne eine Anspruchsabtretung des Verkäufers
an mich gar nichts läuft, für die bin ich kein Vertragspartner.

Gruß Helmut
Holger Pollmann
2005-12-14 00:31:59 UTC
Permalink
Post by Helmut Tarnick
Post by Holger Pollmann
Viel wichtiger ist, daß in § 438 I HGB steht, daß auch der
Empfänger die Anzeige machen kann.
Mir ging es aber darum, daß der Emfpänger nicht nur das machen
kann, sondenr er kann auch den Schadensersatzanspruch allein
geltend machen, ganz ohne Beteiligung des Absenders.
Die DHL-Hotline sagte mir, daß ohne eine Anspruchsabtretung des
Verkäufers an mich gar nichts läuft, für die bin ich kein
Vertragspartner.
Ja. Und das Gesetz sagt, daß der Empfänger das kann, und zwar ganz ohen
Abtretung. Was die DHL-Hotline dir erzählt, ist eine Falschheit.
--
( ROT-13 if you want to email me directly: ***@ervzjrexre.qr )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl.
Der Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
Helmut Tarnick
2005-12-13 21:51:36 UTC
Permalink
Post by Uwe Premer
Du hast recht, laut der DHL-AGB, Punkt 6, (4) kann sowohl Absender
als auch Empfänger den Schaden bei DHL anzeigen.
Wo hast Du das gefunden? Habe mir das hier

http://www.dhl.de/dhl?skin=hi&check=yes&lang=de_DE&xmlFile=200001175

runtergeladen, dort finde ich das nicht.

Gruß Helmut
Uwe Buschhorn
2005-12-12 12:45:25 UTC
Permalink
Post by Uwe Premer
Die Negativbewertung braucht dich nicht zu interessieren. Einfach
entsprechend sachlich kommentieren und gut ist.
Leider ist dann noch ein Ergänzungskommentar möglich, auf den man nicht
mehr antworten kann.

Ich empfehle einen zweiten Account, der nur für Käufe benutzt wird.
Damit kann man einen Verkäufer guten Gewissens negativ bewerten und
"Rachebewertungen" können einem egal sein.
Post by Uwe Premer
Ansonsten wäre ja das ganze Bewertungssystem ad absurdum!
Das eBay Bewertungssystem *ist* absurd.
Es basiert auf dem Grundsatz "Tu mir nichts, dann tu ich Dir nichts."

Und das kannste gleich in die Tonne treten.

Grüße,
--
Uwe Buschhorn
M. Díegmann
2005-12-12 13:23:25 UTC
Permalink
"Uwe Buschhorn"
Post by Uwe Buschhorn
Das eBay Bewertungssystem *ist* absurd.
Es basiert auf dem Grundsatz "Tu mir nichts,
dann tu ich Dir nichts."
Und das kannste gleich in die Tonne treten.
Stimmt. Ein Weg ist aber, die Sache über den dafür vorgesehenen ebay-Prozess
abzuwickeln. Macht der andere da nicht mit (antwortet also nicht binnen x
Tagen), verliert er die Möglichkeit zur Bewertung. Dokumentiert ist das
nicht, aber ich glaube, dass es so ist, denn auf Negativbewertungen nach
dieser Abwicklung habe ich noch nie eine Rachebewertung bekommen.

Daneben dient es wie alle Maßnahmen der letzten 5 Jahre vor allem den Zweck,
die Personalbindung durch die lästigen Benutzeranfragen zu minimieren. Ich
fand's besser, als man Rachebewertungen noch entfernen lassen konnte, aber
wer will neutral beurteilen, wer jeweils Recht hat?

Grüße
Markus
Claus Färber
2005-12-12 18:28:00 UTC
Permalink
Post by M. Díegmann
Daneben dient es wie alle Maßnahmen der letzten 5 Jahre vor allem den
Zweck, die Personalbindung durch die lästigen Benutzeranfragen zu
minimieren. Ich fand's besser, als man Rachebewertungen noch entfernen
lassen konnte, aber wer will neutral beurteilen, wer jeweils Recht
hat?
Das Gericht, das den Verkäufer zum Löschenlassen der Berechtigung
verurteilt.

Claus
--
http://www.faerber.muc.de
Helmut Tarnick
2005-12-13 21:57:20 UTC
Permalink
Post by Uwe Buschhorn
Das eBay Bewertungssystem *ist* absurd.
Es basiert auf dem Grundsatz "Tu mir nichts, dann tu ich Dir nichts."
Seh ich auch so, aber vernünftige Alternativen gibt es wohl nicht.

Gruß Helmut
Mark Henning
2005-12-15 08:32:17 UTC
Permalink
Post by Helmut Tarnick
Post by Uwe Buschhorn
Das eBay Bewertungssystem *ist* absurd.
Es basiert auf dem Grundsatz "Tu mir nichts, dann tu ich Dir nichts."
Seh ich auch so, aber vernünftige Alternativen gibt es wohl nicht.
Doch, natürlich gibt es die. Z.B. wäre es eine Alternative, dass die
Bewertungen erst dann veröffentlicht werden, wenn *beide* Kontrahenten
die Bewertung abgegeben haben (oder die Zeit zur Abgabe einer
Bewertung verstrichen ist).

