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DHL-Pakete ohne Unterschrift
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Sebastian Suchanek
2018-09-30 19:33:36 UTC
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Hallo NGs!

Innerhalb des letzten ca. Dreivierteljahres hatte ich nun schon
zwei Mal den Fall, dass DHL-Fahrer hier jeweils ein Paket[1]
ohne jeglicher Empfängerunterschrift abgeworfen haben. Das erste
Mal lag das Paket einfach vor der Haustür, beim zweiten Mal
hat's der Fahrer immerhin einer anwesenden Person in die Hand
gedrückt. Da der DHL-Auslieferprozesses meines Wissens nach
zwangsläufig eine Unterschrift des Empfängers auf dem Handheld-
Gerät des Fahrers erfordert - die Experten in de.etc.post mögen
mich korrigieren, wenn ich hier falsch liege - kann ich mir das
nur so erklären, dass der Fahrer (m)eine Unterschrift auf dem
Gerät gefälscht hat.
Ist damit §267 StGB erfüllt? Würde sich beim nächsten Mal eine
entsprechende Strafanzeige lohnen?


TIA,

Sebastian

_____
[1] Ja, ein Paket. *Kein* Päckchen.
--
X-Post, FollowUp-To de.etc.post
U***@web.de
2018-09-30 19:43:45 UTC
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Moin,
Post by Sebastian Suchanek
Innerhalb des letzten ca. Dreivierteljahres hatte ich nun schon
zwei Mal den Fall, dass DHL-Fahrer hier jeweils ein Paket[1]
ohne jeglicher Empfängerunterschrift abgeworfen haben. Das erste
Mal lag das Paket einfach vor der Haustür, beim zweiten Mal
hat's der Fahrer immerhin einer anwesenden Person in die Hand
gedrückt. Da der DHL-Auslieferprozesses meines Wissens nach
zwangsläufig eine Unterschrift des Empfängers auf dem Handheld-
Gerät des Fahrers erfordert - die Experten in de.etc.post mögen
mich korrigieren, wenn ich hier falsch liege - kann ich mir das
nur so erklären, dass der Fahrer (m)eine Unterschrift auf dem
Gerät gefälscht hat.
Zustellung durch Ablage kann vereinbart sein, 4 (2)https://www.dhl.de/content/dam/images/pdf/dhl-agb-paket-express-national-022017.pdf
wird aber gerne auch mal über Vereinbarungsfälle hinaus ausgedehnt.

Gruß, ULF
Wolfgang Kieckbusch
2018-09-30 23:22:31 UTC
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Post by Sebastian Suchanek
Würde sich beim nächsten Mal eine
entsprechende Strafanzeige lohnen?
Wieso lohnen?
Welchen Vorteil erwartest du für dich von der Strafanzeige?
Ich empfehle: sprich mit dem Zusteller!
Sebastian Suchanek
2018-10-02 10:40:25 UTC
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Am Sonntag, 30. September 2018 13:33:44 UTC-6 schrieb
Post by Sebastian Suchanek
Würde sich beim nächsten Mal eine
entsprechende Strafanzeige lohnen?
Wieso lohnen?
Welchen Vorteil erwartest du für dich von der Strafanzeige?
Einen Lerneffekt sowohl beim konkreten Zusteller im Speziellen
als auch bei DHL im Allgemeinen und damit irgendwann einen
wieder korrekt funktionierenden Zustellprozess.
Ich empfehle: sprich mit dem Zusteller!
Bei häufig wechselnden und - im Fall des Vor-die-Tür-Legens -
unbekannten Zustellern eher schwierig. Erst recht, wenn
zumindest ein Teil der Zusteller der deutschen Sprache nur
eingeschränkt mächtig ist.


Tschüs,

Sebastian
Thomas Hochstein
2018-10-08 11:51:25 UTC
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Post by Sebastian Suchanek
Post by Wolfgang Kieckbusch
Welchen Vorteil erwartest du für dich von der Strafanzeige?
Einen Lerneffekt sowohl beim konkreten Zusteller im Speziellen
Der wird in diesem Fall seine Tätigkeit erfahrungsgemäß jedenfalls
nicht bei seinem bisherigen Arbeitgeber fortsetzen.
Post by Sebastian Suchanek
als auch bei DHL im Allgemeinen
Was soll man dort lernen? Es ist ja nicht so, dass das dem Unternehmen
neu wäre. Ich würde aber davon ausgehen, dass man für das, was man
zahlt, für die teilweise erhebliche Arbeitsbelastung keine anderen
Arbeitnehmer bekommt.
Post by Sebastian Suchanek
Erst recht, wenn
zumindest ein Teil der Zusteller der deutschen Sprache nur
eingeschränkt mächtig ist.
Eben.