Bis dann,

- Mark
--
NEU (Dez. 2005): AnaMark V2.20 - The VST-Synthesizer
http://www.mark-henning.de/
Marion Scheffels
2005-12-15 09:48:58 UTC
Permalink
Post by Mark Henning
Doch, natürlich gibt es die. Z.B. wäre es eine Alternative, dass die
Bewertungen erst dann veröffentlicht werden, wenn *beide* Kontrahenten
die Bewertung abgegeben haben
Klasse: dann liefer ich dir Müll und gebe dir keine BW, dann wird
deine Rote für mich nie veröffentlicht ;->
Und Leute, die betrügen oder immer Mist liefern o.ä. brauchen bloß nie
selbst zu bewerten, damit keiner ihr Profil mit Warnungen verunziert.
Post by Mark Henning
(oder die Zeit zur Abgabe einer
Bewertung verstrichen ist).
Das klingt besser, ja. Obwohl sich manchmal Verkaufsverhandlungen,
Lieferungen, Nachverhandlungen etc ganz schön hinziehen können. Im
Augenblick hat man 3 Monate für eine BW (offiziell). Wenn man weiß,
wie es anzustellen ist, geht es auch länger (der Rekord soll bei 2
Jahren liegen).
Wobei die Abgabe einer BW bisweilen auch geeignet ist, den anderen
ebenfalls zur Abgabe der BW zu bewegen. Ein Verkäufer, der Vertrauen
in seine Ware und seine Kunden hat, braucht sich um die Abgabe der BW
nicht zu drücken.

MarionS
--
***@marions.de

"Didn't they say the pen was mightier than the sword?" - James Bond
"Thanks to me they were right!" - Q
(GoldenEye)
Mark Henning
2005-12-15 11:07:41 UTC
Permalink
Post by Marion Scheffels
Das klingt besser, ja.
Es wäre nett, wenn Du meine Aussagen nicht so sinnentstellend
zerreißen würdest, wie Du das gerade getan hast.
Post by Marion Scheffels
Obwohl sich manchmal Verkaufsverhandlungen,
Lieferungen, Nachverhandlungen etc ganz schön hinziehen können. Im
Augenblick hat man 3 Monate für eine BW (offiziell). Wenn man weiß,
wie es anzustellen ist, geht es auch länger (der Rekord soll bei 2
Jahren liegen).
Macht nix. Sei doch nicht so unselbstständig; alles muss man Dir
vorkauen. ;-) Man könnte im Bewertungssystem ja z.B. angeben, wieviele
derzeit noch unveröffentlichte Bewertungen existieren, und von wann
die sind. Wenn ein potentieller Käufer dann liest:

"100 Bewertungen, die von Käufern bereits seit 3 Monaten abgegeben
sind, aber mangels Bewertungsabgabe *dieses* Verkäufers noch nicht
veröffentlicht sind."

kann er sich seins ja dazu denken.

Auch wäre es imo hilfreich anzugeben, wie lange es im Schnitt dauert,
bis ein Käufer/Verkäufer seine Bewertungen abgibt.

Davon abgesehen sollte man es imo zur Pflicht machen, dass Bewertungen
dann abzugeben sind, wenn die jeweilige Leistung erfüllt wurde. Heißt:
Der Verkäufer hat seine Bewertung dann abzugeben, wenn er das Geld
erhalten hat. Der Käufer dann, wenn er die Ware erhalten hat.
Bewertungen werden in der Reihenfolge abgegeben, wie die Leistungen
erfolgen. Heißt: Ist Vorkasse vereinbart, so muss zuerst der Verkäufer
die Bewertung abgeben, und erst danach der Käufer, es sei denn der
Käufer vergibt eine negative Bewertung.

Dann noch eine gescheite Gegenüberstellung "Bewertungen, die dieser
Ebayaner erhalten hat" mit den "Bewertungen, die dieser Ebayaner
vergeben hat".
Post by Marion Scheffels
Wobei die Abgabe einer BW bisweilen auch geeignet ist, den anderen
ebenfalls zur Abgabe der BW zu bewegen. Ein Verkäufer, der Vertrauen
in seine Ware und seine Kunden hat, braucht sich um die Abgabe der BW
nicht zu drücken.
Und gerade deshalb sähe ich gerne eine Angabe, wieviel Zeit sich die
Leute mit ihren Bewertungen so lassen.

Bis dann,

- Mark
--
NEU (Dez. 2005): AnaMark V2.20 - The VST-Synthesizer
http://www.mark-henning.de/
Claus Färber
2005-12-15 11:36:00 UTC
Permalink
Post by Mark Henning
Davon abgesehen sollte man es imo zur Pflicht machen, dass Bewertungen
Der Verkäufer hat seine Bewertung dann abzugeben, wenn er das Geld
erhalten hat. Der Käufer dann, wenn er die Ware erhalten hat.
Der Käufer hat seine Verpflichtungen nicht schon mit der Zahlung
erfüllt. "Der Käufer ist verpflichtet, dem Verkäufer den vereinbarten
Kaufpreis zu zahlen und die gekaufte Sache abzunehmen." (§ 433 II BGB)

Claus
--
http://www.faerber.muc.de
Mark Henning
2005-12-15 17:03:10 UTC
Permalink
Post by Claus Färber
Post by Mark Henning
Davon abgesehen sollte man es imo zur Pflicht machen, dass Bewertungen
Der Verkäufer hat seine Bewertung dann abzugeben, wenn er das Geld
erhalten hat. Der Käufer dann, wenn er die Ware erhalten hat.
Der Käufer hat seine Verpflichtungen nicht schon mit der Zahlung
erfüllt. "Der Käufer ist verpflichtet, dem Verkäufer den vereinbarten
Kaufpreis zu zahlen und die gekaufte Sache abzunehmen." (§ 433 II BGB)
Dann von mir aus spätestens in dem Moment, in dem die Sache abgenommen
wurde.

Bis dann,

- Mark
--
NEU (Dez. 2005): AnaMark V2.20 - The VST-Synthesizer
http://www.mark-henning.de/
Marion Scheffels
2005-12-15 16:09:16 UTC
Permalink
Post by Mark Henning
Es wäre nett, wenn Du meine Aussagen nicht so sinnentstellend
zerreißen würdest, wie Du das gerade getan hast.
Sorry, ich habe es nicht als "sinnentstellend" angesehen, da mir die
von dir gedachte Bedeutung offensichtlich entgangen ist :-)

Die Bewertung wird von einigen Leute wirklich als das Non-Plus-Ultra
angesehen. In den eBay Foren hört man von Bewertungsdrängelei, die
nach der x-ten Mahnmail von einigen anderen auch schon mal mit einer
Negativen mit dem Text "Bewertungsdrängler" quittiert wird. Man erlebt
auch immer wieder Leute, die so tun, als sei die BW im Lieferumfang
mitinbegriffen. Auch Bewertungserpressung ist nicht selten.
Es wird auch diskutiert, ob die Rolle des Käufers mit der Überweisung
schon beendet ist. Wenn die Ware ankommt gibt es immer noch genügend
Anlässe, sich in die Wolle zu kriegen. Käufer reklamieren bisweilen
einen Scheiß und einige Verkäufer kümmern berechtigte Reklamationen
ebenfalls einen Scheiß.

Wenn man sich einen VK anschaut, kann man aus seinen Bewertungen doch
jetzt schon einiges herauslesen. Hat er mehr oder weniger BW vergeben
als erhalten? Wie ist sein Bewertverhalten? Einige VK bewerten zum
Beispiel in Intervallen. Man kann auch vergleichen, ob die BW jeweils
vor oder nach dem Käufer erfolgten.

Aber du kaufst Waren ein auf eBay und keine Bewertungen.

Wer wann wie bewertet, ob er zu bewerten hat etc ist schon im Forum
Bewertungen ein heiß diskutiertes Thema, nicht umsonst ist gerade das
BW-Forum eines der schlimmsten Haifischbecken des Forums. Aber einen
Tenor gibt es dort, über den man sich einig ist:
Bewertungen sind freiwillig!

MarionS
--
***@marions.de

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(GoldenEye)
Matthias Kryn
2005-12-12 13:28:13 UTC
Permalink
Post by Uwe Premer
Post by Helmut Tarnick
Jetzt mußte ich beim Auspacken auch noch feststellen, daß
auf dem Weg zur Begutachtung und zurück weitere Sachen
zu Bruch gegangen sind,[...]
Tja, wieder quasi schlecht verpackt und daher wieder Bruch.
An den OP: Schick es noch ein, zwei Mal quer durch Deutschland,
dann kannst Du es guten Gewissens komplett wegwerfen.

Grüße
Matthias,
nicht wirklich hilfreich.
Marion Scheffels
2005-12-12 15:59:52 UTC
Permalink
Post by Uwe Premer
Post by Helmut Tarnick
Habe den Verkäufer informiert, der mir sagte,
ich müsse mich an die nächste Poststelle wenden.
Nein, das war schonmal grundflscha!
Nein, das war genau richtig. Der Empfänger muß innerhalb von 7 Tagen
die beschädigte Sendung auf der Post vorführen, er hat da meines
Wissens nach eine Mitwirkungspflicht.
Man kann sich dabei aussuchen, ob das Teil nach der Begutachtung dem
Absender oder Empfänger zugeschickt werden soll, ein kostenloser
Rücktransport wäre also praktisch mitinbegriffen.
In der Regel haftet die DHL dem Absender gegenüber, der kann aber auch
seine Ansprüche an den Empfänger abtreten.