-thh
U***@web.de
2018-10-09 08:26:45 UTC
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Post by Thomas Hochstein
Post by Sebastian Suchanek
Post by Wolfgang Kieckbusch
Welchen Vorteil erwartest du für dich von der Strafanzeige?
Einen Lerneffekt sowohl beim konkreten Zusteller im Speziellen
Der wird in diesem Fall seine Tätigkeit erfahrungsgemäß jedenfalls
nicht bei seinem bisherigen Arbeitgeber fortsetzen.
Post by Sebastian Suchanek
als auch bei DHL im Allgemeinen
Was soll man dort lernen? Es ist ja nicht so, dass das dem Unternehmen
neu wäre. Ich würde aber davon ausgehen, dass man für das, was man
zahlt, für die teilweise erhebliche Arbeitsbelastung keine anderen
Arbeitnehmer bekommt.
Der Unternehmer muß schon zusehen, daß Standards eingehalten werden.
Sollte er das mit Mindestlöhnern nicht schaffen...

Gruß, ULF
Helmut Richter
2018-10-09 08:42:18 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Thomas Hochstein
Was soll man dort lernen? Es ist ja nicht so, dass das dem Unternehmen
neu wäre. Ich würde aber davon ausgehen, dass man für das, was man
zahlt, für die teilweise erhebliche Arbeitsbelastung keine anderen
Arbeitnehmer bekommt.
Der Unternehmer muß schon zusehen, daß Standards eingehalten werden.
Sollte er das mit Mindestlöhnern nicht schaffen...
dann schafft er es eben nicht. Macht auch nichts. Wieviele Leute werden
deswegen klagen? Was ist billiger: ein paar solche Klagen in Kauf zu
nehmen, falls es doch welche gibt, oder anständige Löhne zu zahlen?

Vielleicht verliert er ein paar Kunden an Wettbewerber, aber die machens
eh nicht anders.
--
Helmut Richter
Stefan Engler
2018-10-09 15:44:35 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by U***@web.de
Der Unternehmer muß schon zusehen, daß Standards eingehalten werden.
Vielleicht verliert er ein paar Kunden an Wettbewerber, aber die machens
Als Empfänger hat man in der Regel keinen Vertrag mit dem Tranportdienstleister
und daher auch kaum "Rechte". Der Absender hat als einzigstes ein Interesse
daran, dass seine Waren entsprechend ankommen und kann entsprechend Maßnahmen
ergreifen lassen (z.B. Übergabe nur gegen Unterschrift und Lichtbildausweis).

Einige Paketzusteller sind selbstständige Unternehmen, die nicht bei DHL
selbst angestellt sind, sondern pro Paket eine Vergütung bekommen.

Die meisten Filialen sind nicht mehr von DHL selbst betrieben sondern werden
z.B. vom Post Finanzcenter oder anderen betrieben. Evtl. gibt es auch eine
Abstellgenehmigung.

Die Subunternehmer haben meist einen Vertrag und hier stellt sich die Frage, ob
dieser auch eine Wirkung auf den Transportvertrag hat. Wer bessere Leistung als
bei DHL-Normal-Paket haben möchte, kann diese auch bezahlen (sogar auch bei
DHL selber).
Thomas Hochstein
2018-10-10 20:08:49 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Thomas Hochstein
Was soll man dort lernen? Es ist ja nicht so, dass das dem Unternehmen
neu wäre. Ich würde aber davon ausgehen, dass man für das, was man
zahlt, für die teilweise erhebliche Arbeitsbelastung keine anderen
Arbeitnehmer bekommt.
Der Unternehmer muß schon zusehen, daß Standards eingehalten werden.
Sollte er das mit Mindestlöhnern nicht schaffen...
... muss er die entstehenden Verluste decken und ggf. mit schlechter
Publicity leben. Das tut er ja auch. (Das Problem sind zahlen- und vor
allem betragsmäßig ja auch nicht die Zusteller, die mal ein Paket vor
die Tür stellen oder gar entsorgen, sondern gezielte Diebstähle
hochwertiger Waren durch Zusteller. Aber auch das fällt im
Gesamtergebnis nicht wirklich ins Gewicht.) Rentabel ist das immer
noch.

-thh
--
Freie juristische Online-Ressourcen: <https://th-h.de/law/lawlinks/>
Gesetzestexte, Rechtsprechung und Fundstellen: <http://dejure.org/>
Gesetze und Verordnungen (deutsches Bundesrecht): <http://buzer.de/>
Freie Rechtsprechungs-Dokumentation (Urteile): <http://openjur.de/>
U***@web.de
2018-10-11 07:31:14 UTC
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Post by Thomas Hochstein
Post by U***@web.de
Post by Thomas Hochstein
Was soll man dort lernen? Es ist ja nicht so, dass das dem Unternehmen
neu wäre. Ich würde aber davon ausgehen, dass man für das, was man
zahlt, für die teilweise erhebliche Arbeitsbelastung keine anderen
Arbeitnehmer bekommt.
Der Unternehmer muß schon zusehen, daß Standards eingehalten werden.
Sollte er das mit Mindestlöhnern nicht schaffen...
... muss er die entstehenden Verluste decken und ggf. mit schlechter
Publicity leben. Das tut er ja auch. (Das Problem sind zahlen- und vor
allem betragsmäßig ja auch nicht die Zusteller, die mal ein Paket vor
die Tür stellen oder gar entsorgen,
Wenn die keine vernünftige Qualitätssicherung haben, gibt es
doch auch kein Zertifikat nach ISO Schlagmichtot?