MarionS
--
***@marions.de

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(GoldenEye)
Holger Pollmann
2005-12-12 21:56:14 UTC
Permalink
Post by Marion Scheffels
In der Regel haftet die DHL dem Absender gegenüber, der kann aber
auch seine Ansprüche an den Empfänger abtreten.
Auch an dich sei gesagt, daß der Empfänger auch ganz ohne Abtretung nach
§ 421 I 2 HGB das Recht hat, SELBST und in eigenem Namen
Schadensersatzansprüche gegen DHL geltend zu machen. Ohne jegliche
Mitwirkung des Absenders.
--
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02.10.2003
Marion Scheffels
2005-12-13 09:04:24 UTC
Permalink
Post by Holger Pollmann
Auch an dich sei gesagt, daß der Empfänger auch ganz ohne Abtretung nach
§ 421 I 2 HGB das Recht hat, SELBST und in eigenem Namen
Schadensersatzansprüche gegen DHL geltend zu machen. Ohne jegliche
Mitwirkung des Absenders.
Nach meinen Erfahrungen im eBay Forum ist das vielleicht rechtlich
möglich, aber praktisch wohl nicht so einfach durchsetzbar. Die DHL
hält sich nämlich an den Absender, ihren Vertragspartner.
Abgesehen davon ist die Absender-Variante bei Glasbruch am
praktischsten: der zahlt dann so oder so - und wenn die DHL ihm nicht
ersetzt wegen mangelhafter VP, ist das sein Problem.

MarionS
--
***@marions.de

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(GoldenEye)
Holger Pollmann
2005-12-13 10:37:02 UTC
Permalink
Post by Marion Scheffels
Post by Holger Pollmann
Auch an dich sei gesagt, daß der Empfänger auch ganz ohne Abtretung
nach § 421 I 2 HGB das Recht hat, SELBST und in eigenem Namen
Schadensersatzansprüche gegen DHL geltend zu machen. Ohne jegliche
Mitwirkung des Absenders.
Nach meinen Erfahrungen im eBay Forum ist das vielleicht rechtlich
möglich,
Ich dachte ja, daß du einen direkteren Zugang dazu hättest also über das
"eBay Forum". (Warum sind die Leute heutzutage eigentlich mit
Bindestrichen so sparsam?)
Post by Marion Scheffels
aber praktisch wohl nicht so einfach durchsetzbar. Die DHL
hält sich nämlich an den Absender, ihren Vertragspartner.
Was nichts daran ändert, daß DHL auch gegen dem Empfänger haftet, so
steht's im Gesetz, auch wenn DHL das geflissentlich zu ignorieren
versucht.
--
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"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl.
Der Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
Marion Scheffels
2005-12-13 12:25:41 UTC
Permalink
Post by Holger Pollmann
Was nichts daran ändert, daß DHL auch gegen dem Empfänger haftet, so
steht's im Gesetz, auch wenn DHL das geflissentlich zu ignorieren
versucht.
Naja, eben. Der Weg über den Absender dürfte der leichtere sein ;-)

MarionS
--
***@marions.de

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(GoldenEye)
Helmut Tarnick
2005-12-13 22:04:51 UTC
Permalink
Post by Holger Pollmann
Was nichts daran ändert, daß DHL auch gegen dem Empfänger haftet, so
steht's im Gesetz, auch wenn DHL das geflissentlich zu ignorieren
versucht.
Ja, das ignorieren die aber, also läuft das wohl nur zu ihren Spielregeln,
wenn man nicht klagen will?

Gruß Helmut
Holger Pollmann
2005-12-14 00:31:01 UTC
Permalink
Post by Helmut Tarnick
Post by Holger Pollmann
Was nichts daran ändert, daß DHL auch gegen dem Empfänger haftet,
so steht's im Gesetz, auch wenn DHL das geflissentlich zu
ignorieren versucht.
Ja, das ignorieren die aber, also läuft das wohl nur zu ihren
Spielregeln, wenn man nicht klagen will?
Ich gehe mal davon aus, daß das, wie immer, davon abhängen wird, wie man
DHL gegenüber auftritt.
--
( ROT-13 if you want to email me directly: ***@ervzjrexre.qr )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl.
Der Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
Helmut Tarnick
2005-12-13 22:03:02 UTC
Permalink
Post by Marion Scheffels
Abgesehen davon ist die Absender-Variante bei Glasbruch am
praktischsten: der zahlt dann so oder so - und wenn die DHL ihm nicht
ersetzt wegen mangelhafter VP, ist das sein Problem.
Mag sein, aber ein sturer Absender (Verkäufer) ersetzt mir deshalb noch
nicht das gezahlte Geld. Trotzdem hätte ich das so machen sollen, das war
blöd, die Sachen an mich zurückschicken zu lassen.

Gruß Helmut
Marion Scheffels
2005-12-13 22:15:25 UTC
Permalink
Post by Helmut Tarnick
Mag sein, aber ein sturer Absender (Verkäufer) ersetzt mir deshalb noch
nicht das gezahlte Geld.
Klar. Den anzugehen wird aber wahrscheinlich weniger Geld und Nerven
kosten als die DHL ;-)

MarionS
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(GoldenEye)
Helmut Tarnick
2005-12-13 21:59:29 UTC
Permalink
Post by Marion Scheffels
Nein, das war genau richtig. Der Empfänger muß innerhalb von 7 Tagen
die beschädigte Sendung auf der Post vorführen, er hat da meines
Wissens nach eine Mitwirkungspflicht.
So wurde mir das auf der Post auch gesagt.
Post by Marion Scheffels
Man kann sich dabei aussuchen, ob das Teil nach der Begutachtung dem
Absender oder Empfänger zugeschickt werden soll, ein kostenloser
Rücktransport wäre also praktisch mitinbegriffen.
Genau.
Post by Marion Scheffels
In der Regel haftet die DHL dem Absender gegenüber, der kann aber auch
seine Ansprüche an den Empfänger abtreten.
Und eben das hörte ich von der DHL-Hotline.

Gruß Helmut
Helmut Tarnick
2005-12-13 21:49:24 UTC
Permalink
Hallo Uwe,

danke Dir (Du hast als erster geantwortet) und natürlich allen anderen für
die vielen Hinweise, auf die ich wegen der Fülle nur soweit antworte, wie
sie mir für mein Problem bedeutsam erscheinen.
Post by Uwe Premer
Nein, das war schonmal grundflscha!
Dein Verkäufer hat den Vertrag mit dem Versandunternehmen
abgeschlossen; er hat sich deshalb auch darum zu bemühen.
Ok., aber er scheint sich darum nicht bemühen zu wollen, da er sein Geld
schon hat.
Post by Uwe Premer
Sofern der VK korrekt verpackt /hätte/, wäre dies der Fall.
Jedoch bei einer nicht sachgemäßen Verpackung ist er die Ursache und
dafür verantwortlich.
Seh ich auch so.
Post by Uwe Premer
Tja, wieder quasi schlecht verpackt und daher wieder Bruch. Allerdings
solltest du das ja auch auf Aufforderung machen, daher müßte in diesem
Fall der Auffordernde, also die Post für den weiteren Schaden haften.
Die hätten nämlich sonst dir sagen müssen: Verpacke es jetzt
ordentlich; nur wäre dann die "Begutachtung" wohl "mißlungen".
Ja, und da will ich jetzt einhaken, zumindest bei diesem zweiten Schaden
solte doch etwas zu machen sein?
Post by Uwe Premer
Die Frage erübrigt sich dann wohl, ob es ein privater VK war, gell?
Versteh ich jetzt nicht...
Post by Uwe Premer
das eBay-Käuferschutzprogramm, wo du dein Geld abzüglich 25 Euro SB
nach ganz vielen Monaten von eBay bekommen /könntest/.
Sinnlos, das greift nur in ganz eng umgrenzten Fällen...

Gruß Helmut
Bernd Meyer
2005-12-12 07:17:01 UTC
Permalink
Post by Helmut Tarnick
Meine Frage: Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?
Ich würde versuchen, mir den konkreten Schaden mit dem Verkäufer zu teilen.
Schaden 1/3, also ca. 30 Euro, Du bekommst 15 Euro von ihm, und gut ists.
Gruß, Bernd
Tom Berger
2005-12-12 09:14:09 UTC
Permalink
Post by Bernd Meyer
Post by Helmut Tarnick
Meine Frage: Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?
Ich würde versuchen, mir den konkreten Schaden mit dem Verkäufer zu teilen.
Schaden 1/3, also ca. 30 Euro, Du bekommst 15 Euro von ihm, und gut ists.
Warum willst Du den Verkäufer für sein inakzeptables Verhalten auch noch
belohnen? Der hat nicht nur seine ohnehin stark überteuerten Versandkosten
nach Vertragsabschluss nochmals verdoppelt, sondern hat die Ware auch
unzulänglich eingepackt. Der OP hat ein "Gutachten" von DHL, das die
unzulängliche Verpackung und damit die Ursache des Schadens bestätigt, und
da muss der VK alleine für haften.

Tom Berger
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Daniel Weimer
2005-12-12 09:33:45 UTC
Permalink
Post by Tom Berger
Post by Bernd Meyer
Ich würde versuchen, mir den konkreten Schaden mit dem Verkäufer zu teilen.
Schaden 1/3, also ca. 30 Euro, Du bekommst 15 Euro von ihm, und gut ists.
Warum willst Du den Verkäufer für sein inakzeptables Verhalten auch noch
belohnen? Der hat nicht nur seine ohnehin stark überteuerten Versandkosten
nach Vertragsabschluss nochmals verdoppelt, sondern hat die Ware auch
unzulänglich eingepackt. Der OP hat ein "Gutachten" von DHL, das die
unzulängliche Verpackung und damit die Ursache des Schadens bestätigt, und
da muss der VK alleine für haften.
Es geht doch darum: Wenn der OP ohne Rechtschutz ist und sich der Verkäufer
uneinsichtig zeigt, muss der OP versuchen, wenigstens den Schaden zu
begrenzen. Oder was sollte er Deiner Meinung nach tun? Zu einem Anwalt
gehen? Zu teuer. Zu ebay gehen? Passiert nicht (auch meine Erfahrung). [..]?