Gruß, ULF
Thomas Hochstein
2018-10-13 13:34:59 UTC
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Post by U***@web.de
Wenn die keine vernünftige Qualitätssicherung haben, gibt es
doch auch kein Zertifikat nach ISO Schlagmichtot?
Es wird mit Sicherheit Prozesse zum Umgang mit diesen Problemen geben.
U***@web.de
2018-10-13 16:36:41 UTC
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Post by Thomas Hochstein
Post by U***@web.de
Wenn die keine vernünftige Qualitätssicherung haben, gibt es
doch auch kein Zertifikat nach ISO Schlagmichtot?
Es wird mit Sicherheit Prozesse zum Umgang mit diesen Problemen geben.
Ich kann mich an ein Urteil, nicht jedoch
an das Aktenzeichen erinnern.

- Wir wissen auch nicht, wo die Sendung abgeblieben ist.
- Keine etappenweise Sendungsverfolgung, Organisationsverschulden -> Haftung.

Gruß, ULF

Wolfgang Jäth
2018-10-11 06:10:35 UTC
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Post by Thomas Hochstein
Post by U***@web.de
Post by Thomas Hochstein
Was soll man dort lernen? Es ist ja nicht so, dass das dem Unternehmen
neu wäre. Ich würde aber davon ausgehen, dass man für das, was man
zahlt, für die teilweise erhebliche Arbeitsbelastung keine anderen
Arbeitnehmer bekommt.
Der Unternehmer muß schon zusehen, daß Standards eingehalten werden.
Sollte er das mit Mindestlöhnern nicht schaffen...
... muss er die entstehenden Verluste decken und ggf. mit schlechter
Publicity leben. Das tut er ja auch. (Das Problem sind zahlen- und vor
allem betragsmäßig ja auch nicht die Zusteller, die mal ein Paket vor
die Tür stellen
Also (nicht nur) *ich* empfinde das schon als Problem; weil das *meinen*
Erfahrungen nach nicht die Ausnahme sondern eher die Regel ist. Und die
BNA hat schon vor einigen Jahren der DHL mal die Ohren lang ziehen
müssen aufgrund einer massiven Beschwerde von mir. Den
Entschuldigungsbrief der DHL müsste ich noch irgendwo haben (aber
ehrlich gesagt ist er nicht das Papier wert, auf dem er geschrieben wurde).
Post by Thomas Hochstein
oder gar entsorgen, sondern gezielte Diebstähle
hochwertiger Waren durch Zusteller.
Das ist weniger ein Image- als eher ein finanzielles Problem, aber
dagegen sind sie versichert (also genau genommen gar keines).
Post by Thomas Hochstein
Aber auch das fällt im
Gesamtergebnis nicht wirklich ins Gewicht.) Rentabel ist das immer
noch.
Ja; DHL steigert trotz schlechtem Service und allen jedes Jahr seinen
operativen Gewinn. Letztes Jahr z. B. um 7,2 Prozent auf 3,74
Milliarden.
(https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/paketboom-rekordgewinn-fuer-deutsche-post/21042822.html)

Wolf 'oder gerade wegen?' gang
--
Durch Donald Trump ist mir endgültig klar geworden: Es ist
nicht der Turm von Pisa, der schief steht, es ist die Welt!
U***@web.de
2018-10-11 15:13:48 UTC
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Post by Wolfgang Jäth
Also (nicht nur) *ich* empfinde das schon als Problem; weil das *meinen*
Erfahrungen nach nicht die Ausnahme sondern eher die Regel ist. Und die
BNA hat schon vor einigen Jahren der DHL mal die Ohren lang ziehen
müssen aufgrund einer massiven Beschwerde von mir.
Ganz blöde Frage, mal zu Briefen abschweifend:

In geschlossenen Siedlungen soll in der Regel keiner als 1000
Meter zum nächsten Briefkasten laufen müssen.

Sollte das wirklich in Ordnung sein, wenn es in ganzen
Dörfern, seien sie nun politisch selbständig oder nicht,
keinen gibt, wenn dadurch die Fußmatschentfernung
deutlich überschritten wird?

Gruß, ULF
Thomas Hochstein
2018-10-13 13:34:59 UTC
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Post by Wolfgang Jäth
Post by Thomas Hochstein
(Das Problem sind zahlen- und vor
allem betragsmäßig ja auch nicht die Zusteller, die mal ein Paket vor
die Tür stellen
Also (nicht nur) *ich* empfinde das schon als Problem; weil das *meinen*
Erfahrungen nach nicht die Ausnahme sondern eher die Regel ist.
Das ist statistisch höchst unwahrscheinlich.
Post by Wolfgang Jäth
Post by Thomas Hochstein
oder gar entsorgen, sondern gezielte Diebstähle
hochwertiger Waren durch Zusteller.
Das ist weniger ein Image- als eher ein finanzielles Problem, aber
dagegen sind sie versichert (also genau genommen gar keines).
Gegen den Verlust von vor die Tür gestellten Paketen sind sie dann ja
auch versichert - so what?
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