Gruß,
Daniel
Tom Berger
2005-12-12 09:59:09 UTC
Permalink
Post by Daniel Weimer
Es geht doch darum: Wenn der OP ohne Rechtschutz ist und sich der Verkäufer
uneinsichtig zeigt, muss der OP versuchen, wenigstens den Schaden zu
begrenzen. Oder was sollte er Deiner Meinung nach tun? Zu einem Anwalt
gehen? Zu teuer. Zu ebay gehen? Passiert nicht (auch meine Erfahrung). [..]?
Mit jemandem, der nach Vertragsabschluss relevante Klauseln ändert,
diskutiere ich nicht über Schadensbegrenzung. Schon alleine, um mich selbst
jeden Morgen im Spiegel betrachten zu können, ohne kotzen zu müssen, lehne
ich solche faulen Kompromisse zutiefst ab: wenn schon, dann schreibe ich
alles ab. Ich hab' das übrigens erst kürzlich gegen einen betrügerischen
Ebay-Verkäufer getan, und natürlich nicht ohne ihm zu sagen, wie
abgrundtief ich Leute verachte, die wg 15 Euro betrügen ... :-)

Aber der OP kann problemlos eine Frist für die Rückerstattung der bezahlten
Kosten setzen, er kann einen Mahnbescheid erwirken, und er kann Klage
einreichen, ohne einen Anwalt bemühen zu müssen. Genau das würde ich tun,
wenn ich überhaupt irgend etwas in der Sache unternehmen wollte.

Tom Berger
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Wolfgang Krietsch
2005-12-12 12:42:20 UTC
Permalink
Post by Tom Berger
alles ab. Ich hab' das übrigens erst kürzlich gegen einen betrügerischen
Ebay-Verkäufer getan, und natürlich nicht ohne ihm zu sagen, wie
abgrundtief ich Leute verachte, die wg 15 Euro betrügen ... :-)
Kann ich nachvollziehen - aber ich glaube nicht, dass Leuten, die wegen 15
Euro betrügen, überhaupt viel an der Achtung ihrer Mitmenschen liegt :-/



Bye

woffi
Helmut Tarnick
2005-12-13 22:12:05 UTC
Permalink
Post by Tom Berger
Mit jemandem, der nach Vertragsabschluss relevante Klauseln ändert,
diskutiere ich nicht über Schadensbegrenzung.
Was hättest Du getan, wenn Dir der Verkäufer sagt, ich brauche jetzt doch
zwei Pakete, also 20 statt 10 Euro? Der Vertrag wäre dann wohl geplatzt?

Gruß Helmut
Kathinka Wenz
2005-12-12 10:08:05 UTC
Permalink
Post by Daniel Weimer
Es geht doch darum: Wenn der OP ohne Rechtschutz ist und sich der Verkäufer
uneinsichtig zeigt, muss der OP versuchen, wenigstens den Schaden zu
begrenzen.
Wenn der OP ohne Rechtsschutz, aber im Recht ist, dann zahlt der
Verkäufer letztendlich auch die Anwaltskosten. Damit muss er nur Zeit
investieren und evtl. in Vorleistung treten. Aber selbstverständlich
sind die Anwaltskosten genauso Kosten, die vom Verursacher wieder
eingeholt werden können.

Von der Existenz einer RSV würde ich, wenn ich im Recht bin, keine Klage
abhängig machen.

Gruß, Kathinka
Mark Henning
2005-12-13 09:10:55 UTC
Permalink
Post by Kathinka Wenz
Von der Existenz einer RSV würde ich, wenn ich im Recht bin, keine Klage
abhängig machen.
Ich schon. Wenn ich nämlich im Recht bin, und der Schulder sich als
nicht ausreichend zahlungsfähig herausstellen sollte, nützt mir mein
Recht ziemlich wenig. Mit einer RSV bekäme ich jedoch einen Teil des
Schadens ersetzt, ohne deshalb auf einem (evtl. viel größeren) Teil
der Gerichtskosten sitzen zu bleiben.

Bis dann,

- Mark
--
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http://www.mark-henning.de/
Uwe Buschhorn
2005-12-12 12:38:11 UTC
Permalink
Post by Daniel Weimer
begrenzen. Oder was sollte er Deiner Meinung nach tun? Zu einem Anwalt
gehen? Zu teuer. Zu ebay gehen? Passiert nicht (auch meine Erfahrung). [..]?
Warum denn einen Anwalt?
Der VK ist in der Verantwortung, weil er ungenügend verpackt hat
(bestätigt durch DHL).

Also hat er die Ware entweder einwandfrei nachzuliefern oder den Schaden
zu übernehmen.

Also schreibt der Käufer dem Verkäufer eine Rechnung und setzt eine
Frist. Verstreicht die Frist, schreibt der Käufer eine Mahnung (zahlt
der VK), dann einen Mahnbescheid (zahlt auch der VK), dann ein
Gerichtsverfahren (zahlt auch der VK). Und den Anwalt würde auch der VK
zahlen :)

Ich habe mal einen schönen Laserdrucker ersteigert (6KG schwer), den der
VK einfach in einen dünnen Pappkarton eingepackt hat. Ohne jede
Dämpfung. War natürlich Schrott.

Aber das Geld war nach einer Woche wieder auf meinem Konto...

Grüße,
--
Uwe Buschhorn
Helmut Tarnick
2005-12-13 22:16:14 UTC
Permalink
Post by Uwe Buschhorn
Warum denn einen Anwalt?
Der VK ist in der Verantwortung, weil er ungenügend verpackt hat
(bestätigt durch DHL).
Also hat er die Ware entweder einwandfrei nachzuliefern oder den
Schaden zu übernehmen.
Also schreibt der Käufer dem Verkäufer eine Rechnung und setzt eine
Frist. Verstreicht die Frist, schreibt der Käufer eine Mahnung (zahlt
der VK), dann einen Mahnbescheid (zahlt auch der VK), dann ein
Gerichtsverfahren (zahlt auch der VK). Und den Anwalt würde auch der
VK zahlen :)
Das klingt wirklich interessant, es geht also auch ohne Anwalt, also ohne
größeren finanziellen Aufwand (abgesehn von den Nerven; mir sagte jemand,
der eine Firma hat: Wegen 80 Euro lohnt das nicht, abhaken und weiter Geld
verdienen...)

Gruß Helmut
Helmut Tarnick
2005-12-13 22:10:07 UTC
Permalink
Post by Daniel Weimer
Es geht doch darum: Wenn der OP ohne Rechtschutz ist und sich der
Verkäufer uneinsichtig zeigt, muss der OP versuchen, wenigstens den
Schaden zu begrenzen. Oder was sollte er Deiner Meinung nach tun? Zu
einem Anwalt gehen? Zu teuer. Zu ebay gehen? Passiert nicht (auch
meine Erfahrung). [..]?
So seh ich das jetzt auch, nachdem ich mit einigen Leuten gesprochen habe.
Eigentlich vertrete ich eher die Michael-Kohlhaas-Haltung, aber Aufwand und
Ergebnus stehen in keinem guten Verhältnis.

Gruß Helmut
Helmut Tarnick
2005-12-13 22:05:52 UTC
Permalink
Post by Bernd Meyer
Ich würde versuchen, mir den konkreten Schaden mit dem Verkäufer zu
teilen. Schaden 1/3, also ca. 30 Euro, Du bekommst 15 Euro von ihm,
und gut ists. Gruß, Bernd
Das versuch mal mit einem sturen Verkäufer...

Gruß Helmut
Marion Scheffels
2005-12-12 15:56:05 UTC
Permalink
Post by Helmut Tarnick
Der Verkäufer lehnt Schadenersatz ab, da er ja
die Ware einwandfrei und versichert ausgeliefert hat
Nix da. Der Absender schuldet dir eine hinreichende Verpackung. Wenn
die Post nicht zahlt und sich auf mangelhafte Verpackung beruft, ist
der Verkäufer dran.
Post by Helmut Tarnick
Jetzt mußte ich beim Auspacken auch noch feststellen, daß auf dem Weg
zur Begutachtung und zurück weitere Sachen zu Bruch gegangen sind
Du hättest es besser dem Absender wieder zustellen lassen. Er kann
sich mit dem Bruch amüsieren, bzw mit der DHL, dich aber muß er
schadlos halten. Ohne Abzüge Kaufpreis und Versand zurück.

Ich würde das Zeug wieder an ihn loswerden (wenn er die Rückfracht
verweigert, nicht mein Problem) und ihn per Einschreiben zur
Rückzahlung aller Beträge auffordern - inclusive aller Kosten.
Man kann ihn ja vorher noch mal per Mail "vorwarnen", wenn er nicht
gleich zurückzahlt (Schrott kannst du ja entsorgen), daß da noch
weitere Kosten hinzukommen werden wie Rückporto und Einschreibgebühr.

MarionS
--
***@marions.de

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(GoldenEye)
Helmut Tarnick
2005-12-13 22:22:38 UTC
Permalink
Post by Marion Scheffels
Du hättest es besser dem Absender wieder zustellen lassen. Er kann
sich mit dem Bruch amüsieren, bzw mit der DHL, dich aber muß er
schadlos halten. Ohne Abzüge Kaufpreis und Versand zurück.
Ja, das war wirklich dumm von mir, jetzt würden nochmals Kosten bei der
Rücksendung entstehen, und möglicherweise sagt der dann, der Rest ist
unterwegs auch noch kaputt gegangen und macht mich im Gegenzug dafür
haftbar, was dann? Theoretisch ist alles recht einfach, aber... Es ist
übrigesn ein sehr großes Paket, also eine vernünftige Verpackung (die ich
dann ja nach DHL-Vorschrift machen müßte), wäre ziemlich aufwendig.

Gruß Helmut
Rainer Wilkins
2005-12-15 22:41:33 UTC
Permalink
Das hilft dir wahrscheinlich wenig, aber meine Rat ist: genau aus dem
Grund nicht über eBay kaufen, es ist den Ärger einfach nicht wert,
schon gar nicht in Deutschland, wo Ehrlichkeit und Verantwortung wenig
zählt.
Marion Scheffels
2005-12-16 10:52:29 UTC
Permalink
Post by Rainer Wilkins
Das hilft dir wahrscheinlich wenig, aber meine Rat ist: genau aus dem
Grund nicht über eBay kaufen, es ist den Ärger einfach nicht wert,
schon gar nicht in Deutschland, wo Ehrlichkeit und Verantwortung wenig
zählt.
Du tust gerade so, als sei der Ärger vorprogrammiert. Mit der
Einstellung allerdings liegt der Ärger allerdings von vorne herein
schon mal näher :-)
Ich habe auch schon mehrere Male Geschirr gekauft, um mein altes
Service wieder aufzustocken und damit beste Erfahrungen gemacht. Eine
Reklamation bei einem unwilligen Verkäufer ließ sich mit Geduld und
Spucke und einem freundlichen Beharren auf meine Rechte auch über die
Bühne bringen.
Verkauft haben muß ich, alle Accounts zusammengerechnet, im Laufe der
letzten Jahre über 2000mal. Darunter Dutzende Spaßbieter, ein paar
Betrüger und so einige Idioten. Aber das habe ich bei mir im Laden
auch. Vielleicht habe ich deswegen einen Vorteil.

MarionS
--
***@marions.de

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Leo Oeler
2005-12-17 15:08:08 UTC
Permalink
On Mon, 12 Dec 2005 01:32:51 +0100, "Helmut Tarnick"
Post by Helmut Tarnick
Hallo Ihr,
bitte um Eure Hilfe in folgender Situation. Habe bei ebay einen Posten
Glas-Laborgeräte gekauft (Kolben, Kühler usw.), geliefert wurde (versichert)
per DHL, und beim Auspacken mußte ich feststellen, daß ca. ein Drittel aller
Sachen zu Bruch gegangen war. Habe den Verkäufer informiert, der mir sagte,
Ich würde den V verklagen, nachdem ihc ihm eine Frist zur Rückzahlung
des Kaufpreises Zug um Zug gegen Rückgabe des Schrotts gesetzt habe.
Für die Klage brauchst du keinen RA. Mußt nur darauf achten, daß du
alles schlüssig vorträgst.

Gruß, Leo


Bitte nur in der NG antworten. Danke.
Kurt Guenter
2005-12-18 11:41:37 UTC
Permalink
Post by Helmut Tarnick
Habe den Verkäufer informiert, der mir sagte,
ich müsse mich an die nächste Poststelle wenden.
Du hast keinen Vertrag mit der Post.

Wenn auesserlich keine Schaeden erkennbar sind, duerfte der VK
schlecht verpackt haben. Aber das verschweigst Du ja lieber.
Post by Helmut Tarnick
Der Verkäufer lehnt Schadenersatz ab, da er ja
die Ware einwandfrei und versichert ausgeliefert hat
Glas ist auch wie Glas zu verpacken. Wenn auf dem Transportweg was
kaputtgehen kann, ist halt schlecht verpackt.
Post by Helmut Tarnick
Meine Frage: Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?
Auf Erfüllung pochen oder Geld zurueck.
Post by Helmut Tarnick
der ja m.E. eigentlich verantwortlich ist, bei ebay schlecht bewerte,
kriege ich von ihm natürlich auch eine Negativbewertung.
Und wen kratzt deine schlechte Bewertung? Schreibst halt zu
"Rachebewertung".
Holger Pollmann
2005-12-18 12:51:53 UTC
Permalink
Post by Kurt Guenter
Habe den Verkäufer informiert, der mir sagte, ich müsse mich an die
nächste Poststelle wenden.
Du hast keinen Vertrag mit der Post.
Das ist egal. Nach § 421 I 2 HGB kann auch der Empfänger
Schadensersatzansprüche gegen die Post geltend machen, und nach
§ 438 I 1 HGB kann auc hder Empfänger eine Schadensmeldung machen.
--
( ROT-13 if you want to email me directly: ***@ervzjrexre.qr )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl. Der
Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
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